Lieserbréif vum Olivier CanoMindestlohnerhöhung? Kein Populismus sondern ein Prinzip!

Warum arbeitet man? Weil Arbeit einem ermöglicht sich selbst zu erfüllen? Weil Arbeit ein Teil des sozialen Lebens ist und es ermöglicht sich persönlich als auch eine Gesellschaft zu entwickeln? Oder aber, weil es das einzige Mittel zu einem dezenten Leben ist?

Für die meisten Arbeitnehmer mögen diese Aussagen gelten, für 45 000 Arbeiter in Luxemburg aber stimmt letztere mit Sicherheit nicht. Laut Statec liegt der monatliche Betrag für eine allein stehende Person um hier in Luxemburg dezent leben zu können aktuell bei 1923€. Der unqualifizierte Lohn liegt jedoch bei 1998.15€ nach Abzug der Steuern und Abgaben stehen einem alleinstehenden Arbeitnehmer umgerechnet 1885.99€ monatlich zu Verfügung. Somit verdient eine Person die hier in Luxemburg 40 Stunden die Woche arbeitet nicht einmal genug um laut Statec dezent Leben zu können. Das in einem Land das pro Capita das reichste Land der Welt ist, was jedes Jahr zwischen 4-5% Wachstum hat und dennoch nicht in der Lage ist ein Lohn Niveau zu erreichen das jedem Arbeitenden einen dezenten Lebensstandard garantiert. Dazu kommt dass 11.9% der arbeitenden Bevölkerung riskiert unter die Armutsgrenze von 1689€ zu rutschen.

Natürlich kommen nun die allgemeinen Patronats Vorwürfe dass in einem Land mit hohen Löhnen die Armutsgrenze natürlich sich deutlich über dem europäischen Durschnitt befindet und somit geht es den unteren Schichten hier noch immer besser als im Ausland. Es ist offensichtlich dass wir in Luxemburg weniger von materiellen Armut sprechen dennoch ist das fundamentale Problem von Armut hier im Land, dass sie sozial marginalisiert und somit handelt es sich mehr um soziale Armut die unsere Gesellschaft immer mehr spaltet. Die daraus resultierende Gefahr für die soziale Kohäsion ist nicht zu leugnen, dies bestätigt auch der letzte Gini Koeffizient der bei 0.31 liegt und somit gestiegen ist im Vergleich zum Vorjahr.

Wenn wir nicht wollen, dass die Anzahl der "working poor" in diesem wohlhabenden Land noch mehr ansteigt müssen wir handeln und dazu gehört auch eine Mindestlohnerhöhung die durchaus teilweise durch eine Steuererleichterung getragen werden kann. Würde man den Mindestlohn Steuerfrei machen, eine Option die die LSAP in Betracht zieht, befände sich jeder Arbeitnehmer über den 1923€ die man braucht um in Luxemburg dezent Leben zu können, ein Wert der Unabhängig ist von der Lohnentwicklung und dem Niveau der Löhne. Demnach grenzt die Patronat Kritik mit dem klassischen Wettbewerbsfähigkeit Verlust eher an Populismus als die Forderung für mehr Gerechtigkeit. Jemand der 40 Stunden die Woche arbeitet soll und muss genug verdienen um unabhängig von staatlichen Mitteln Leben zu können. Vielleicht ist es Utopisch zu denken dass jeder mit seinem Lohn ohne Hilfe auskommt dennoch kann man sich die Frage stellen ob Arbeit und die ausbezahlten Löhne aber nicht genau diese Unabhängigkeit bringen sollen. Dazu kommt dass jeder der behauptet dass 100€ monatlich mehr keinen Unterschied machen und keine substanzielle Verbesserung für diesen Teil der Bevölkerung darstellen, nie mit 1885.99€ auskommen musste.

Demnach handelt es sich nicht bei der aktuellen Mindestlohn Debatte um billigen sozialen Populismus, sondern um eine Frage des Prinzips in wie fern unsere Gesellschaft für Gerechte Arbeitsverhältnisse sorgt, die jedem die Möglichkeit geben in Würde zu Leben. Natürlich ist diese Erhöhung nicht die einzige Lösung, der Wohnungsbau ist ein anderer Brennpunkt der besonders die schwachen trifft, und auch bei den staatlichen Hilfen muss ausgebessert werden. Doch wenn wir über qualitativen Wachstum reden müssen wir auch unserem Wohlstand Rechnung tragen und dafür sorgen dass dieser auch bei den unteren sozialen Schichten ankommt, und somit allen zugutekommt.


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