Lieserbréif vum Frank BertemesIrrsinn Gratis - ÖPNV: Was nichts kostet, ist nichts wert

Was nichts kostet, ist nichts wert... und für diese banale Tatsache muss man bestimmt nicht unbedingt die Weisheit Albert Einsteins bemühen. Ein Zitat übrigens, das man ohne Bedenken in die Kategorie Omas flotte Sprüche einordnen kann - um einleitend zu diesen Zeilen schon mal klar zu sein! Und noch: Was nichts kostet, ist darüber hinaus nicht nur nichts wert, sondern wird natürlich auch nicht respektiert. Ohne allerdings das komplexe Thema „Respekt“ in „modern times“ des Homo digitalis an dieser Stelle weiter zu thematisieren…

Gratis Öffentlicher Transport für alle! Ein Wahlkampfslogan, den  so einige Politprotagonisten im Wahlkampffieber ohne weiteres Nachdenken (scheinbar) von sich zu geben beliebten, ein Slogan,  der  allerdings im Falle der auf den ersten Blick vielleicht verlockenden Idee eines generellen gratis Öffentlichen Personennahverkehrs (Zug-Tram-Bus) durchaus nicht unverständlich erscheinen könnte…auf den ersten Blick, wie schon bemerkt. Es gibt allerdings immer noch den zweiten, (hoffentlich) erhellenden Blick. Diese Schnapsidee dürfte nämlich spätestens im Ernstfall zum bösen Erwachen führen – dann wäre es allerdings zu spät! Und der Traum jener, die die „schöne“ Idee haben, gratis mit Bussen und Bahnen in Mariens beschaulichem Ländle herumzukutschieren, könnte sehr schnell zum (nicht nur qualitativen) Albtraum werden…

Doch noch bleibt den politisch Verantwortlichen  Zeit, diese irrsinnige Idee zu stoppen und die Öffentlichkeit über diverse Contra-Fakten aufzuklären, die unbedingt in die öffentliche Debatte einfließen müssten. Diese Konsequenz darf man dem diesem Reizthema gegenüber bekanntlich eher negativ eingestellten zuständigen Minister François Bausch, der hoffentlich auch weiterhin seine engagierte und beachtlich gute Arbeit der letzten fünf Jahre weiterführen kann, in der Tat durchaus auch zutrauen. Neben den Risiken, dass nämlich bei vollem Erfolg der Initiative weder unser gesamtes ÖPNV-Netz, noch unser uns realpolitisch gesehen heuer zur Verfügung stehendes diesbezüglich sehr limitierte  Material dieses tägliche Transportvolumen bewältigen könnte, und der zu erwartende Andrang der (dann nicht mehr in dem Sinne respektierten) „Kundschaft“ (Beispiel CFL) – die dann (wie das in der Vergangenheit einmal so war) nur mehr zum „Benutzer“ degradiert würde – eine irgendwie garantierte anständige Transportleistung erwarten darf, gibt es noch andere Argumente, die man bedenken sollte – bevor man diesen Wahnsinn realisiert, bitte sehr! Ein Andrang übrigens, der nicht nur aus dem Inland, sondern (vielleicht besonders) vom Ausland her so einiges an Problemen provozieren wird  (siehe die Problematik des beschränkten Parkraumes mit täglich garantiertem Parkplatz-Kampf,  der übrigens, dies sei im Kontext „gratis“ ebenfalls bemerkt, im Endeffekt wer zu zahlen hätte? - und dies soll jetzt bitte sehr keine Ausländer-Pendler- Debatte auslösen, um das an dieser Stelle deutlich zu bemerken!  Reden wir in diesem Zusammenhang auch davon, dass es „Gratis“ im öffentlichen Transportwesen absolut nicht gibt, denn bezahlen muss eh irgendwer – und in diesem Falle das Steuern zahlende Wahlvolk, ob es nun mehr oder weniger „exklusiv“ Auto oder doch ÖPNV fährt oder nicht.

