Lieserbréif vum Claude A. HemmerEs wahlkampf-et sehr.

Es wahlkampf-et sehr.

Eigentlich nicht ungewöhnlich, immerhin sind in sechs Monaten Gemeindewahlen und ein Jahr später Landeswahlen. Noch sind nicht alle Parteikongresse abgehalten, doch der Ton ist gegeben.

Man kann als Außenstehender nicht jeden Nonsens kommentieren, auch nicht jedes falsche Versprechen oder andere Lüge anprangern, es gibt jedoch immer wieder Aussagen, welche Anstoß zu eigenen Überlegungen geben.

Mir haben es Aussagen vom Vizepremier und Wirtschaftsminister  angetan. Er hat nicht bis zum LSAP Kongress gewartet, schon zum Jahreswechsel hat er eine Diskussion über die Arbeitszeit  entfacht  und damit auch koalitionsintern wahrscheinlich für Aufregung gesorgt. Daraus hat er dann eine Diskussion über Produktivitätsgewinne abgeleitet und beim LSAP Kongress aufgewärmt.. Wenn Arbeitszeitdiskussion in den Ohren potentieller Wähler eigentlich nur Arbeitszeitverkürzung bedeuten kann, sind Produktivitätsgewinne schon etwas vielschichtiger und verlangen nach einer verständlichen, einfachen, fast hätte ich gesagt „populistischen“ Erklärung.( Das kann jedoch nicht sein, weil populistisch sind und agieren nur die anderen.) Diese liefert der Minister dann gleich mit.

Nun ist der Begriff „Gewinn“ schon ein Schmuddel- oder Reizwort für die Sozialisten aus allen Parteien. Wenn sie es trotzdem in den Mund nehmen, dann nur in direkter Verbindung mit dem Ruf oder der Forderung nach Verteilung. So meint der Minister, diese Produktivitätsgewinne dürften nicht nur den Unternehmen zugutekommen sondern auch die Arbeitnehmer sollten davon profitieren, sei es über verkürzte Arbeitszeiten, sei es über höhere Löhne. Das leuchtet dem Wahlvolk ein und es bleibt nur noch die Frage wer, Arbeitnehmer oder Arbeitgeber, wie viel vom  Produktivitätsgewinn   abbekommt. Sie  soll jetzt zwecks Entscheidung in die Politik getragen werden. Diese von “ Anmaßung von Wissen“(Friederich von Hayek) geprägte Politik wird dann schon den richtigen „sozialgerechten“ Mix festlegen.

Nun ist Produktivität einfach ausgedrückt, eine Verhältniskennzahl zwischen Input und Output, also zwischen Mitteleinsatz und Produktion. Sie misst  z.B. wie sich die Produktion pro Arbeitsstunde entwickelt. Es kann aber auch die Produktivität des eingesetzten Kapitals gemessen werden, also die Produktionssteigerung  durch neue Investitionen. Beide sind natürlich nicht unabhängig. Die Arbeitsproduktivität nimmt nicht zu, weil der Arbeitnehmer schneller arbeitet sondern weil ihm bessere Werkzeuge, Maschinen oder Software (also Kapital) zur Verfügung gestellt wird.  Diese erfordern oftmals wiederum besser ausgebildete Arbeitskräfte.

Während sich also die Sozialisten aller Couleurs darum streiten, wer von beiden, Arbeitgeber oder Arbeitnehmer, den Löwenanteil des Produktivitätsgewinnes einstreichen soll, vergessen sie eine grundlegende Komponente. Obschon es einfacher ist, und deshalb für Parteikongresse geeigneter, die Verteilung auf zwei potentielle Nutznießer zu beschränken, gibt es in der Realität einen dritten, wichtigeren und stärkeren Mitstreiter.

Dieser Mitstreiter ist der Konsument, der verlässt sich weniger  auf politische Versprechen oder parteipolitische Entscheidungen, er vertraut auf den Markt mit Angebot und Nachfrage und hauptsächlich den sich daraus bildenden Preisen. Wenn die beiden erstgenannten den „Gewinn“ unter sich verteilen wollen, sowie es die sozialistische Lesart vorgibt, legt der Markt sein Veto ein. Produktivitätssteigerungen kommen auf einem Markt primär dem Konsumenten zugute, sei  es in Form von Preissenkungen, Preisstabilität trotz Qualitätszuwachs oder verbesserter Produkte.(Die fatalen Auswirkungen der ruinösen staatlichen Währungspolitik sollen hier ausgeblendet bleiben)

Die Politik sollte sich also tunlichst aus der Verteilung von sogn. Produktivitätsgewinnen heraus halten. Wenn die Politik quasi per Gesetz diesen hypothetischen Gewinn zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber aufteilt, werden beide verlieren, weil der Dritte im Bunde sich umentschieden hat und zur Konkurrenz übergelaufen ist, welche nicht dem primitiven Interventionismuswahn der Politik unterliegt .

Die beiden Streithähne hat er dabei aussortiert. Die Politik wird sich dann fortan  rühmen, die fatalen Konsequenzen dieser marktgerechten Aussortierung „sozialgerecht“ abzufedern………………….

Claude A. Hemmer

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