Lieserbréif vum Jean-Claude ThümmelDe Landesverband stellt sech nei op

Landesverband stellt sich neu auf!

So das Motto des 66. Kongresses des FNCTTFEL-Landesverbandes und damit Programm. Nicht nur optisch sondern auch politisch will sich die traditionsreiche linke Gewerkschaft neu positionieren. Die fühlbare Aufbruchstimmung hat schon jetzt ihre Wirkung gezeigt. Die Medien sind hoch interessiert am zukünftigen Programm der Gewerkschaft und an den definierten Prioritäten. Prioritäten die nicht wirklich neu sind. Zielsetzungen auf die sozusagen neue Köpfe gesetzt wurden. Die Verantwortungsbereiche werden neu geordnet. Das ist ein guter Ansatz der sicherlich Lob verdient. Die Statutenänderungen die der 66. Kongress gebilligt hat, führen zudem auch noch zu einer Erweiterung der Verantwortungsbereiche. So wird in Zukunft ein beigeordneter Generalsekretär dem neuen und relativ unerfahrenen, aber hochmotivierten Generalsekretär tatkräftig zur Hand gehen. Zurück zu den Wurzeln sozusagen. Dann wird es noch einen Berater mit spezifischen Kenntnissen geben der in enger Zusammenarbeit mit dem neuen Präsidenten die Gewerkschaftsarbeit weiter professionalisieren soll. Auch das ein sehr guter Ansatz. Die dritte nicht minder bemerkenswerte Neuerung besteht darin dass der Kongress in die neue Verbandsleitung einen Verantwortlichen für Mitgliederwerbung und Mitgliederbetreuung gewählt hat. Angesichts stagnierender Mitgliederzahlen in allen Bereichen in denen der Landesverband aktiv ist, ein wichtiges und richtiges Signal. Wir wissen dass viele Gewerkschaften in etwa das gleiche Problem haben. Nämlich die Jungen und Jüngeren für die Gewerkschaft zu begeistern. Es reicht heutzutage nicht mehr aus, eine mehr oder minder attraktive Facebook-Seite zu haben. Die Generation die angesprochen werden soll, ist was visuelle Reize anbelangt definitiv übersättigt. Und passives Konsumieren löst sicherlich auch nicht den Knoten. In unserer heutigen Informationsgesellschaft wird es immer wichtiger Interaktivität in den Vordergrund zu stellen. Will man also die Mitgliederbasis breiter machen kommt man nicht umhin sich intensiver mit den Problemen der Beschäftigten auseinander zu setzen die man überzeugen will. Mitgliederwerbung und in einem gewissen Masse Mitgliederbetreuung funktioniert heute komplett anders als noch vor 20 Jahren. Dessen muss man sich bewusst sein wenn man diese für das Überleben der Gewerkschaft äusserst wichtige Aufgabe mit Leben erfüllen und nicht an den ersten Widerständen scheitern will. Die von den befreundeten Gewerkschaften im nahen oder weniger nahen europäischen Ausland gemachten Erfahrungen können eine wichtige Stütze beim Aufbau eines ambitionierten Programms für Mitgliederwerbung und -betreuung sein.

Aktionsprogramm

Der 66. ordentliche Kongress hat aber nicht nur eine neue Führungsmannschaft gewählt. Nein, er hat auch eine richtungsweisende Resolution verabschiedet die das eigentliche Aktionsprogramm der Gewerkschaft für die gerade angebrochene Mandatsperiode darstellt. Man hat sich so einiges vorgenommen. Unter den « Titeln Solidarität und soziale Mobilisierung » und « Für mehr Verteilungsgerechtigkeit », fordert der 66. Kongress eine Abkehr von Liberalisierung und Privatisierung hin zu einer europäischen Zusammenarbeit für mehr Solidarität und für eine soziale Mobilisierung. Das dürfte nicht wirklich einfach werden angesichts der Tatsache dass beispielsweise auf der Ebene der europäischen Transportarbeiter Föderation eine gemeinsame Stossrichtung in Sachen viertes Eisenbahnpaket während Jahren nicht zustande gekommen ist. Bleibt die Hoffnung dass was nicht ist, immer noch werden kann. Unter den Titeln „Für das Recht auf Arbeit und eine bezahlbare Wohnung und für die Absicherung der öffentlichen Sozialversicherungssysteme und für Leistungsverbesserungen“ werden die Probleme angesprochen die vielen von uns auf den Fingernägeln brennen. Will man die genannten Forderungen konkret umsetzen, so kommt man wohl um eine strukturierte Einheitsfront aller Gewerkschaften nicht vorbei. Deshalb muss weiterhin an einer solchen wichtigen einheitlichen Herangehensweise gearbeitet werden. Womit wir beim Thema gewerkschaftliche Einheit, Einheitsgewerkschaft oder Einheitsfront wären.

Reform der Reform

Eine der Prioritäten der neuen Verbandsleitung wird die Reform der Reform im öffentlichen Dienst sein. Es geht darum die nicht zu unterschätzenden Verschlechterungen die vor allem auf Berufseinsteiger im öffentlichen Dienst warten, wieder rückgängig zu machen.

Das will die CGFP auch! Minister Dan Kersch hat vor nicht allzu langer Zeit erklärt, er sei offen für eine Evaluierung der 80/80/90 Prozent Regelung. Allerdings im Rahmen zukünftiger Gehälterverhandlungen im öffentlichen Dienst. Die werden allerdings erst 2018 stattfinden. Ob der Minister ein Mandat von der Regierung bekommen wird, spendabel zu sein ist im Moment nicht gewusst. Die Chancen stehen allerdings gar nicht mal so schlecht. Sollte sich tatsächlich etwas in diese Richtung tun, wäre das gewiss ein Sieg der Vernunft. Es lohnt sich also jetzt schon die nötigen Vorkehrungen zu treffen. Fakt ist und bleibt dass, um erfolgreich zu sein, eine eher sektoriell ausgerichtete Gewerkschaft wie der Landesverband entweder stärker auf Professionalisierung bauen muss oder aber sich starke Partner suchen muss. Die zu erwartenden Synergieeffekte einer zu definierenden weitergehenden Partnerschaft hätten beim derzeitigen Stand der Dinge vielschichtige positive Auswirkungen. In einer immer stärker vernetzten Welt haben Gewerkschaften eigentlich keine andere Wahl als vernetzt zu denken und zu handeln. Der 66. ordentliche Kongress hat die Verbandsleitung und den Verbandsrat beauftragt, Gespräche mit dem OGBL zu führen um die bestehende Zusammenarbeit zu intensivieren und abzusichern. Dazu sei vielleicht erwähnt dass das Kooperationsabkommen zwischen OGBL und Landesverband aus dem Jahre 2011 dadurch abgesichert ist dass es aktiv gelebt wurde. Und das ist auch gut so. Der Antrag der Resolutionskommission an den Kongress besagt ausserdem dass, sollte diese Zusammenarbeit in eine mögliche Fusion münden, darauf geachtet werden muss, dass die Identität des Landesverbandes und seiner Sektoren gewahrt bleibt. Nun, dazu ist zu bemerken dass bei einer Fusion im physikalischen Sinn zwei Teile miteinander verschmelzen um ein fusioniertes Neues entstehen zu lassen. Inwieweit die physikalischen Grundlagen bei der möglichen oben erwähnten Fusion eine Rolle spielen werden, bleibt abzuwarten.

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