Bericht mat FotoenStage Pédagogique vum Athenée zu Tarifa

Am Juli 2016 sinn 11 Schüler aus dem Athenée, zesumme mat hirer Biosproff, an de Süde vu Spuenien gefuer, fir do Waler an Delfiner ze studéieren.

© Athenée
Dat hei hunn d'Schüler eis geschéckt:

Mitte Juli 2016 reisten 11 Schüler und Schülerinnen des Athenée de Luxembourg unter der Leitung ihrer Biologielehrerin Thessy Kremer und in Begleitung von Max Wolff nach Tarifa in Südspanien, um in der Straße von Gibraltar die dort heimischen und migrierenden Wale und Delfine näher zu studieren.

Auf täglichen Bootsausfahrten mit den Anbietern Turmares (Tarifa) und Dolphin Adventure (Gibraltar) konnten die Schüler die verschiedenen Delfinarten beobachten und bestimmen, um so anschließend deren Verhalten zu analysieren. Die Beobachtungen wurden ergänzt durch Vorträge über die Biologie und Physiologie der Delfine und Wale. Der Naturpark "Straße von Gibraltar", klassifiziert als UNESCO-Biosphärenreservat, ist Heimat dreier Delfinarten (gewöhnlicher Delfin, gestreifter Delfin und großer Tümmler) sowie der Grindwale. Diese vier Arten konnten die Schüler fast täglich beobachten. Ferner durchziehen Killer-, Pott- und Finnwale die Straße von Gibraltar auf ihren Wanderungen zwischen dem Atlantik und dem Mittelmeer. Mittels gezielter Beobachtungen können Studien zu den einzelnen Populationen aufgestellt werden. Diese wissenschaftlichen Texte dienen später dem Erhalt und Schutz des einzigartigen Lebensraumes der Meeresstraße.

In besonderer Erinnerung wird den Schülerinnen und Schüler wohl die Beobachtung der Schwertwale bleiben. Der Schwertwal ist das größte Mitglied der Familie der Delfine. Die männlichen Tiere können fast 10 Meter lang werden und haben eine sehr hohe Rückenfinne, bis zu 1,8 Meter. Schwertwale können bis zu 55 km/h schnell schwimmen. Trotzdem sind sie langsamer als seine Leibspeise, der Thunfisch. Während 2 Bootsausfahrten konnte beobachtet werden, wie die Schwertwale bei den marokanischen Fischerbooten lauern um sich den Thunfisch von der Angel der Fischer zu schnappen.

Der Abfahrtsort für die Bootsausfahrten variierte je nach den Wetter- und Seebedingungen: Bei starkem Ostwind (Levante) wurden die Ausfahrten in die ruhige Bucht von Algeciras verlegt. Bei schwächerem Westwind (Poniente) starteten die Bootstouren direkt aus dem Hafen von Tarifa. Zusätzlich zur Möglichkeit, Delfine aus nächster Nähe zu bewundern, bot sich den Schülern die Gelegenheit, sogenannte unechte Karettschildkröten (Caretta caretta), sowie Mondfische (Mola mola) zu beobachten.

In der Auffang- und Pflegestation für Meereschildkröten in Algeciras (CEGMA = Centro del Gestión del Medio Marino Andaluz) wurde den Schülern die Behandlung kranker und verletzter Schildkröten erklärt. Die Schildkröten, die an den Strand gespült werden oder im Wasser aufgefunden werden, werden gesund gepflegt und anschließend wieder in die Freiheit entlassen. Bei den behandelten Schildkröten handelt es sich um die Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta), eine von nur noch sieben Meeresschildkrötenarten weltweit. Sie ist in fast allen gemäßigten und subtropischen Meeren zu finden. Die Tiere wurden intensiv von Wilderern gejagt, ihre Niststrände werden zerstört und jährlich fallen viele Tiere Schleppnetzen, der Fischerei als Beifang und dem Verzehr von Plastik zum Opfer. Alles Gründe weshalb sie mittlerweile von der IUCN als vom Aussterben bedrohte Art gelistet ist.

