Lieserbréif vum Frank BertemesStaub

Auch Reiche enden in Staub und Asche. Franz Kern (deutscher Feintechniker und Uhrenhersteller, geboren 1944)

Staub. Eine natürliche Form von „Feintechnik“, wenn man so will. Um bei der Feintechnik zu bleiben. Staub ist, so der Duden genauer  „ etwas was aus feinsten Teilen (z.B. von Sand) besteht, in der Luft schwebt, sich als (dünne) Schicht auf die Oberfläche von etwas legt.“ Oder auch, im Kontext dieser Zeilen zu lesen, „ Staub aufwirbeln“, meint Aufregung, Unruhe verursachen, sowie Kritik und Empörung hervorrufen. Denn nur an solchen Stellen, wo der Mensch in seiner Niedrigkeit geschildert wird, ist sonst wohl von Staub und Asche die Rede, wie man auch noch zum Thema bemerken kann.

Wohl kaum jemand anders hat in einem wahrlich wenig langweiligen Jahr 2016 so viel Staub aufgewirbelt wie die Person „The Donald“, Donald Trump. Der unheimliche Präsident, als der er betitelt wird. Ein Faszinosum der ominösen, unheilvollen Art. Doch er darf triumphieren.  Sein Triumph dürfte aber wohl die größte Furcht in der Welt auslösen, die je irgendeine Wahl ausgelöst hat. Er hat Hass gesät, mit Drohungen operiert, Angst verbreitet und …gewonnen! Trotz der wohl bekannten Tatsache, keiner politischen Kompetenz verdächtig zu sein und auch keinen europäischen Standards der Allgemeinbildung zu entsprechen. In Amerika allerdings kein Thema, das dürfte wohl bekannt sein. Eine Kandidatur die weltweit die Lachmuskeln bewegte, die wohl niemand wirklich ernst nahm, eine Situation, die sich allerdings wenige Wochen vor der Wahl schlagartig änderte, dies ob der neuesten Umfragewerte. Und die  wenige Wochen vor der Wahl für die Demokraten und ihre eigentlich blasse Kandidatin eine dramatische Wende nahm – und bei der vielen  das Lachen definitiv verging. Heuer ist Fakt, dass dieser Donald Trump der 45. Präsident der Vereinigten Staaten sein wird.  Und egal wie man zu dieser Figur, die in vielfacher Hinsicht und in wohl allen möglichen Formen mächtig Staub  in der Welt aufgewirbelt hat und mit Sicherheit noch aufwirbeln wird, sobald er, Donald Trump, der Albtraum aller seriösen Politiker dieser Welt,  erst einmal in Amt und Würden sein wird, auch stehen mag, er hat sein Ziel erreicht. Mit allen erlaubten, unerlaubten, vertretbaren und nicht vertretbaren Mitteln. Ob es uns gefällt oder nicht. Und uns unweigerlich mit der wahrlich armseligen Qualität der amerikanischen „Politik“ moderner Façon konfrontiert hat. Ein Trauerspiel, ein Politspektakel  der besonderen Art. Das Wahlvolk der USA, und das muss deutlich gesagt werden, das nicht unbedingt den Kandidaten Trump aus Verehrung oder Vernunft, sondern aus purem Protest gewählt hat. Die Masse der Stummen, die ihr entsprechendes Stimmen, meint ihr Wahlverhalten vor der persönlichen Reaktion in der Wahlkabine nicht nach Außen ankündigte, hat das und den gewählt, was die Welt als ein politisches Fukushima empfindet. Ihren Rächer am politischen Establishment, das über die letzten Jahre nichts weiter als totale Enttäuschung veranstaltete. Donald Trump. Eine Wahl, die den  Bock zum Gärtner machte, einen Mann, der das Bürgertum, das tumbe Wahlvolk, besonders aber den Mittelstand einzig und allein für seine persönlichen Machtgelüste missbrauchte. Ein Horrorszenario, das das sich betrogen fühlende amerikanische Volk zu verantworten hat. Gleichgültigkeit, Hochmut – und der kommt bekanntlich vor dem Fall – politische Arroganz und Überheblichkeit rächen sich unweigerlich irgendeinmal. Das dürfte doch dem dümmsten Vertreter der politischen Klasse, einer Kaste, die sich nicht nur in den USA immer mehr diskreditiert, in seinem Zustand egozentrischer geistiger Umnachtung so langsam aufgefallen sein. Eine Warnung an alle selbstherrlichen Politiker dieser Welt. Das amerikanische Wahlvolk ist jedenfalls dem erlegen, der zielgenau seinen absoluten Willen zur Macht siegreich, wenn auch gegen eine schwache, skandalbeschädigte und gesundheitlich angeschlagene Gegenkandidatin, die sich die Demokraten durchaus hätten ersparen können, abschließen konnte. Auch wenn für einmal die Chance bestanden hätte, dass eine Frau die erste Präsidentin Amerikas sein würde. Nur: das war die eindeutig falsche Kandidatin! Schade um ein System, das die Gewaltenteilung historisch vorbildlich repräsentierte, dessen Wahlsystem uns allerdings  mehr als unverständlîch erscheint. In diesem Sinne gefährlich könnte allerdings die Macht des Donald Trump auch noch dadurch werden, dass er darüber hinaus auch noch eine Mehrheit in Kongress und Senat hat und deshalb über eine politische Gestaltungsmöglichkeit verfügt, von der ein Barack Obama nur träumen konnte. Auch das muss unbedingt gesagt werden. Und da werden Damen und Herren um ihn herum sitzen, die das sehr genau wissen…


