Geldwäscheermittlungen gegen Sohn des türkischen Präsidenten in Italien

Die italienische Justiz ermittelt wegen Geldwäschevorwürfen gegen einen Sohn des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan. Bilal Erdogan werde vorgeworfen, große Geldsummen nach Italien geschmuggelt zu haben, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag aus Ermittlerkreisen. Ausgangspunkt der Ermittlungen war demnach ein Hinweis des türkischen Geschäftsmanns Murat Hakan Uzan, eines im Exil lebenden politischen Gegners Erdogans.

Bilal Erdogan lebt seit August mit seiner Ehefrau und zwei Kindern im norditalienischen Bologna, wo er nach eigenen Angaben an seiner Doktorarbeit schreibt. Politische Gegner der Familie Erdogan werfen ihm allerdings vor, die Türkei wegen eines Korruptionsskandals verlassen zu haben.

Vor zwei Jahren waren mutmaßliche Mitschnitte abgehörter Telefonate von Erdogan und anderen Politikern aufgetaucht. In einem Gespräch ist angeblich Erdogan zu hören, wie er Bilal anweist, wegen Korruptionsermittlungen viel Geld verschwinden zu lassen. Erdogan stritt alles ab.

Den neuen Vorwürfen zufolge soll der 35-Jährige zusammen mit mehreren bewaffneten Leibwächtern nach Italien gekommen sein, denen zunächst die Einreise verweigert worden sei. Wenig später seien sie jedoch mit frisch ausgestellten türkischen Diplomatenpässen doch eingereist.