Lieserbréif vum Carmen HeyarOù en est-il quant au féminisme?

une sorte de Gretchenfrage, voilà que je continue en allemand, la langue paternelle de Goeth.
Mit fünfzehn fuhr ich zum ersten Mal nach Paris, und dies mit meiner besten Freundin (hm, ja doch, Mut ist dem Leben dienlich!). Wir teilten ein paar wirkliche Leidenschaften, für die wir lachen und weinen konnten. Stundenlange Spaziergänge durch Bäume und Wiesen der Escher Minettnatur, klassische Musik -sie am Klavier, ich am Singen-, und das Buch: ‘éléments linguistiques …‘.
Noch heut‘ schlag‘ ich dies Buch auf – es hat halt diese richtige Konnotation behalten.
Zurück zu Paris per Autostop. In Châlons-sur-Marne nahm uns dann ein etwas schrottiger Peugeot mit, ein etwas behäbiger Oldtimer, und sein Fahrer ein Intellektueller, auch schon in den Jahren. Ich glaub‘ ich hatt‘ ihm ganz schön was erzählt vom Che und Troztki. Als er uns absetzte, meinte er zu mir, ich würde irgendwann im Leben meine Rolle als Frau erkennen!
Ach was!
Bin auch froh darüber, dass ich meine überragende Weiblichkeit voll ausgekostet habe, doch der rebellische Teil hat sich währenddessen genauso gut durchgesetzt und zwar in den meisten Bereichen, die mit Haus anfangen könnten: Hausrezepte, Hausmusik, Hausapotheke, Hausregeln, Haussegen, Hausdegen, Hausmanieren, Hausdrache. Sie sehen, es fehlt die Erziehung und Bildung. Da gibt’s kein Wort von Haus aus - hm, doch kann mich nicht erinnern, dass Bildung und Erziehung in meinem Haushalt außer Haus von Statten gegangen seien.
Damals in den Siebzigern: eine Menge Leute wollten mir eine Menge erzählen - das ist heute eigentlich genauso!
Hat dieser Feminismus sich überhaupt durchgesetzt? Nur bei den „ femmes uni-versi-taires“? Diese (übersetzt) Globalen, zwar versierten, aber Verstummten Frauen in den Chefetagen, sei es durch Heirat, sei es durch die Berufswahl. Die, die das Kommando übernahmen? Mir graut’s!
Seitdem Schwerstarbeit nur noch bedingt erforderlich ist, um den Gesellschaftstakt am Leben zu halten, gibt’s auf den hohen Kanten megageldverdienende Frauen: Richterstuhl, Direktionsstuhl, Chefredaktionsstuhl, usw. usf. Dort also auch FieslingInnen!
Die jüdische Mammakultur hat dazu eine interessante Theorie – doch metaphysizier‘ ich auch ganz gern und viel.
Typische Männerdomäne wie la mécanique, la main-d’oeuvre, la charpenterie blieben frauenfrei. Ja, im Handwerksfeld von Kraftakt und Dreck blieb alles beim Alten. Dort, wo’s drauf ankommt, datt et passt, sind die Männer – und diese haben nicht unbedingt das dickste Porte-Monnaie!
Viel Geldverdienen ist also nicht wirklich von Natur aus Männerdomäne. Auf finanziellem Vordermarsch sind ganz klar die Männer im intellektuellen Bereich: man denke nur an die anscheinend Gutbezahlten wie Opa Lesch und Vater Precht, oder dem netten Yogeshwar. Ohne Zweifel interessante Dienstleister in Sachen Aufklärung. Schon jetzt in der Mainstreamschublade, oder zwischen Poppul.- und Mainstream eingeordnet. Die Frauen finden wir im Frage- und Quasselbereich: Journalismus, Moderation, Talken. Ein paar Fragen, und ganz dolle viele Antworten, Porträts, Gesinnung. Alles vom Ewigweiblichen herausgequetscht, hervorgelockt.
Der Feminismus muss noch eine Menge an Holz dazu legen, um aus diesem Kulturprofitismus der gestandenen Befestigungen herauszukommen!
Carmen Heyar

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