In der Station wird sich nicht nur um verletzte Tiere gekümmert, es gibt auch ein anderes interessantes Projekt: Schildkröteneier von den Kapverdischen Inseln werden an den Stränden des Naturparks Cabo de Gata in Almería vergraben. Sobald die Kleinen schlüpfen, werden sie in die Station gebracht und dort für etwa 9 Monate aufgezogen um die Überlebenschancen zu erhöhen. Im nächsten Sommer, wenn sie bei gutem gesundheitlichem Zustand sind, werden die Schildkröten an den gleichen Stränden wieder ausgesetzt mit der Hoffnung, dass die adulten Tiere zum Nisten an diese Strände zurückkehren.

Neben der Vielfalt der Meerestiere, können an der Strasse von Gibraltar zahlreiche Vogelarten beobachtet werden, da sie Teil einer wichtigen Migrationsroute ist. Während der Studienfahrt konnten zahlreiche Greifvögel beobachtet werden, unter anderem der Schwarzmilan, der Zwergadler und der Turmfalke. Darüber hinaus sahen die Schüler die farbenprächtigen Bienenfresser und Weißstörche sowie gebietsansässige Geier und Kuhreiher. Höhepunkt war aber ohne jeden Zweifel eine nistende Kolonie einer der seltensten Vogelarten der Welt – des Waldrapps. In freier Wildbahn lebten im Jahr 2005 nur noch geschätzte 450 Vögel, während in Gefangenschaft etwa 2000 Vögel dieser Art gehalten wurden.
Während des Schüleraufenthalts bot sich uns die Möglichkeit die Ornithologen der MIGRES-Stiftung bei ihrer Forschungsarbeit zu begleiten. So nahmen die Schüler an der Beringung von Singvögeln teil, welche teilweise auch große Migrationen unternehmen. Während der Beringung wurde unter anderem der Fettgehalt der Vögel bestimmt, an welchem man erkennt ob der Vogel seine Migration bereits antreten kann.

Im neu eröffneten Observatorio Del Estrecho erhielten die Schüler ausserdem einen Vortrag über den Vogelzug und dessen Gefahren.

Während einer Schnorchelausfahrt erkundeten die Schüler die Unterwasserwelt um die Isla de Las Palomas. Dieses Meeresgebiet ist seit einigen Jahren unter Schutz gestellt, sodass sich die Fischbestände hier teilweise erholen konnten. Neben Muränen und Stachelrochen konnten hier verschiedene Arten von Nacktkiemern (Nudibranchia) wurden hier beobachtet.

Neben den wissenschaftlichen Aktivitäten sollte der kulturelle Aspekt der Studienreise nicht zu kurz kommen. Während einer Besichtigung des britischen Überseegebiets Gibraltar wurde auf die historische und politische Bedeutung dieser Halbinsel eingegangen. Neben dem Naturschutzgebiet Upper Rock ist auch das gesamte Meeresgebiet von Gibraltar seit dem 1. Januar 1996 unter Schutz gestellt. Gibraltar ist der einzige Ort in Europa, an dem Berberaffen freilebend vorkommen. Deswegen nennt man Gibraltar auch den „Affenfelsen". Die Affen werden zwar allgemein als freilebend bezeichnet; der Sache nach sind es aber mittlerweile Haustiere, die regelmäßig von Menschen gefüttert werden. Das erste Skelett eines Neandertalers wurde übrigens in Gibraltar gefunden und nicht, wie so oft behauptet im Neandertal!

