Lieserbréif vum Frank BertemesDrohnen - Schrecken der Spaßgesellschaft?

Tugend will ermuntert sein, Bosheit kann man schon allein.

Wilhelm Busch

Dronies – die mit Kameras ausgestatteten Überflieger filmen und fotografieren alles – und nicht nur die besonderen Selfies, die mit diesem Begriff eigentlich bezeichnet werden. Die Drohne guckt, der Mensch sieht mit. Und das ist längst gängige Praxis, wie kürzlich erst persönlich erlebt. Und das nicht zum ersten Mal! Erst kürzlich: ein Blick aus dem Fenster – ein Mini-Ufo? Nein, bei genauerem Hingucken eine Drohne. Kurz definiert ist eine Drohne im Grunde nichts anderes als ein autonomes, unbemanntes Flugobjekt, welches ohne menschliche Hilfe selbst fliegen kann. Und das man in boshafter Absicht natürlich auch missbrauchen kann - um „in Nachbars Garten“ mal so eben herumzuspionieren, was so abgeht? Oder natürlich auch anderswo – gut versteckt, versteht sich! Und nicht nur interessierte Blicke sind hier datenschutztechnisch betrachtet bedenklich, man kann so einiges mit diesen Drohnen anstellen, wie beispielsweise Verbrechen diverser Art planen ...

Eine Drohne auf dem Rasen neben der Hecke stehend oder locker und ungeniert zur Sommerzeit bei gemütlichem Sitzen auf der Terrasse über dem Kopf herumschwirrend – alles selbst erlebt! Natürlich weit und breit kein „Pilot“ zu sehen! Auch wenn heuer die in Bälde angekündigten gesetzlichen Grundlagen für diese sogenannten „Drohnenflüge“ anwendbar  sind, wie sieht es um den effektiven Schutz der Privatsphäre im Ernstfall, sprich im Moment  der erlebten Praxis aus? Der sich in diesen Zeilen beschwerende Schreiberling macht überhaupt keinen Hehl daraus, dass wenn er eine dieser lästigen Flughelikopter erwischen würde, er diese ohne mit der Wimper zu zucken zerstört! Denn: die Luft über unserem Kopf zu Hause gehört zur Privatsphäre, wie auch der Bereich vor der Haustür zur Privatsphäre gehört. Es gibt beispielsweise in der Schweiz  Gerichtsurteile, die klar definieren, dass Aufnahmen vor einer Haustür ohne Einwilligung einer betroffenen Person weder gemacht noch verbreitet werden dürfen. Das gilt auch für Bilder aus luftiger Höhe. In der Schweiz kann man rechtlich gegen den Drohnen-Fotografen wegen Persönlichkeitsverletzung klagen, Unterlassung und Genugtuung verlangen, wenn dieser damit Aufnahmen gemacht hat. Auch wenn man ausdrücklich davon abrät, einen eingefangenen ­Fotohelikopter zu zerstören, darf man diesen sicher lagern, bis der Eigentümer kommt. Und dann wird’s wohl heiter ...

Nach Angaben einer Versicherungsgesellschaft gibt es in der Schweiz bereits mehr als 100'000 Drohnen. Immer mehr Menschen,  die im Garten die Sonne genießen wollen, fühlen sich von den Drohnen gestört, ja belästigt! Man hat festgestellt, dass besonders in den Sommermonaten vermehrt Hobby-Piloten ihre Geräte fliegen lassen. Einerseits ist der Lärm ein Problem, andererseits die Privatsphäre. Niemand kann wissen, wo die Bilder landen, welche die Drohne macht. Und besonders reizvoll wird die Chose bekanntlich dann, wenn Bilder oder Aufnahmen, die mittels Drohnen über den Häusern oder sogar von oben in die Häuser hinein gemacht werden, ins Internet gestellt werden.

Wie in diesem Fall der Unterhaltungswert der Drohnen in der Spaßgesellschaft empfunden wird, dürfte wohl klar sein – denn wenn man erst einmal persönlich betroffen sein wird, ist mit Sicherheit Schluss mit lustig!

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