Lieserbréif vum Dr. Jochen ZenthöferSauvegarde du Patrimoine fordert Geldstrafe für Schöffenrat

Nach dem Abriss einer seit 1974 national denkmalgeschützten Linde in Reiland (Heffingen) fordert „Sauvegarde du Patrimoine asbl" strafrechtliche Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. In der Folge müsse es für den Schöffenrat der Gemeinde eine Geldstrafe geben. Dem Schöffenrat ist die Tätigkeit desjenigen, der den imposanten Baum gefällt hat, zuzurechnen. Es liegt ein Organisationsverschulden vor. Das Denkmalschutzgesetz stellt den unerlaubten Abriss von national geschützten Objekten unter Strafe (Artikel 41, Dispositions pénales: Geldstrafe oder Gefänfnisstrafe bis sechs Monate).

Hei d'Lann virun hirem Enn.

„Die Zerstörung der majestätischen Linde erfüllt uns mit Trauer und Entsetzen", sagt der Vizepräsident der Vereinigung „Sauvegarde du Patrimoine", Jochen Zenthöfer: „Ist es ein Zufall, dass die Zerstörung genau jetzt erfolgte, in den Wirren von Wahlen und Koalitionsverhandlungen? Das Kulturministerium muss nun, als Aufsichtsbehörde, Ermittlungen bei der Staatsanwaltschaft in Gang setzen. Das Gesetz sieht Strafen für solche Fälle vor, das Gesetz muss vollzogen werden. Das hat auch generalpräventive Gründe: Heffingen darf sich nicht wiederholen! Staatssekretär Guy Arendt ist nun gefragt – auch wenn er derzeit nur geschäftsführend im Amt sein sollte!"



Ein Leserbrief von Georges Bechet hatte auf RTL.lu zuerst auf das Desaster hingewiesen.

Der Baum wurde im 2002 erschienenen Buch „Les arbres remarquables du Grand-Duché de Luxembourg" (ANF a natur musée) vorgestellt und abgebildet. Die Linde ist vermutlich im Jahr 1760 von einer Braut gepflanzt worden, die im Bauernhof nebenan geheiratet hatte. Die Linde hat Hungersnöte und Weltkriege, Zerstörungen und Stürme überlebt – nicht aber den Schöffenrat von Heffingen im Jahr 2018.

„Wir fordern von Kulturstaatssekretär Guy Arendt, dass er eine Sensibilisierungskampagne bei Gemeinderäten, Schöffen und Bürgermeistern startet, damit die denkmalgeschützten Objekte auch faktisch erhalten bleiben", so Jochen Zenthöfer.
AUSZUG aus der nationalen Schutzliste:

„Immeubles et objets inscrits à l'inventaire supplémentaire: H e f f i n g e n:

- Le tilleul (Tilia sp.) poussant au N-E de Reuland, près de la chapelle, inscrit sous le numéro cadastral 424. Arrêté ministériel du 29 mars 1

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