Neben Gibraltar wurden auch das historische Stadtzentrum von Vejer de la Frontera besichtigt. Vejer de la Frontera ist ein klassisches Städtchen in Andalusien, welches zu den „Weißen Dörfern" gehört. Reisende können diesen Ort in der Provinz Cádiz bereits vom Weiten erkennen, da er auf einer 200 Meter hohen Erhebung über der Mündungsregion des Flusses Barbate thront. Die naturräumliche Lage begründet vermutlich, warum die Historie der Stadt bis in die Steinzeit zurückgeht. Archäologen fanden Zeugnisse, dass bereits damals Menschen auf diesem Hochplateau siedelten. In der Bronzezeit war Vejer de la Frontera ein befestigtes Dorf. In den folgenden Jahrhunderten besetzten unterschiedliche Völker den kleinen Küstenort und hinterließen eindrucksvolle Zeitzeugnisse, die das Stadtzentrum zu einer einzigen Sehenswürdigkeit machen.

Auch die Besichtigung römischer Ruinen von Baelo Claudia stieß auf reges Interesse und hat gezeigt, dass die Römer schon vor mehr als 2000 Jahren an diesem geschichtsträchtigen Ort Thunfisch gefischt haben. Dieser wurde zu Garum verarbeitet. Dem Standardgewürz in der antiken römischen Küche. Garum war eine Flüssigkeit, die dadurch entstand, dass man Thunfisch einschließlich der Eingeweide mit Salzlake vermischte und in offenen Becken teilweise monatelang der Sonne aussetzte. Dabei wurde das Fischeiweiß durch in den Eingeweiden enthaltene Enzyme abgebaut. Bei konstant gehaltener Temperatur von ca. 40 °C ist die Fermentation nach ca. einer Woche abgeschlossen. Dieses Gemisch wurde dann ausgepresst und mehrfach gefiltert, bis man eine klare, bernsteinfarbene Flüssigkeit erhielt.

Vor mehr als 5000 Jahren, demnach lange vor den Römern, hielten unsere Vorfahren die alljährliche Ankuft der Killerwale in den Höhlen nahe Zahara de los Atunes fest. Die Killerwale können von Mitte Juli bis Ende August bei ihrer Jagd nach rotem Thunfisch an dieser Stelle beobachtet werden. Die antiken Höhlenmalereien stellen die Art und Weise wie man den Thunfisch fangen kann dar. Als Almadraba bezeichnet man sowohl Fangeinrichtung als auch eine traditionelle Art des Thunfischfangs in Spanien. Die Fangtechnik hat sich in den letzten tausend Jahren kaum verändert. Hierfür verwenden die Fischer Stellnetze, die am Grund des Meeres mit Ankern befestigt werden und als Fischzaun wirken. Im 21. Jahrhundert findet die Fangmethode immer seltener Anwendung, da der Thunfisch durch industrielle Überfischung vom Aussterben bedroht ist und die Fangergebnisse schon ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus wirtschaftlichen Gründen vielerorts zur Einstellung des Betriebs führten.

Im Besucherzentrum des Nationalparks – Straße von Gibraltar – bestaunten die Schüler, ein vor wenigen Jahren an Land geschwemmtes Exemplar des Riesenkalmars. Wahrscheinlich leben diese Tiere in einer Tiefe von über 300 Metern unterhalb des Meeresspiegels. Aus diesem Grund sind auch erst seit dem Beginn der Tiefseefischerei mit Schleppnetzen häufigere Fänge der Tiere bekannt geworden, teilweise wurden auch Überreste in Walmägen gefunden.

An der Valdevaqueros Düne nahe Bolonia bot sich den Schülern die Möglichkeit Chamäleons in freier Wildbahn zu beobachten. Während einer Wanderung durch die Pinienwälder und vorbei an 100 Meter hohen Klippen gab uns der Biologe Francisco Jiménez Erklärungen zur Flora und Fauna dieses Schutzgebietes.

Dadurch, dass sie die unglaubliche Vielfalt und Schönheit der Straße von Gibraltar sowie deren natürlicher Umgebung erleben und erfahren konnten, wurde den Schülern bewusst, dass diese intakte Umwelt erhalten bleiben muss. Hervorzuheben ist zudem, dass die Studienreise großzügig vom Fonds National de la Recherche unterstützt wurde.

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