Lieserbréif vum Alain LorangSind die Luxemburger petitionsmüde?

Brach die Petition 698 (Luxemburgisch als erste Amtssprache) mit fast 15.000 Unterschriften noch alle Rekorde und war die Petition 762 (30 Tage Urlaub) noch ein medialer Renner, so fragt man sich doch mittlerweile, wenn man sich die aktuellen Petitionen und deren Zulauf ansieht, ob der Luxemburger vielleicht petitionsmüde geworden ist.

4500 Unterschriften sind bekanntlich nötig, damit sich die Abgeordnetenkammer mit einer Petition befasst. Keiner der aktuellen und der bald auslaufenden Petitionen hat bisher diese Quota erreicht.

Dies mag man jetzt damit abtun, dass die aktuellen Forderungen nicht die allgemeine Meinung vertreten. Das mag wohl für die eine oder andere Petition der Fall sein. Nimmt man aber beispielsweise die aktuelle Petition 785 (Nein zum Französischunterricht in den Kitas...), die den Nerv der Ferventen der luxemburgischen Sprache doch treffen dürfte, ist es doch erstaunlich zu sehen, dass hier nicht einmal 4000 Unterschriften zusammengekommen sind, und dies eine knappe Woche vor Ablauf der Frist.

Interessant auch in diesem Zusammenhang ist die Forderung das Luxemburgische als Pflichtsprache in den Kliniken einzuführen (Petition 767). Zwar erst seit 2 Tagen online, scheint auch diese Petition leider nicht so richtig in Fahrt zu kommen.

Nun stellt sich doch dem Beobachter die Frage: Warum?

Wenn man nun nüchtern betrachtet, was bei den Petitionen herausgekommen ist, die es bis in die Abgeordnetenkammer geschafft haben, kommt man wohl oder übel zum Schluss, dass die Luxemburger wohl petitionsmüde geworden sind.

Wenn wir bei den beiden oben zitierten medienwirksamen Petitionen bleiben, kann man nut schlussfolgern, dass das Ganze nichts gebracht hat. Mitspracherecht ja, aber das letzte Wort hat die „Chamber".

Das ist natürlich zutiefst frustrierend, und Sinn und Zweck der Petitionen werden in Frage gestellt. Das ist zudem zutiefst schade, da es höchst demotivierend ist. Und genau dem sollte man sich gegenüberstellen.

Wir sollten unser Mitspracherecht ausüben. Denn wenn durch Petitionsmüdigkeit keine Petition mehr das Quota von 4500 Stimmen erreicht, machen wir es der Politik zu einfach. in einer Demokratie sollte Mitbestimmungsrecht gelten, nicht davon Gebrauch zu machen ist undemokratisch.

Ich fordere deshalb alle Leser auf (auch in eigener Sache – Petition 792 - , das möchte ich hier nicht verschweigen), sich regelmässig die Petitionen auf chd.lu anzusehen und von ihrem demokratischen Mitspracherecht Gebrauch zu machen. L’union fait la force!

Alain Lorang

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