Spiffing IdeasDossier Hunneg - Dat flëssegt Gold

Honig ist ein einzigartiges Naturprodukt, das sehr viel Potenzial in sich stecken hat.

Honig – flüssiges Gold

Honig ist ein einzigartiges Naturprodukt, das sehr viel Potenzial in sich stecken hat. Seit wir mit der Imkerei vor eineinhalb Jahren begonnen haben, sind wir immer wieder begeistert von den surrenden Insekten, die für unser Ökosystem und dem Menschen von großer Bedeutung sind.

Jedes Bienenvolk besteht aus einer Königin, sehr sehr vielen Arbeitsbienen (weibliche Bienen) und Drohnen (männliche Bienen). Die Königin lebt im Sommer mit 30.000 bis 50.000 anderen Bienen in einem Bienenvolk. Sie legt als einzige Biene Eier und wird maximal 5 Jahre alt. Die Königin legt bis zu 2.000 Eier am Tag. Nach nur 21 Tagen schlüpfen die jungen Bienen.

Im Sommer geborene Arbeitsbienen leben 4-8 Wochen wogegen im September geborene Bienen (Winterbienen) etwa 6 Monate leben und „überwintern“. Arbeitsbienen sind für den Honig sowie für die Brut zuständig.

Drohnen schlüpfen im Frühsommer und ihre primäre Arbeit ist es, die Königin zu begatten.

Wie entsteht Honig?


Sehr viele Pflanzen sind auf die Bestäubung der Blüten durch die Bienen sowie durch andere Insekten angewiesen. Zur eigenen Ernährung und zur Ernährung des Nachwuchses sammelt die Honigbiene Nektar und Pollen von Pflanzen.

Die Biene saugt den Nektar oder Honigtau mit ihren Rüsseln auf und lagert dies in ihrem Honigmagen. Der Pollen verfängt sich im Haarkleid der Hinterbeine. Diese nennt man auch die Pollenhöschen der Biene. Bei näherem Betrachten einer Biene kann man die gelblich-orangen Pollen deutlich erkennen.

Zurück im Bienenstock übergibt die Sammelbiene die Nektarflüssigkeit mit ihrem Rüssel an die „Stockbiene“ weiter, die wiederum den Inhalt an weitere Stockbienen weitergibt. Ziel des Prozesses ist es, den Nektar in Form von Honig haltbar zu machen, um ihn einzulagern. Die Biene mengt dabei körpereigene Stoffe bei und muss den Nektar verdicken, da dieser einen viel zu hohen Wasseranteil hat. Die Honigbiene lässt den Nektar tropfenweise über den Rüssel heraus und saugt ihn wieder auf. So wird der Wassergehalt reduziert.

Sobald ein optimaler Wassergehalt besteht, wird der verdickte Nektar in leere Wabenzellen verbreitet. Damit weiteres Wasser verdunstet, fächeln die Bienen mit ihren Flügeln. So wird feuchte Luft aus dem Bienenstock durch trockene Außenluft ersetzt. Der Honig wird, wenn er einen passenden Wassergehalt von unter 18% hat, mit einer luftdichten Wachsschicht „verdeckelt“. Dies bedeutet für den Imker, dass der Honig erntereif ist.

Wusstet Ihr, dass eine einzige Biene in ihrem Leben circa ein zwölftel eines Teelöffels an Menge von Honig produziert? Deshalb auch der Titel „Honig – flüssiges Gold“, denn es steckt nicht nur für den Imker viel Zeit und Arbeit hinter der Honigernte und Bienenhaltung sondern auch die Bienen schuften hart, um dieses vorzügliche Süßungsmittel mit uns zu teilen.

Honig ernten


Der Imker kann bis zu zwei mal im Jahr Honig ernten: eine Frühtracht gegen Ende Mai und eine Spättracht gegen Ende Juli. Hierfür entnimmt der Imker die Honigrähmchen aus dem Honigraum. Der Honig im Brutraum, der sich unter dem Honigraum befindet, wird nie entnommen. In einem dafür vorbereiteten Raum beginnt der Imker die mit Wachs verdeckelten Honigwaben zuerst zu „entdeckeln“ (abzuschaben). Bei einer kleinen Honigernte, wie bei uns, geht das noch alles per Hand. Anschließend werden die Honigwaben mit Hilfe von Zentrifugalkraft geschleudert. Der Honig läuft durch ein feines Sieb, um eventuelle Wachsreste zu entfernen und wird in einem Eimer aufgefangen.

