Lieserbréif vum Daniela NoesenBiologisch gleich Ideologisch?

Die Biolandwirtschaft ist in aller Munde, immer wieder und immer öfter, sowohl bei den Konsumenten auf physische Weise, als auch politisch bei den Vertretern der Landwirtschaft. Wie kann dazu beigetragen werden den Anteil der biologischen Produktion zu erhöhen, wo doch die Nachfrage so groß ist? Teilumstellung heißt das Zauberwort, das eine ökonomische Lösung für die gebeutelte Mainstream-Landwirtschaft verspricht und dabei gleichzeitig den Anteil an Biolandwirtschaft im Land erhöhen soll. Damit müssten doch alle Parteien glücklich werden können. Leider wird hier, im Kern, einfach nicht verstanden, um was es eigentlich geht. Grundsätzlich muss das Ziel sein, den Betrieb komplett biologisch zu bewirtschaften. Dann ist ein kreislauforientiertes Wirtschaften möglich, das die natürlichen Ressourcen sinnvoll nutzt und nicht nur be-nutzt. Die Kerngedanken, die der biologischen Wirtschaftsweise zugrunde liegen, unterliegen zwar den Basisrichtlinien der EU und ein „Wirtschaften nach Vorschrift“ ist möglich, aber zu der ganzheitlichen Biobewirtschaftung gehört auch die sinnvolle Anwendung derselben. Und diese Haltung zum Biolandbau ist weder puristisch noch ideologisch, sondern einfach nur folgerichtig und im sachlichen Kontext zu verstehen. Man könnte eher umgekehrt fragen: „Ist es nicht ideologisch, wenn man trotz der Tatsache, dass chemisch-synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel unsere Böden und das Grundwasser belasten und die durch die frühere Agrikultur geschaffene Biodiversität drastisch verarmen lassen, weiter auf eine Landwirtschaft setzt, die ihre eigenen Grundlagen und dann, in letzter Konsequenz, sich selbst zerstört?“
Der Verbraucher hat dies weitestgehend verstanden und er hat Vertrauen in die Biolandwirte, die Biolandwirtschaft im ganzheitlichen Sinne betreiben. Alles andere ist daher lediglich als zeitlich begrenzte Übergangslösung zu sehen, genauso, wie Herr Bettel es immer wieder betont hat. Nur dass es vom Landwirtschaftsministerium und seinen Verwaltungen nicht in dieser Form umgesetzt wird. Wer soll das noch verstehen?

(Daniela Noesen, Bio-Lëtzebuerg)

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