Lieserbréif vum Frank BertemesTrauerspiel…und nicht nur zur Weihnachtszeit!

„Ich kenne den Atheismus durchaus nicht als Ergebnis, noch weniger als Ereignis: er versteht sich bei mir aus Instinkt. Ich bin zu neugierig, zu fragwürdig, zu übermütig, um mir eine faustgrobe Antwort gefallen zu lassen. Gott ist eine faustgrobe Antwort, eine Undelikatesse gegen uns Denker - im Grunde sogar ein faustgrobes Verbot an uns: ihr sollt nicht denken!“

Für Maître Gaston Vogel ist er ganz einfach „le plus grand“. Friedrich Nietzsche. Er, der Schriftsteller, Poet, Philosoph  und Baseler Professor der klassischen Philologie war jedenfalls formell: die christliche Religion enthält keine Wahrheit, sie ist eine Ausgeburt der Angst. Persönliche Interpretation: Dogmatismus, Macht, Geld, Güter und Kapital, zusammengefasst:  Gier ….und wo landen wir da, heuer sehr aktuell in Mariens beschaulichem Ländle, und das brandaktuell zur „Weihnachtszeit“: bei Nietzsches Einschätzung in seinem Hauptwerk „Also sprach Zarathustra“ – ein „Buch für Alle und Keinen“ (Erstdruck 1883). Das eines  wahrlich voll bestätigt, nämlich:  „Gott ist tot, an seinem Mitleiden mit den Menschen ist Gott gestorben“. Das als philosophischer Beitrag der entsprechenden „Bemühungen“ in ebendiese Richtung der Catholica, Filiale Marienland. Genauer im Kontext des internen Trauerspiels der besonderen Art, sprich im „Match“ ohne Winterpause : Bistum gegen Kirchenfabriken, das ob des rezenten Auftritts ihrer Echternacher Vertreter als fast schon  lächerlich einzuschätzen ist und realpolitisch beweist, um was es der katholischen Kirche der (vermeintlichen) „Nächstenliebe und Bescheidenheit“ in Wahrheit und Wirklichkeit, meint live und in Farbe,  tatsächlich geht. Mit einem dieses Trauerspiel verfolgende  Land , das kopfschüttelnd zuschaut.

Man mutiert als Atheist schon fast zum Fan des Erzbischofs, der im Sinne der vom Vatikan vorgegebenen Trennung von Kirche und Staat handelt, eine Tatsache, die in der öffentlichen Diskussion sehr leicht vergessen wird. Doch immerhin. Es sind eben nicht nur die (guten!) blaurotgrünen Regierungsvertreter, die ebendiese Trennung durchziehen wollen, sondern eben auch der Vatikan, meint also der Papst,  himself! Und in dessen Auftrag dann eben auch die Verantwortlichen des Bistums handeln. Mit der Regierung eben!  Doch was für ein Trauerspiel im Sinne von „sie predigen Wasser und trinken Wein“ heuer und in real bewiesen so abgeht, unterstützt Nietzsches Rütteln an den Grundwerten „Wahrheit“, „Moral“ und „Religion“. Er setzte an ihre Stelle den „Nihilismus“ – das „Nichts“. Aufgabe des Menschen ist es nach Nietzsche nämlich in dieser Situation nicht zu resignieren, sondern alle Werte umzuwerten und „neue Werte auf neue Tafeln“ zu schreiben“. Sehr richtig und brandaktuell eben auch hierzuländchen - positiv betrachtet! Wir leben schließlich im 21. Jahrhundert der (nebenbei bemerkt) falschen, weil christlichen Zeitrechnung. Das sollten auch die bislang völlig unkontrolliert handelnden Lokalmatadoren der „Kirchenfabriken“ doch bitte sehr zur Kenntnis nehmen und sowohl ihren Bistumsverantwortlichen als auch den zuständigen Ministern endlich zuhören!

Und das nicht nur zur Weihnachtszeit, wäre man den katholischen Predigern und Verwaltern ihrer diversen Güter und Gelder geneigt zu empfehlen. Und zwar durchaus  im Sinne des von ihnen heuer gefeierten  Geburtstages  ihres „Jesus“, dessen Lehre (die wir dann für einmal ohne Bewertung und im Sinne der philosophischen Interpretation Nietzsches zur  Kenntnis nehmen wollen) auf „reine, freie, formverachtende Innerlichkeit  gerichtet sein soll, eine Religion der edlen und freien Gefühle, die die Welt  überwunden haben.“ So die Lehren eines garantiert bistumsfernen Jesus Christus und das im Gegensatz zum „paulinisch-kirchlichen Christentum“ (so Nietzsche), das die organisierte Äußerlichkeit und damit die Verneinung alles dessen, was ebendieser Jesus lehrte, wahrlich  ein Hohn auf seine Menschenliebe, Friedfertigkeit, Sanftmut und  Gerechtigkeit.

Ein Trauerspiel eben.

Sehr aktuell-im Kontext dessen, was an dieser Stelle thematisiert sein soll.

Und das  nicht nur zur Weihnachtszeit…

Frank Bertemes



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