De Lëtzebuerger Fotograf stellt am Kader vum internationalen Dag vun der Opklärung iwwer Albinismus vum 13. bis de 15. Juni zu Köln am K49 aus.

Den Titel vun der Ausstellung vum Marc Wilwert ass: "Sonnenschatten: Fotografien zum Internationalen Tag der Aufklärung über Albinismus 2018, 13.06.2018". An déi Iwwerschrëft ass Programm!

De Kënschtler bezeechent seng Fotoaarbecht als Hommage un 3 ganz speziell Leit mat Albinismus a gläichzäiteg als fotografesch Ausernanersetzung mat der Luucht, enger Matière, déi een net upake kann. D'Resultat wier "eng Personifikatioun vun der Luucht".

Gewise ginn d'Aarbechte vum bekannte Lëtzebuerger Fotograf vum 13. bis de 15. Juni 2018 zu Köln am "K49 - Raum für Kreative" (Goltsteinstrasse 49, 50968 Köln).

Ëffnungszäiten: 13. Juni vu 14 Auer un, Vernissage um 17 Auer. 14. a 15. Juni vun 10.30 bis 19.30 Auer, a Presenz vum Kënschtler. Weider Infoen: www.shoot.lu an http://www.k49-koeln.de.

An Abléck an d'Buch, dat d'Expo begleet, gëtt et hei:
http://www.blurb.de/b/8734541-sonnenschatten

D'Texter dora si vum Marc Wilwert a Steph Meyers a si schreiwen:

Die Gesamtheit meiner fotografischen Arbeiten erkundet das Phänomen des Lichts in all seinen unterschiedlichsten Facetten: auf visueller, symbolischer oder gar metafotografischer Ebene. In den damit zusammenhängenden Überlegungen und Auseinandersetzungen ist die Fotografie als "verwendetes" Kommunikationsmedium aufgrund ihrer sehr spezifischen Eigenschaften bestens geeignet:

Die Fotografie hält das Licht fest und macht somit das Unfassbare greifbar.

Die Fotografie braucht das Licht, um ihre spezifischen Eigenschaften zum Ausdruck zu bringen, Impressionen auf einen lichtempfindlichen Träger zu brennen. Gebrandmarktes Papier.

Lichtempfindlichkeit als Geschenk. Und das Licht ist überall ...

Die Schatten der Sonne

Die Sonne übt seit jeher eine große Faszination auf den Menschen aus. Alles überragend, unerreichbar, unfassbar, unnahbar, ist sie Synonym aller Superlative und Symbol des Lebens, der Kraft und der positiven Energie.

Selbst in der heutigen Zeit steht der moderne, technologieabhängige Mensch unter ihrem direkten Einfluss: die Sonne gibt uns unseren Tagesablauf und Rhythmus vor und auch unsere Gemütslage schwankt aufgrund ihrer diversen Einflüsse auf den menschlichen Organismus.

Und doch ist dieses Himmelsgestirn voller Widersprüche. Die heilende Kraft kann auch zerstörerische Wirkungen haben ...

Das Licht bleibt eines jener Elemente, die der Mensch nie ganz zu kontrollieren vermag. Das Licht bewegt sich frei, ist unfassbar und berührt uns trotzdem. Es vermag sowohl zu heilen als auch zu verletzen. Zwiespältigkeit - Unverständnis. Ein geheimnisvolles, mystisches Phänomen. Ein Phänomen, welches das rationale menschliche Verständnis zu überfordern scheint und somit zu einem Symbol, zu einer Metapher für eine höhere metaphysische Macht wird. Eine höhere Gewalt, der sich auch der moderne Mensch zwangsläufig unterordnen muss.

Die Sonne erlaubt es uns, zu sehen, zu erkennen. Und dennoch ist es uns unmöglich, Letztere direkt anzustarren! Die Sonne ist sichtbar und unsichtbar zugleich.

Unsichtbar sind oft auch die Schattenseiten der Sonne.

Marc Wilwert

Wenn Licht zur Materie wird

Ein besonderes Merkmal des fotografischen Mediums bleibt der sichtbare Antagonismus zwischen Schwarz-Weiß- und Farbfotografie. Während Schwarz-Weiß bei bewegten Bildern verwendet wird, um eine chronologische Information zu übertragen und, in vielen Fällen, eine zeitfremde Botschaft zu vermitteln, bleibt Schwarz-Weiß in der Fotografie ein eigenes Genre, das der Suche nach einer bestimmten Ästhetik verpflichtet ist.
Marc Wilwert spielt mit diesem Kontrapunkt, indem er seine Aufmerksamkeit auf Personen mit einem angeborenen Pigmentdefekt, Menschen mit Albinismus, oder, um in der Terminologie der Fotografie zu bleiben, Menschen mit entsättigter Haut richtet, und das in makellos weißer Umgebung. Die Wahl der Farbfotografie erhält somit eine ganz neue Dynamik und Dimension: Jede erkennbare Farbnuance, jeder noch so zarte Farbton gewinnt an Bedeutung und an Intensität.

Das Phänomen des Albinismus kann in sehr besonderer Weise für die metaphysischen Grundlagen der Fotografie wie auch für die Fragen, die sich Marc Wilwert spezifisch mit dieser Arbeit stellt, relevant sein: Das Licht und seine dunkle Seite werden zum zentralen Objekt. Die Porzellanhaut der fotografierten Personen kann dabei auch als Metapher für das Fotopapier verstanden werden, dessen Hauptmerkmal die Lichtempfindlichkeit ist. Eine Lichtempfindlichkeit, die folglich auch in eine alles zerstörende Überbelichtung, eine Verbrennung durch Lichtstrahlen übergehen kann. Der Fotograf kehrt dieses Paradigma um und unterstreicht diese Sensibilität, diese Empfindlichkeit der Haut der Menschen mit Albinismus durch ausgearbeitete Nuancen und Variationen, aber auch, im gegebenen Fall, durch sublimierte Details wie zum Beispiel ein hervorstechendes Tattoo oder einen durchdringenden Blick.

So entsteht in diesen Fotografien eine allgemeine, omnipräsente Zerbrechlichkeit, die sich in dieser Lichtempfindlichkeit widerspiegelt und auch widergespiegelt wird. Das Licht wird, wie in allen fotografischen Arbeiten Marc Wilwerts, auch hier zur zentralen Figur. Es wird von der zarten und empfindlichen Haut der fotografierten Personen eingefangen und an den lichtempfindlichen fotografischen Träger weitergeleitet. Das Licht wird durch den Prozess des fotografischen Porträts regelrecht personifiziert.

Steph Meyers