Eine regelmäßige sportliche Betätigung kann Ihre Lebensqualität erheblich verbessern. Den Angaben der WHO zufolge steht Bewegungsmangel unter den Risikofaktoren für Diabetes weltweit an vierter Stelle (Weltgesundheits-organisation, 2010).

Die vorteilhaften Auswirkungen einer regelmäßigen sportlichen Aktivität wurden hinreichend nachgewiesen.

Um die Auswirkungen des Sports bei Diabetes besser erläutern zu können, muss zwischen den beiden Diabetes-Typen unterschieden werden.

Sport und Typ-2-Diabetes


Bewegungsmangel und Übergewicht gehören zu den Hauptursachen der Entstehung dieses Diabetes-Typs, der durch eine Insulinresistenz des Organismus gekennzeichnet ist. Bei Typ-2-Diabetikern wird diese Resistenz durch eine Erhöhung der Insulinproduktion ausgeglichen.

Die körperliche Betätigung und eine Gewichtsabnahme spielen deshalb bei der Behandlung dieser Erkrankung eine wichtige Rolle.

Tatsächlich kann jede körperliche Betätigung die Sensitivität der Insulinrezeptoren steigern und folglich zur Senkung des Blutzuckerwertes beitragen. Diese vorteilhafte Auswirkung des Sports kann bereits nach einer körperlichen Betätigung von 20 -30 Minuten beobachtet werden.

Die langfristigen Auswirkungen sind eine dauerhafte Verringerung der Insulinresistenz sowie eine Normalisierung der Insulinproduktion, jedoch nur unter der Voraussetzung einer regelmäßigen sportlichen Betätigung. Darüber hinaus gehört Sport zu den Schlüsselmethoden der Verringerung und Aufrechterhaltung des Körpergewichtes.

Infolgedessen stellt der Sport eine nichtmedikamentöse Therapieoption in der Typ-2-Diabetes-Behandlung sowie bei der Prävention dieser Erkrankung dar.

Bei Typ-2-Diabetes kann Sport in der Regel ohne besondere Vorsichtsmaßnahmen ausgeübt werden. Wie bei jeder Wiederaufnahme einer körperlichen Betätigung ist es jedoch wichtig, die Intensität der Aktivität Ihren körperlichen Fähigkeiten entsprechend anzupassen und auf eventuelle Einschränkungen (Übergewicht, Gelenkerkrankungen, körperliche Dekonditionierung usw.) Rücksicht zu nehmen.

Sport und Typ-1-Diabetes


Bei Typ-1-Diabetes ist die Insulinproduktion durch die Bauchspeicheldrüse stark eingeschränkt oder gar nicht vorhanden. Dieses Nichtvorhandensein von Insulin muss durch Insulininjektionen ausgeglichen werden, um die Zellen zur Aufnahme der im Blut enthaltenen Glukose anzuregen und auf diese Weise den Blutzuckerwert zu senken. Da jede sportliche Betätigung auf natürliche Weise zu einer Senkung des Blutzuckerwertes führt, stellt die Hypoglykämie eines der Risiken des Sport treibenden Diabetikers dar.

Gleichzeitig kann das präventive Weglassen der Insulininjektionen vor der körperlichen Betätigung zu einem Insulinmangel führen. Die Glukoseaufnahme durch die Muskeln ist in diesem Fall vermindert, während die Glukosefreisetzung durch die Leber zugleich angeregt wird, und ein Anstieg des Blutzuckerwertes ist die Folge. Da die Zellen die Glukose nicht aufnehmen können, wird der Energiebedarf der Muskeln durch den Abbau von Fettsäuren gedeckt, was Ketonkörper freisetzt. In diesem Fall besteht das Risiko, dass es während der Aktivität zu einer Ketose und zu einer Hypoglykämie kommt.

Grundsätzlich kann jeder Sport ausgeübt werden, doch es ist wichtig, sich der Risiken bewusst zu sein und aufmerksam auf den eigenen Körper zu achten. Es folgen ein paar Empfehlungen für sportliche Aktivitäten bei Typ-1-Diabetikern:

    • Da die Sportausübung eine sehr individuelle Anpassung zwischen der Insulindosierung und der Kohlenhydratzufuhr erfordert, wird empfohlen, während des Sports den Blutzuckerwert regelmäßig zu messen und zu dokumentieren. Diese Dokumentation ist für die Anpassung der Behandlung unverzichtbar.

    • Es ist wichtig, dass der Sportler Traubenzucker bei sich hat, damit er bei einer Hypoglykämie reagieren kann.

    • Bei Bedarf kann bei sportlichen Aktivitäten von mehreren Stunden eine Verringerung des injizierten Basalinsulins um 10 bis 50 % in Betracht gezogen werden.

    • Die Erhöhung der Kohlenhydratzufuhr vor und nach dem Sport stellt eine weitere Methode zur Regulierung des Blutzuckerwertes entsprechend der körperlichen Belastung dar.

    • Zahlreiche Faktoren können den Bedarf an Insulin bzw. an zusätzlichen Kohlenhydraten beeinflussen:

        • Art, Intensität und Dauer der Belastung

        • Umgebungstemperatur

        • Zeitpunkt der letzten Insulinspritze und der letzten Mahlzeit

Selbst wenn die sportliche Aktivität keine direkten therapeutischen Auswirkungen auf den Typ-1-Diabetes hat, trägt sie zu einer besseren Lebensqualität bei und unterstützt die Verringerung von Risiken ohne direkten Zusammenhang mit dem Diabetes, wie z. B. der kardiovaskulären Risikofaktoren