Luxemburgisch in den USA: eine empirische Untersuchung

"Die luxemburgischen Sprachinseln in Nordamerika" - so lautet das Bachelor-Thema von Amira Ouardalitou.

Die Autorin Amira Ouardalitou
Mein Name ist Amira Ouardalitou, zurzeit Germanistik-Studentin an der Universität Freiburg. Vorher habe ich an der Universität Bielefeld meinen Bachelor in Germanistik absolviert.

Auf Grund meiner luxemburgischen Wurzeln mütterlicherseits habe ich mich 2007 für das Bachelor-Thema "Die luxemburgischen Sprachinseln in Nordamerika" entschieden. Zu dem Zeitpunkt war mir noch nicht klar, dass noch niemand die Sprache der Luxemburger in den USA auf empirische Weise untersucht hatte.

Jean Ensch hat zwar in den Jahren 2000 und 2002 Sprachaufnahmen aufgenommen, die ich aber leider nicht sprachwissenschaftlich untersuchen kann. Deshalb begann ich 2007 die Vorbereitungen zur Feldforschung, die ich im Sommer 2008 durchgeführt habe.

Inspiriert für das Thema wurde ich von meinem Professor Jan Wirrer, der mir die ganze Zeit als Mentor zur Seite stand und dessen Erfahrung sehr hilfreich war. Zuerst musste ich die Luxemburgisch-Sprecher ausfindig machen. Über die "Luxembourg American Cultural Society" ist es mir gelungen, in Illinois, Wisconsin und Iowa Sprecher ausfindig zu machen. Erstaunlicherweise hat sich das Luxemburgische sehr gut erhalten.

© Becci Green


Auch heute finden sich noch Spuren von Luxemburgern auf öffentlichen Plätzen in den USA wieder, wie z.B. das Siegel der Stadt Chicago, das vom luxemburgischen Auswanderer Dr. Bernard J. Cigrand gestaltet wurde. Dieses Bild entstand an einer Bushaltestelle, aber auch auf den offiziellen Wagen der Stadt ist dieses Siegel wiederzufinden (Foto).

Kein "Kéisecker"

Die Interviews wurden nach einem von mir erstellten Befragungsschema durchgeführt, das u. a. auch englische Testsätze beinhaltet, die die Probanden auf Luxemburgisch übersetzen sollten. Bei der Befragung nach dem Wort Kéiseker konnte ich eine interessante Feststellung machen. Das Wort konnte von keinem der Probanden übersetzt werden - aus dem einfachen Grund, weil es im Mittleren Westen der USA überhaupt keine Igel gibt!

In meiner Arbeit habe ich versucht herauszufinden, ob das Luxemburgische durch das Englische geprägt ist, ob sich eine Ausgleichsvarietät entwickelt hat, ob sich noch Dialektsprecher unter den Luxemburgisch-Sprecher befinden, ob sich noch altes luxemburgisches Wortgut in der Sprache befindet, ob sich eine instabile Diglossie herauskristallisiert hat und wie sich das Verhältnis in den lexikalischen Bereichen aufzeigt.

Aus Zeitmangel konnte ich bis jetzt nur die Aussagen von zehn Sprechern auswerten, aber sobald es mir die Zeit erlaubt, werde ich einen Teil meiner Resultate vorab in einem Buch veröffentlichen.

Für meine Masterarbeit werde ich 2010 wieder in die USA fliegen, um das Phänomen des Code-Switchings zwischen dem Luxemburgischen und dem Englischen zu erforschen.

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