E Freideg den 10. Mee gëtt "Alles kann passieren oder Merde alors!" um 20 Auer am TNL op der Longkecherstrooss opgefouert.

Am November war d'Produktioun "Alles kann passieren oder Merde alors!" zu Wien am Burgtheater opgefouert ginn. Elo kënnt dëse Polittheater, deen op dem Lëtzebuerger Ausseminister Jean Asselborn senger berüümter Ausso bei enger EU-Reunioun an als Reaktioun op den italienesche Minister Matteo Salvini, baséiert, och op Lëtzebuerg.

D'Iddi vum Stéck hat de Chefredakter vun der Wiener Wochenzeitung "Der Falter" Florian Klenk. Am Stéck geet et ëm politesch Texter an Aussoen vun populistesche Politiker, den Auteur Doron Rabinovici zesummegesat huet an déi vu 4 Schauspillerinnen virgedroe ginn

De Jean Asselborn war bei der Première zu Wien derbäi an ass och e Freideg am tnl fir eng Dikussiousnronn zesumme mat den Auteuren nom Stéck präsent.

VIDEO: "Merde alors" - Theaterstéck zu Wien
Ënnert den Invitéeë war natierlech och den Initiateur vum Titel, de Jean Asselborn, präsent.
VIDEO: Asselborn bei Première: "Merde alors" am Wiener Burgtheater
De Jean Asselborn war de leschte Mëttwoch zu Wien, fir sech d'Première vun engem Theaterstéck ukucken ze goen, wat et ouni hien haut sou net géif ginn.

„Merde alors“, entfuhr es dem luxemburgischen Außenminister Jean Asselborn, als er im Rahmen einer EU-Sitzung wieder einmal die fremdenfeindlichen Tiraden des Shooting Stars der italienischen Politik Matteo Salvini über sich ergehen lassen musste. Nach einer Idee des Chefredakteurs der Wiener Wochenzeitung Der Falter  Florian Klenk montierte der Autor Doron Rabinovici daraufhin Reden von Europas neuen starken Männern – Staatsführern oder zumindest Regierungsmitgliedern wie Salvini, Viktor Orbán, Herbert Kickl, Jaroslaw  Kaczyński und Heinz Christian Strache – zu einem Mosaik, einem Polittheater, vorgetragen von vier Schauspielerinnen, das die Gegenwart einer illiberalen Wende auf schlichte, aber erschreckende Weise erkennbar macht. Denn: An der Sprache könnt ihr sie erkennen.

„Alles kann passieren, weil es eben nicht unangekündigt geschieht. Das Unsägliche wird ausgesprochen, damit es nicht mehr das Unerhörte ist. Es soll allen das Fürchten gelehrt werden – und die vielen, die meinen, dies sei ohnehin nicht so schrecklich, sind ängstlicher als diejenigen, die vor der Angstmache warnen. Wer sagt, es werde schon nicht so heiß gegessen wie gekocht, verschweigt, dass letztlich immer alles verzehrt werden muss, was noch auf den Tisch kommt. Später wird keiner geglaubt haben, wozu die schon imstande gewesen sein werden; und niemand wird gewollt haben, was alles noch passieren konnte. Hier ging es darum, das Unerhörte zu benennen und klardeutsch vorzutragen.“  Doron Rabinovici

„Europa, präziser gesagt die Europäische Union, steckt in der Krise, vielleicht der tiefsten und gefährlichsten seit ihrer Gründung. Wir alle sehen das deutlich, mit wachsender Sorge, in Deutschland ebenso wie in Frankreich, Italien und Österreich, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Die Krise ist nicht zu übersehen, sie ist förmlich zu greifen… Diese Entwicklungen in Osteuropa dürfen wir nicht unterschätzen, sie sind heute virulenter denn je. Doch es erscheint geboten, den Blick auch auf andere Länder zu richten, auf scheinbar gefestigte Demokratien, die ins Wanken geraten. Auch in westlichen Demokratien gewinnen Parteien an Einfl uss, die sich zunehmend nach Osten orientieren, nach Wladimir Putin und Viktor Orbán, die sie dabei unterstützen, ihren Einfl uss nach Westen auszudehnen. Da werden Allianzen geschmiedet, die darauf abzielen, die EU zu spalten und zu schwächen. Das gefährdet das europäische Friedensprojekt.“ Martin Pollack, Schriftsteller

„Vier weibliche Stimmen als Zuhörappell: Für Klenk ist das Theater der Ort, lange Unsagbares, inzwischen wieder Vielgesagtes, aber in der Hektik unserer Gegenwart oft Ungehörtes, wirklich hörbar und damit angreifbar zu machen.“ BR24