Die Kostendebatte dürfte damit abgehakt sein – abgesehen einmal davon, dass die Tarife in unserem Ländle im Vergleich zum Ausland schon mal als sehr günstig einzustufen sind. Trotzdem noch: die Frage der realen Folgekosten – siehe Vandalismus, sich generell verschlechternder Zustand des Materials usw. – ebenfalls  alles gratis? Auch das alles müssen jene mitbezahlen, die weder Busse noch Bahnen jemals von innen gesehen haben – aus egal welcher Ursache, das soll hier nicht Thema dieses Beitrages sein. Dann kommt noch hinzu, dass das Gesamtsystem ÖPNV– auf Straße und Schiene – umso anfälliger werden wird, je mehr Menschen beispielsweise mit der Bahn fahren werden -  und um den bekanntlich beschränkten  Raum „Straße“ einmal auszuklammern. Die Masse der (noch) Bahnkunden (falls dem denn auch so sein sollte, doch dem wird wohl so sein!) wird unweigerlich mehr Zugfahrten verlangen. Doch unsere jetzt schon überlasteten Zugstrecken werden eine erhöhte Taktung der Züge unter den gegebenen Sicherheits-Umständen (noch) nicht zulassen – und egal wie, die Eisenbahn ist kein unterhaltsames System für „Knuppautoën“, um dies drastisch zu betonen! Spaßkultur sieht schon sehr viel anders aus, besonders im Kontext Eisenbahn und Autowahn!

Ganz einfach gesagt: damit der öffentliche Personennah – und fern Verkehr nicht zertrampelt endet, hilft nur eins: die Nutzung muss etwas kosten! Gratis wird nix! Wenn man als sozial - ökologisch eingestellter Schreiberling seine Meinung an dieser Stelle und zu diesem Reizthema in noch verkürzter Form von sich gibt, so muss man als ebenfalls verkehrspolitisch Interessierter ohne Wenn und Aber folgendes feststellen: das Versäumnis der Verkehrspolitik ist nicht, dass Bahnen und Busse zu teuer sein sollten (denn dem ist hierzuländchen ob der diversen Initiativen schon mal garantiert nicht so, ganz im Gegenteil!), sondern dass das Autofahren zu günstig ist – man beachte in diesem Kontext unbedingt die an dieser Stelle nicht weiter vertiefte Debatte um die sozialen Folgeschäden des im Lande bestgepflegten Autowahns (Umwelt, Unfälle, Luftverschmutzung, Gesundheit, Versicherungskosten usw…)  – abgesehen einmal davon, dass das Automobil immer mehr zum Autoimmobil wird - siehe die alltäglichen  Staus auf unseren Autobahnen! Auch das alles ist mitnichten „gratis“, sondern kostet unsere Wirtschaft,  auf die wir bekanntlich so stolz sind, im Endeffekt jedoch uns alle, so einiges an Zeit und  Geld!

Ach ja, noch etwas sei dem kritischen und mündigen Bürger an dieser Stelle erlaubt, ein Seitenhieb, den er sich einfach nicht verkneifen kann: 30 Jahre und noch viel mehr fristete die Verkehrspolitik im CSV-Staat ein jämmerliches Dasein – der ÖPNV war ein notwendiges Übel, das man eben (leider so)  – und mit minimalsten Aufwand und (inexistentem) Engagement (von Invest sprechen wir schon mal gar nicht!) mittels Staatsbudget durch- und mitfinanzieren musste. Die realpolitisch „interessanten“ Prioritäten waren andere - die Eisenbahn ignorierte man und man machte sie notfalls sogar lächerlich, wenn es sein musste….Beispiele CSV- transportpolitischer Ignoranz und totalster Unfähigkeit gibt es genug – die Quittung dafür haben wir alle heute vorliegen, in diverser Hinsicht! Doch den CSV-Staat, den gibt’s (ob heuer bestätigter Dreierkoalition) nicht mehr!  …und damit auch Ende der Durchsage!

Es gibt jedenfalls viele Argumente gegen einen  (vermeintlich) „gratis“ – ÖPNV, einen Irrsinn, den man stoppen soll, ehe das Land einem finanz – und verkehrspolitisch fatalen Irrtum mit Konsequenz erliegen sollte…

Die Nutzung des Nahverkehrs „kostenfrei“ machen?

Wahnsinn!

Denn: Wat näischt kascht, dat ass näischt!“

Womit wir wieder bei Einstein und der Oma wären….

 

Frank Bertemes


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