Was ist das Schwangerchaftsdiabetes?


Als Schwangerschaftsdiabetes wird eine Zuckerintoleranz bezeichnet, die während der Schwangerschaft auftritt, und in den meisten Fällen nach der Schwangerschaft wieder abklingt. Das Erkennen und Behandeln einer diabetischen Stoffwechsellage der Mutter in der Schwangerschaft kann Komplikationen bei Mutter und Kind vermeiden.

Der mütterliche Blutzucker (Glucose) gelangt über die Plazenta in den Kreislauf des Babys. Ein zu hoher Blutzuckerwert bei der Mutter führt daher ebenfalls zu einem erhöhten Blutzuckerwert beim Kind. Folgen können Übergewicht (Makrosomie), Fehlbildungen und eine Unterzuckerung beim Neugeborenen sein. Im späteren Lebensverlauf des Kindes erhöht sich das Risiko für Übergewicht und Diabetes mellitus. Durch tägliche Kontrollen des Blutzuckerspiegels und Senkung erhöhter Blutzuckerwerte bei der Mutter können diese Risiken gemindert werden. Auch für die Mutter bestehen Risiken: ein erhöhtes Infektionsrisiko, (Prä-)Eklampsie, Fehlgeburt, schwierige Geburt und erhöhtes Risiko eines Kaiserschnitts. In seltenen Fällen bleibt der Diabetes mellitus bei der Mutter auch nach der Schwangerschaft weiter bestehen.

Ein erhöhtes Risiko für Schwangerschaftsdiabetes besteht bei Frauen mit Übergewicht, familiärer Diabetesanamnese, spezieller ethnischer Abstammung, häufigen Schwangerschaften und Mehrlingsschwangerschaften, hohen Blutzuckerwerten vor der Schwangerschaft oder Schwangerschaftsdiabetes bei vorangegangenen Schwangerschaften. Prinzipiell kann jedoch jede werdende Mutter von Schwangerschaftsdiabetes betroffen sein, die Häufigkeit dieser Erkrankung ist in den letzten Jahren angestiegen.

Aufgrund der geringen Ausprägung von Symptomen wird der Schwangerschaftsdiabetes ohne Vorsorgeuntersuchung selten erkannt. Wir empfehlen jeder schwangeren Patientin, einen Test zur Diabetes- Früherkennung zwischen der 24. und der 28. Schwangerschaftswoche durchzuführen zu lassen. Der Zuckertoleranztest dient der Früherkennung: Nachdem die Schwangere ein Getränk mit 75 Gramm Zucker auf nüchternen Magen zu sich genommen hat, wird der Blutzuckerspiegel ein erstes Mal nach Ablauf einer Stunde und ein weiteres Mal nach 2 Stunden gemessen. Wenn ein oder mehrere erhöhte Werte festgestellt werden, besteht ein erhöhtes Diabetes-Risiko für die Patientin. In diesem Fall bedarf es zusätzlicher Blutuntersuchungen, einer genauen Überwachung des Blutzuckerspiegels, vor und nach dem Essen und regelmäßiger Konsultationen der Diabetesklinik und/oder eines Arztes.

Bei der Behandlung von Schwangerschaftsdiabetes spielen die Ernährung, insbesondere die Aufnahme von Kohlenhydraten, die Anpassung des Lebensstils, insbesondere regelmässige Bewegung, eine grundlegende Rolle. In manchen Fällen muss die Therapie durch orale Antidiabetika oder Insulin ergänzt werden.

Behandlung von Schwangerschaftsdiabetes in den Hôpitaux Robert Schuman


Falls bei Ihnen Schwangerschaftsdiabetes festgestellt werden sollte, wird unser multidisziplinäres Team bestehend aus Fachärzten, Pflegepersonal und Ernährungsberaterinnen, Ihnen eine optimale Betreuung anbieten.

Sie erhalten von uns alle notwendigen Informationen über ihre Erkrankung, über die eventuellen Folgen und die Behandlungsmöglichkeiten. Unser Team zeigt Ihnen, wie Sie Ihren Blutzuckerspiegel selbständig vor und nach dem Essen messen können. Wir geben Ihnen Ratschläge zur Anpassung Ihres Lebensstils und zur Ernährungsumstellung während der Schwangerschaft. In der Regel reichen diese einfachen Maßnahmen aus, um Ihre Blutzuckerwerte ausreichend zu senken.

Sollten Ihre Blutzuckerwerte trotz angemessener Ernährung und gesunder Lebensweise weiterhin erhöht bleiben, wird Ihr behandelnder Arzt Ihnen eine medikamentöse Behandlung empfehlen. Wird eine Behandlung mit Insulin erforderlich, erhalten Sie eine ausführliche Schulung.