Es gibt jedoch durchaus Argumente, die uns den Sieg des DT erklären können, auch wenn diese aus europäischer Sicht politisch natürlich nicht zu entschuldigen sind. Ohne uns allerdings trotzdem die Frage nicht verkneifen zu können, wie es eine Politikerin des (wenn auch aus unserer Sicht fragwürdigen) „Formats“  einer Hillary Rodham, die den Nachnahmen ihres Bill erst viel später annahm, tatsächlich schaffen konnte, gegen einen politischen Nobody à la Trump zu verlieren. Fast schon eine Glanzleistung-negativ gesehen natürlich. Sie erlaubte sich neben den bekannten Skandalen so einige wahltaktisch nicht zu entschuldigenden Fehltritte, die den politischen Super-Gau unvermeidbar werden ließen, wobei wohl gewisse Verbalausrutscher gegen die im Endeffekt ausschlaggebende Kraft  der weißen Männer, die wollten, dass Frauen sich gefälligst um Kinder, Küche und Kirche zu kümmern hätten, statt um Politik, leider ein Erklärung waren. Wenig intelligent, dass Frau Clinton diese Herren in einer Wahlkampfrede in Manhattan frontal angriff und sie nach Presseberichten als „die Bedauernswerten“ betitelte, die neben frauenfeindlich auch noch homophob, rassistisch, islam- und fremdenfeindlich seien – auch wenn das wohl absolut genau so stimmt! Eine in der Tat für sie wenig hilfreiche Bemerkung und Amerikas weiße Männer verzeihen so etwas eben nicht. Sie  sahen die Arroganz dieser Hillary, deren Lebensweg so viele (und nicht nur Amerikas weiße Männer) als Provokation empfanden und gaben ihrem Kandidaten egal wie volle Unterstützung, ohne dass dieser irgend ein politisch überzeugendes Argument vorlegen musste.  Sie, diese Hillary Rodham,  erschien ihnen zu selbstherrlich, zu elitär und vor allem zu liberal. Es fiel ihren Gegnern nicht schwer, diese Frau besonders am Ende des Wahlkampfs als nicht vertrauenswürdig, zu verstellt und ja, zu korrupt darzustellen, in diesem Falle tödlich im Sinne des Wahlausgangs. Ihr Kampf gegen einen Rechtspopulisten à la Donald Trump musste folglich so tragisch enden, wie dieser eben  enden musste. Und damit wohl das endgültige Ende der Ära Clinton insgesamt – was jedoch wenig bedauerlich an sich ist…Nur: zu welchem Preis? Auch für uns Europäer?

Dieser aufgewirbelte Politstaub, der beweist, wie weit es das globale politische Establishment eigentlich gebracht hat, nämlich hin zu einer dicken Staubdecke, die, natürlich bildlich zu verstehen, bis Oberkante Unterkiefer des wahlberechtigten Volkes reicht. Das meint im Klartext soweit, dass das Wahlvolk im Staub des politischen Versagens im Interesse des Großkapitals zu ersticken droht - das Ende der Fahnenstange war (und ist!) in der Tat erreicht. Denn, wie schon erwähnt, war es besonders der Mittelstand, der sich in den USA betrogen fühlte – und entsprechend wahltechnisch reagierte. Egal, was der Kandidat DT so alles von sich gab.

Und auch in Europa wäre es mehr als angesagt, dass das politische Establishment im Sinne vom heuer nach dem Brexit vollmundig angekündigten „sozialen Europas der Bürger“ so langsam erwacht …und definitiv auch vom Wahlvolk erkennbar zu sich kommt. Meint im Klartext: Handeln statt reden bitte!

Denn im Endeffekt muss es für sein Versagen büßen. Spätestens dann, wenn ominöse Nichtpolitiker à la Donald Trump auch in Europa die Macht übernehmen könnten – und dann auch die personell vollendete Macht des Großkapitals und der  Konzerne vollziehen!

Wollt ihr das wirklich riskieren?

Frank Bertemes


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