Scheck über 62.000 EuroFondation Cancer unterstützt Forschungsprojekt

Strategie einer kombinatorischen Immuntherapie gegen hoch aggressiven, metastasierten Brustkrebs

Im Rahmen der Forschungsförderung der Stiftung haben Dr. Carlo Bock, Präsident der Fondation Cancer, und Direktorin Lucienne Thommes den Forschern Dr. Guy Berchem und Dr. Bassam Janji vom Luxembourg Institute of Health (LIH) einen Scheck über 62.000 € überreicht. Ziel des CD47 and PD-1 blockade: a new cutting edge COMBI approach to simultaneously stimulate macrophages and re-activate T cell-mediated destruction of highly aggressive metastatic breast tumors genannten Projekts ist es, eine Strategie der kombinatorischen Immuntherapie bei hoch aggressivem, metastasiertem Brustkrebs zu erforschen.

Warum schaffen es unsere Immunzellen nicht, die Tumorzellen in unserem Körper effizient zu zerstören?

Diese Immunzellen sind mit sogenannten immunitären Kontrollpunkten – auf Englisch „immune checkpoints" – ausgestattet: PD-1 und CTLA-4 für die T-Lymphozyten sowie SIRPa für die Makrophagen. Dank dieser immunitären Kontrollpunkte können die Immunzellen Mitteilungen empfangen und so je nach der jeweiligen Situation aktiviert oder deaktiviert werden. Dieser Sicherheitsmechanismus unseres Immunsystems (der z. B. dazu dient, sogenannte Autoimmunerkrankungen zu verhindern, bei denen die Immunzellen gesunde Zellen angreifen) hat auch Lücken, da die Tumorzellen ihn umgehen können und so der Immunüberwachung entkommen.

Um die Immunzellen zu desaktivieren, entwickeln die Tumorzellen auf ihrer Oberfläche Schutzschilde (wie den PD-L1 und CD47). Diese Schutzschilde, "Ligands" genannt, besitzen die Fähigkeit, sich mit den Kontrollpunkten des Immunsystems zu verbinden, die sich an der Oberfläche der T-Lymphozyten (PD-1) oder der Makrophagen (SIRPa) befinden. Auf diese Weise desaktivieren die Tumorzellen die Wachsamkeit der Immunzellen und hemmen ihre Fähigkeit, sie zu töten.

Wie funktioniert die auf Inhibitoren der Immunkontrollpunkte basierende Immuntherapie?

Die Immuntherapie – eine jüngst mit dem Nobelpreis für Medizin und Physiologie 2018 ausgezeichnete Entdeckung – versucht, diese "gefährlichen Verbindungen" zu verhindern, indem sie monoklonale Antikörper in den Körper des Patienten einführt. Diese Antikörper können sich entweder an den auf der Oberfläche der Immunzellen befindlichen Immunkontrollpunkten festsetzen oder auf den Ligands dieser Kontrollpunkte, die sich auf der Oberfläche der Tumorzellen befinden. Diese Antikörper wirken dann wie eine Art Korken, der die beschriebenen gefährlichen Verbindungen zwischen den Immunkontrollpunkten und ihren Rezeptoren verhindert. Auf diese Weise wird die den Immunzellen auferlegte Hemmung bei der Zerstörung der Tumorzellen aufgehoben.

Spektakuläre Ergebnisse ... jedoch nicht für alle Krebsarten

Die ersten Ergebnisse der Immuntherapie-Behandlung auf Basis des Einsatzes von Antikörpern Anti-PD-1/PD-L1 geben zu der Hoffnung auf eine signifikante Verbesserung der Lebensdauer bei den Patienten, die positiv auf die Behandlung reagieren, Anlass. Heute ist diese Behandlungsart in etwa 30 % der Fälle wirksam. Studien belegen, dass die Wirksamkeit der Behandlung je nach Art des Tumors schwankt. Konkrete Behandlungsfortschritte durch Immuntherapie konnten bereits bei Hautkrebs (Melanom), bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, bei Hodgkin-Lymphom sowie bei Blasen-, Nieren-, Gehirn- und Halskrebs festgestellt werden.

Im Fall von Brustkrebs ist die Wirksamkeit der auf den Antikörpern Anti-PD-1/PD-L1 basierenden Immuntherapie nicht zufriedenstellend, da die klinischen Tests zeigen, dass der Anteil einer positiven Antwort bei Patientinnen mit Brusttumoren vom Typ dreifach negativ, die PD-L1 positiv sind und eine Resistenz hinsichtlich der Chemotherapie entwickelt haben, bei nur 19 % liegt. Die Mehrheit dieser Krebstumore bleibt deshalb für diese Therapie unempfänglich. Eine der wichtigsten Ursachen für diese Resistenz ist wahrscheinlich die Anpassung des Tumors an die angeborene (Makrophagen) und erworbene (T-Lymphozyten) Immunität – oder anders ausgedrückt: die Weiterentwicklung der Fluchtstrategien der Tumorzellen vor der Immunüberwachung.

Die Förderung der Fondation Cancer

Die von Dr. Guy Berchem und Dr. Bassam Janji im Laboratory of Experimental Cancer Research des LIH durchgeführten Forschungen haben gezeigt, dass Brustkrebszellen, die mutiert sind und eine bösartige Veränderung erfahren haben, sodass sie in der Lage sind, sehr viel leichter Metastasen zu bilden, ihrer Überwachung und Zerstörung durch die Immunzellen aufgrund der Produktion einer großen Anzahl der Rezeptoren CD47 und PD-L1 entgehen. Diese Art der Mutation und Veränderung begünstigt also das Entkommen der Krebszellen, die Hemmung der von T-Lymphozyten und Makrophagen abhängigen Immunantwort und trägt folglich zur Resistenz gegen die Immuntherapie bei. Vor diesem Hintergrund hat sich die Fondation Cancer entschlossen, ein innovatives Forschungsprojekt im Bereich der Immuntherapie zu finanzieren, das sich der Untersuchung der kombinierten Hemmung von CD47 und PD-1 widmet. Eine solche Kombination würde gleichzeitig die von den Makrophagen abhängige Immunität (über den Kontrollpunkt der Makrophagen CD47) sowie die von den T-Lymphozyten abhängige erworbene Immunität (über den Kontrollpunkt der T-Lymphozyten PD-1) reaktivieren. Sie könnte bei Patientinnen mit metastatischem und hoch aggressivem Brustkrebs zu einer breit angelegten Immunantwort führen, die von den T-Lymphozyten und den Makrophagen gleichzeitig gesteuert würde.

Die Fondation Cancer, für Sie, mit Ihnen, dank Ihnen. 1994 in Luxemburg gegründet, setzt sich die Fondation Cancer seit über 20 Jahren im Kampf gegen den Krebs ein. Neben Informationen über Prävention, Früherkennung und Leben mit Krebs besteht eine ihrer Missionen darin, Patienten und ihre Angehörigen mit vielfältigen Angeboten zu unterstützen. Die Förderung von Forschungsprojekten rund um das Thema Krebs bildet eine weitere wichtige Säule der Arbeit der Fondation Cancer, die alljährlich das große Solidaritätsevent Relais pour la Vie veranstaltet. Die Missionen der Fondation Cancer können nur dank der Großzügigkeit ihrer Spender erfüllt werden.

Wenn auch Sie die Forschung unterstützen möchten, können Sie Ihre Spende auf das Konto der Fondation Cancer überweisen: CCPL IBAN LU92 1111 0002 8288 0000 oder online unter www.cancer.lu.