Lieserbréif vum Frank BertemesPositiv!

Eine positive Einstellung zu lösbaren Problemen ist bereits der halbe Erfolg. © Ernst Ferstl (*1955), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker

Positiv. Meint zustimmend, bejahend. Auch günstig, vorteilhaft, wünschenswert, erfreulich. Oder ganz einfach  - gut. Wie der Duden uns die Wahl anbietet. Und: Ja, es gibt sie noch: die positiven Nachrichten. Vielleicht gibt es auf dieser Welt mehr Positives im Alltag zu vermelden, als wir uns vorstellen können. Weil uns via die diversen  Medien leider oft schon in den Schlagzeilen nur Negatives vermittelt wird, sehen wir das wirklich Positive um uns herum nicht mehr genug. So verspüren wir das jedenfalls. Oder aber wir akzeptieren leider nur mehr das als (vermeintlich) „positiv“, was uns die moderne Spaßgesellschaft so alles vordiktiert. Ein Irrweg, der gefährlich werden kann.  Ist das etwa so, weil das Negative sich ganz einfach besser vermarkten lässt als das Positive? Wenn dem wirklich so sein sollte, dann hat unsere Gesellschaft in der Tat ein Problem. Und das wäre dann doch eine traurige Entwicklung. Oder sollen wir absichtlich demoralisiert und entmutigt werden? Um uns aus der Sicht der Kapital- und Politeliten besser beherrschen zu können? Ist das der Sinn des Lebens?

Auch wenn man als kritischer Beobachter der alltäglichen Geschehnisse leider oft negative Entwicklungen zu kommentieren sich erlaubt, so muss man deshalb durchaus kein Defätist sein. Kein negativer Zeitgenosse, der Mut - und hoffnungslos ist, und sogar die eigene Sache für aussichtlos hält, ein Miesmacher, der sich nur als Kritikaster zu betätigen wüsste. Ganz und gar nicht! Es gibt bei aller Kritik durchaus sehr positive Entwicklungen zu vermelden. Positive Reaktionen von verantwortlicher Seite, die sich vielfach aus dem ergeben, was kritische und engagierte Zeitgenossen und natürlich auch die diversen Organisationen der Zivilgesellschaft, jeder nach seinen Möglichkeiten und Methoden, anprangern, Irrwege, die unsere Eliten diverser Gattung so beschritten haben. Ohne diesen  in allen Fällen immer nur Bösartigkeit oder sonstige opportunistische Absichten unterstellen zu wollen – auch das wäre nicht fair! Denn in vielen Fällen wurde ganz einfach falsch reagiert und korrigieren kann man seine Fehler meistens immer noch, zumindest solange es nicht doch zu spät sein sollte…

Es wäre natürlich völlig illusorisch, in einem einzigen Artikel alles Positive in unserem Alltagsleben darzustellen, das es täglich gibt. Trotzdem – der Versuch, dies zumindest in einem Bereich zu starten, der dem Autor dieser Zeilen besonders wichtig ist. Positive Kurzmeldungen, die man so vernimmt, Nachrichten aus der Welt, die vielen von uns nicht bekannt, weil diese scheinbar nicht „sensationell“ genug sind. Bereich: Umwelt und Natur. Eigentlich besonders wertvoll für unser aller Dasein. Leider für viele, die heuer auch die herrlichen Herbstlandschaften um uns nicht mehr zu genießen wissen, nur eine pure Nebensache, sofern diese Zeitgenossen die Umwelt um sich herum ob der diversen Ablenkungen der modernen Elektronik, die sie permanent beschäftigen, überhaupt noch wahrzunehmen verstehen. Wirklich schade! Doch das nur nebenbei bemerkt.

