Lieserbréif vum Daniel MiltgenZum geplanten Ausbau der Düdelinger Autobahn

Offener Brief an den Herrn Nachhaltigkeitsminister François Bausch.

 
Was hat das „Virus Auto“ im Kopf der Menschen angerichtet?

 

Sehr geehrter Herr Minister,

Verkehrsplaner sind sich eins und stehen voll hinter den Worten von Hans Jochen Vogel (SPD), der bereits im Jahre 1972 anmahnte: „Wer Straßen sät, wird Staus ernten“.

Es ist durchaus verständlich, dass die im Tiefbau tätigen Bauingenieure Ihnen das Gegenteilige erzählen, dies ändert aber keinen Deut an den real existierenden Naturgesetzen, die Sie, Herr Minister, vor geraumer Zeit noch so hoch schätzten.

Der Wiener Univ. Prof. Herman Knoflacher, ein Experte den der Mouvement Ecologique als renommierter Verkehrswissenschaftler immer wieder nach Luxemburg eingeladen hat, beschrieb einst das Thema folgendermaßen: „Straßenausbau als Antwort auf Stau macht das System attraktiver. Immer mehr nutzen es und am Schluss resultiert ein noch größerer Stau als zuvor“.

Eine Studie der beiden kanadischen Forscher Gilles Duranton und Matthew Turner, in welcher beide den Zusammenhang zwischen Straßenbau und Verkehrsaufkommen am Beispiel der Vereinigten Staaten empirisch untersuchten, belegt eindeutig, dass H. Knoflacher Recht hat. „Mehr Strassen sind kein Mittel zur Bekämpfung des Staus“.

„Eine Verdoppelung der Strassen verdoppelt den Verkehr. Dieses Ergebnis ist unabhängig vom Bevölkerungswachstum, von der wirtschaftlichen Entwicklung und von anderen ökonomischen Faktoren. Auch die Frage, wie gut und dicht das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln ist, spielt für die Entwicklung des Autoverkehrs so gut wie keine Rolle, stellen die Forscher fest“, so Olaf Storbeck.

„Aber woher kommt der zusätzliche Verkehr? Auch dieser Frage sind Duranton und Turner nachgegangen. Der wichtigste Faktor, so stellen sie fest, ist: Das Fahrverhalten der Menschen ändert sich. Sie fahren häufiger Auto, wenn das Straßennetz ausgebaut wird“.

Deswegen, Herr Minister Bausch, im Namen der Umwelt, der Natur und der Finanzen, ziehen Sie den Irrsinn zurück.



Mit freundlichen Grüßen.

Daniel Miltgen

Ing. für Raumplanung und Raumordnung der TU Wien


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