Lieserbréif vum Fernand ZeutziusMudam: Chantier fir Fassad

Fernand ZEUTZIUS, ist derjenige der 1997 feststellen musste, dass schon öffentliche Ausschreibungstexte mitsamt Plänen im Ausland auf den Unternehmertischen lag, ehe es überhaupt zu einer Ausschreibung kam (sic).

‘Lettre Ouverte’ odert Brief an die Redaktionen zu einem Presseartikel im LW mit Datum vom 1. September 2017 mit der Schlagzeile : Teile des Mudam sind unter einem Gerüst verhüllt, darunter verbirgt sich eine fast neue Fassade.

Normalerweise wenn ich noch immer, auch nach 20 Jahren (= Beginn der Pei-Affäre), auf diese Pannenbaustelle angesprochen wurde, antwortete ich dass ich diese pei-nliche Akte aus meinem Gehirn verdrängt habe. Nachdem ich seit dem 1.9. d.J. zu oft auf diese Angelegenheit angesprochen wurde, möchte ich meine freie Meinung über diese schon wieder Baustelle äussern. Vorab soll sich jeder Kunde oder Konsument mal vorstellen, wenn er schon nach nur 10 Jahren wieder sein Gebäude mit einem teuren Gerüst verhüllen müsste, um seine Fassade zu überarbeiten. Meine Chromolith-Fassade, auch von Wald umgeben, wurde nach 20 Jahren fit gemacht, obwohl sie noch mindestens weitere 20 Jahre ohne Probleme überlebt hätte. Meine normal behandelte Natursteinfassade (mit Steinen aus unserer Gegend) wird wahrscheinlich mich überleben, dies ohne grössere Instandsetzungsmassnahmen. Ich nehme es der wahrscheinlich noch jungen Journalistin nicht übel, die sich hier etliche Bären aufbinden lassen hat und es bedarf einiger Richtigstellungen zu dieser Steuergeldvernichtungsmaschine.

-          Die falschen Kalksteine aus südlichem Gefilde (Magny Doré – qualité Le Louvre haben einen schönen Marketingnamen, nur gab und gibt es keine Magny Doré Steine mehr; dies wurde bewiesen in der berüchtigten Pei-Affäre) sind ungeeignet für aussen in unserem Breitengrad. Also bitte soll man nur über banale helle Kalksteine schreiben.

-          Über das Sandwerfen für die Fugen kann man streiten und ich hätte beim Mudam-Bau auf jeden Fall eine nicht verfugte, adequat hinterlüftete Fassade geraten; (dafür müssten aber die Fugenschlitzen 8 mm betragen um zu verhindern dass die Oberfächenspannung des Regenwassers eine “Brückenbildung” zwischen den Fugenflanken ermöglicht – cf. Schadis, Die Datenbank zu Bauschäden).

-          Ein Bekannter hat mir letzten Samstag verraten, dass die für mich und auch für andere Spezialisten zu weichen Kalksteine zu anfällig sind für den Aussenbereich.

-          Es wird jetzt geschrieben, dieser Stein sei sehr pflegeleicht. Naja, desshalb muss er mit Schwämmen behutsam behandelt werden. Ein normaler Fassadenstein kann ruhig schonend mit Partikelstrahl bearbeitet werden und das kann man auch mit Hilfe von Steigern-Hebebühnen-usw, ohne teure Einrüstung unternehmen; aber wahrscheinlich muss man jetzt schon – nach nur 10 Jahren - ausser Putzen auch Reparieren-Nachbessern.

-          ... ich könnte noch weitere Missstände hier aufzählen, aber diese Überarbeitung des MUDAM’s bestätigt alle korrekte Aussagen von Sachverständigen, die sich gegen einen zu weichen Kalkstein in der Pei-Affäre ausgesprochen hatten. Etliche Beteiligte sind leider inzwischen zu jung respektiv zu früh verstorben und können sich so nicht mehr über diese Tatsachen beschweren; andere Akteure wie Robert Goebbels, Erna Hennicot-Schoepges, Fernand Pesch, Fernand Otto, Luc Dhamen, ... usw. haben sich  auf dieser Pannenbaustelle – gemäßigt ausgedrückt - nicht mit Ruhm bekleckert.