In diesem Eimer bleibt der Honig erst einmal zwei Tage verschlossen stehen und anschließend werden die nach oben getretenen Luftbläschen abgeschabt. Ist der Honig frei von Bläschen, kann der Rührprozess beginnen. Über mehrere Tage wird der Honig mehrmals cremig gerührt – hier hat jeder Imker seine Art und Weise wie er zum besten Honig gelangt und es hängt auch von vielen Faktoren ab, wie lange und wie gerührt werden muss. Wenn der Honig dann vom Imker als abfüllbereit erklärt wird, kann er in Gläser abgefüllt und verschlossen werden. Ein Etikett soll einige Mindestangaben wie z.B. den Namen des Imkers, das Mindesthaltbarkeitsdatum und die Chargennummer enthalten.

Wir werden oft gefragt, ob wir den Bienen den Honig denn nicht stehlen. Wir beantworten diese Frage ganz klar mit Nein, denn wir unterstützen die Bienen mit unserer Arbeit und bieten ihnen ein artgerechtes Lebensumfeld. Honigbienen sind Arbeitstiere – das heißt es ist ihre Natur Honig herzustellen und das weitaus mehr als sie selbst für den Erhalt ihres Bienenstockes benötigen. Indem wir ihnen Honigräume zur Verfügung stellen, den fertigen Honig entfernen bevor er kristallisiert und ihnen im Gegenzug flüssiges Futter im Winter zur Verfügung stellen, stellen wir sicher, dass sie überleben. Außerdem kontrollieren wir die Gesundheit und das Wohlsein der Tierchen regelmäßig und vermeiden somit Krankheitsbefälle und Bienensterben. All dies ist ein sinnvolles Zusammenspiel zwischen Tier und Mensch, bei dem die Natur und der Mensch profitieren können.

Kochen mit Honig


Honig hat einen herben, süßen Geschmack und gibt einem Gericht einen besonderen Geschmack. 

Es gibt unzählige Geschmacksrichtungen von Honig, da jede Pollenzusammensetzung einen anderen Geschmack hervorruft. In Luxemburg zählen Raps- und Blütenhonig zu den gängigsten Sorten.

Fürs Kochen gilt: je dunkler der Honig desto geschmacksintensiver wird er sein. Wenn man also will, dass der Honig im Gericht nicht in den Vordergrund tritt, sollte man einen hellen Frühjahrs-Blütenhonig auswählen.

Honig ist neben Ahornsirup oder Stevia eine gesunde und natürliche Alternative zu industriellem Zucker. Zwar hat Honig auch viele Kalorien, enthält aber auch Vitamin B und C, Kalium, Calcium, Eisen und Magnesium.

Wer industriellen Zucker beim Backen durch Honig ersetzen möchte kann dies bei der Grammangabe 1:1 (bzw. 1 Teil Zucker = ¾ Teil Honig) tun. Außerdem sollten die Flüssigkeiten im Rezept etwas reduziert werden. Dies bietet sich vor allem bei Gebäck an, denn Honig neigt dazu, Feuchtigkeit zu absorbieren und hält Plätzchen somit länger frisch.

Jeder kennt es: wenn man ein Glas Honig im Schrank vergisst und nach einiger Zeit wieder hervorbringt, ist der gute Honig komplett hart. Dies nennt man Kristallisierung und ist ein ganz natürlicher Vorgang. Es ist keinesfalls ein Merkmal geringer Qualität und der Honig ist immer noch unbedenklich verzehrbar. Um den kristallisierten Honig wieder flüssig zu bekommen, sollte man ihn einfach in einem leicht erwärmten Wasserbad (circa 30 Grad) stehen lassen und gelegentlich umrühren.