Moselgold: Der römische Schatz von Machtum, ein kaiserliches Geschenk. So der Titel der Schau, die bis zum 18. Januar 2009 im Nationalmuseum gezeigt wird.

Im April 1958 wurden bei Baggerarbeiten im Flussbett der Mosel zwischen Ahn und Machtum in Luxemburg römische Goldmünzen gefunden. Der Fund löste einen Goldrausch aus und die Münzen wurden unmittelbar nach der Entdeckung zerstreut. Etwa die Hälfte wurde auf Auktionen in Amsterdam und in der Schweiz verkauft und gelangten zum Teil bis nach Boston und Washington, die anderen verblieben im Besitz der zahlreichen an der Entdeckung beteiligten Personen. So sollte sich erst Jahrzehnte später herausstellen, dass man in Machtum auf einen der größten Schatzfunde der Spätantike gestoßen war, der aus mehr als 100 römischen Goldmünzen bestand. Zum 50-jährigen Jubiläum der Auffindung wurde der Schatz durch Ankäufe und Leihgaben wieder zusammengestellt, und durch vergleichbare Schätze in den größeren Kontext der largitio, des kaiserlichen Geschenks, gesetzt. Unter den Goldmünzen sind in der Tat die Medaillons hervorzuheben, die vom Kaiser zu Regierungsjubiläen an herausragende Persönlichkeiten verteilt wurden. Die seltenen Sonderprägungen wurden von den Empfängern als besondere Auszeichnung über Jahrzehnte hinweg gehortet.

Die festliche Zeremonie der largitio fand in dem nur 20 km entfernten Trier oder in der Kaiservilla von Konz statt. Die Stadt wurde 367 unter den Kaisern Valentinian, Valens und Gratian wieder zur Kaiserresidenz, und erlebte zusammen mit ihrem Umland nach den verheerenden Zerstörungen um 353 n. Chr. eine neue Blüte, die derjenigen der konstantinischen Zeit vergleichbar ist. Zahlreiche Aufenthalte der Kaiser sind belegt, die Anlass zur Verteilung von derartigen Geldgeschenken gaben. Damit verbunden war auch die Wiedereröffnung der Trierer Münzstätte, deren Ausstoß zu den bedeutendsten des römischen Reiches gehörte. Ausgewählte Exponate aus Trier belegen die Prunkentfaltung am Kaiserhof, Grabfunde mit kostbarem Glasgeschirr aus dem ländlichen Bereich aus Luxemburg zeigen, dass auch zunehmend germanische Soldaten in kaiserlichen Diensten standen. Das Geschenk des Kaisers, auch donativum genannt, konnte ebenfalls aus großen Silberplatten und -schalen, Goldschmuck und Barren bestehen. Kaum mehr als ein Dutzend vergleichbarer Schätze der Zeit von 272–426 n. Chr. sind überliefert. Sie konnten erstmals in einer Ausstellung zusammengestellt werden, dank der außergewöhnlich großzügigen Unterstützung der Museen und Münzkabinette aus Arras, Augst, Berlin, Bonn, Boston, Brüssel, Halle, Mainz, München, Paris, Rhenen, Trier, Utrecht und Wien. Unter den Leihgaben befindet sich Silbergeschirr aus Augst (Schweiz) und München, das berühmteste Medaillon der Spätantike aus dem Schatz von Arras (Frankreich), sowie der größte Goldfund aus Szilágysomlyó (Rumänien), in dem sich auch das mit 472 g schwerste römische Goldmedaillon befand. Dieser Goldschatz belegt zusammen mit dem Schatz aus Velp (Niederlande) die Tributzahlungen der römischen Kaiser an fränkische und gotische Fürsten.

Es dürfte sich bei den mit diesen prunkvollen Geschenken ausgezeichneten Personen teilweise um ranghohe Offiziere oder Fürsten germanischer Herkunft gehandelt haben, deren Loyalität der Kaiser sich durch die besonders beliebten Münzen aus reinem Gold sicherte. Zu ihnen gehörte wohl auch der Besitzer des Schatzes von Machtum, der den Schatz um 375 unter nicht geklärten Umständen in der Mosel verlor. Praktische Informationen

Öffnungszeiten:
Dienstags bis sonntags: 10 bis 17 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr, montags geschlossen. Eintrittspreise:
Sammlungen & Ausstellung 5 €
Gruppen ab 10 Personen 3 € / Pers.
Familienpreis 8 €
Amis des Musées – Senioren 3 €
ICOM – Studenten gratis
Schulklassen gratis
Jugendliche unter 18 Jahren gratis
Donnerstags von 18 bis 20 Uhr gratis
Führungen 50 €

Kontakt:
Telefon: 47 93 30-1
Fax: 47 93 30-271
E-Mail: musee@mnha.etat.lu Museumspädagogischer Dienst:
Telefon: 47 93 30-214
Fax: 47 93 30-315
service.educatif@mnha.etat.lu

Dienstleistungen:
- Shop: Verkauf von Museumsführern, Katalogen, Reproduktionen ...
- Cafeteria (geöffnet Dienstags bis Sonntags von 10 bis 17 Uhr,
Donnerstags bis 20 Uhr) – Tel.: 26 86 45 27 / GSM: 621 50 70 38 Vortrag:
Der römische Schatz von Machtum, ein kaiserliches Geschenk, von François Reinert, Konservator der Münzabteilung im MNHA, am Donnerstag, 27. November 2008, um 19 Uhr, in luxemburgischer Sprache. Eintritt frei.

Führungen (frei):
Donnerstags: 18 Uhr (L/D)
Samstags: 15 Uhr (F)
Sonntags: 15 Uhr (L)
Dienstags: 12.30 Uhr (Tagesführung ½ Stunde)
(im Rahmen der gemeinsamen Aktion der „stater muséeën“) Führungen auf Anfrage für Gruppen und Vereine:
50 € + 3 € Eintrittspreis pro Person
Maximum: 20 Personen

Archéothème "Goldmünzen":
Donnerstag: 4., 11. + 18.12. von 14.30 bis 16.30 Uhr Für Kinder von 6 bis 12 Jahren. Teilnahme: 5 €, Anmeldung erforderlich. Einschreiben unter: 47 93 30-214.