Positive Kurzmeldungen im Bereich Umwelt und Natur, Themen, die der Zeilenschreiber in diversen Artikeln bereits näher betrachtet hat. Umso mehr eine Bestätigung der Bemühungen, die auf diesem Planeten verantwortungsbewusst angepackt werden und die uns als Beispiel dienen sollten.  In Kurzform  also ein diesbezüglich interessanter Ausflug in die Welt: Äthiopien – abgeholzte Steppen verwandeln sich in grüne Wälder;  Dänemark will 100 Prozent Bio-Land werden; Norwegen verbietet als erstes Land weltweit die Entwaldung; San Francisco wird die erste Stadt die den Verkauf von Plastikflaschen verbietet. Neue Häuser müssen in Frankreich künftig Dachgärten haben. Die GEN-Lobby erlebt düstere Zeiten in Russland, und auch Venezuela, Griechenland und Lettland wollen keine Gen-Pflanzen. Besonders Schweizer Wissenschaftler haben kürzlich vor den Gefahren der alltäglich genutzten Pestiziden in der Landwirtschaft gewarnt und die agro-chemische Industrie dringlichst zum Handeln aufgefordert. Entsprechend hohe  Belastungen mit den Rückständen dessen, was niemand von uns sieht, nämlich die diversen und leider vielfachen Schadstoffe der Pestizidbehandlungen, die  von den klassischen Methoden der Landwirtschaft mit ihren negativ nachhaltigen gesundheitlichen Folgen für Tier und Mensch praktiziert werden, wurden in Baumrinden  nachgewiesen und gemessen. In diesem Kontext wurde eindeutig der positive Weg in Richtung maximaler Biolandwirtschaft gefordert, eine Aufforderung, die die dänische Regierung dazu bewegte, als  ehrgeiziges Projekt Dänemark als das erste Land der Welt der Welt zu entwickeln, das 100 Prozent Bio wird. Dies mag vielleicht der ehrgeizigste Plan des Jahrhunderts sein, doch angesichts der Tatsache, dass Dänemark bereits heute führend in diesem Bereich der biologischen Produkte ist, beweist, dass dieses Projekt durchaus keine Utopie darstellt. Dann, San Francisco, wie erwähnt: Plastikverschmutzung ist eine der größten Belastungen für unseren Planeten – in Luxemburg kein größeres Thema. Nur dann, wen  die jährlichen Putzaktionen von Freiwilligen der Gemeinden durchgeführt wird, empört man sich – und dann: nichts mehr! Täglich wird soviel Plastik weggeworfen, dass man damit viermal den Globus umrunden könnte. San Franciscos Politiker haben kürzlich etwas Monumentales beschlossen: die Stadt wird die erste Amerikas, die den Verkauf von Plastikflaschen verboten hat. Dieser Schritt gilt als Vorbild für eine globale Bewegung zur Reduzierung der riesigen Mengen Müll, die jedes Jahr von der milliardenschweren Plastikflaschenindustrie provoziert wird und die ihre  Spuren in den Weltmeeren und der Natur generell hinterlässt. Dann: Begrüntes Dach oder Anlagen zur Erzeugung von erneuerbarer Energie – die französische Regierung hat in einem rezenten Gesetz umweltfreundliche Vorschriften für Neubauten in Gewerbegebieten festgelegt: sogenannte „green roofs“ sehen nicht nur hübsch aus, sie haben auch positive Effekte auf die Ökobilanz von Gebäuden. Durch ihre isolierende Wirkung reduzieren sie den Energieaufwand für das Beheizen von Gebäuden im Winter sowie zum Kühlen im Sommer. Und, besonders interessant auch für unsere Hauptstadt und ihre höchst bedenkliche  Luftqualität wirken sich Dachgärten positiv auf das Stadtklima aus: sie sorgen für bessere Luft, indem sie Schadstoffe neutralisieren. Neben gekühlter Luft, wenn gespeichertes Regenwasser verdunstet,  finden Vögel und Insekten in Dachgärten städtische Lebensräume; den Stadtbewohnern wird Platz für Gemeinschaftsgärten angeboten.

So vieles wäre also möglich, neben den Anstrengungen, die bereits unternommen wurden. Dass wir in unserem Land beispielsweise  nur vier Prozent Biolandwirtschaft betreiben, darf in dieser Hinsicht mehr als bedauert werden. Unsere blau-rot-grüne progressive Regierung, die ehrgeizige Zukunftsprojekte durchaus nicht scheut und ihre Initiativfähigkeit bisher absolut bewiesen hat, könnte sich an diesen positiven Beispielen durchaus inspirieren und unser Land auch im Umweltkontext in Richtung exemplarisches „Luxembourg-Let’s make it happen“ hin bewegen! Von dem dann auch positiv gesprochen wird…

Im Sinne dessen, was man erreichen will:

Zesumme méi wäit… Parlons du Luxembourg !

Well et positiv ass!

 

Frank Bertemes

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