Jede sportliche Aktivität muss individuell an die beiden Diabetes-Typen angepasst werden.

Empfehlungen zur richtigen Wiederaufnahme der sportlichen Betätigung


    • Sich vor der Aufnahme einer sportlichen Aktivität einer ärztlichen Untersuchung unterziehen und diese regelmäßig wiederholen

Eine ärztliche Untersuchung vor der Aufnahme einer sportlichen Aktivität kann sich als sinnvoll erweisen. Ihr behandelnder Arzt kennt Ihre Krankengeschichte. Er kann Sie auf eventuelle Kontraindikationen aufmerksam machen.


    • Das Training regelmäßig wahrnehmen und allmählich steigern

Ein Training mit allmählicher Steigerung bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihre Behandlung von einer Einheit zur nächsten anzupassen und eine Überlastung der Muskeln zu vermeiden. Sportliche Aktivitäten sind nur effizient, wenn sie regelmäßig ausgeübt werden.


    • Den Blutzuckerwert häufig überprüfen: Vor, während und nach langen Trainingseinheiten

Zur Vermeidung der Hypoglykämie- oder Ketose-Risiken, ist es wichtig, den Blutzuckerwert regelmäßig zu messen und diese Messergebnisse zusammen mit ihrer Befindlichkeit zu analysieren. Die Blutzuckermessungen bieten Ihnen die Möglichkeit, Ihre Trainingseinheiten anzupassen und Ihre Reaktion und Ihre Empfindungen besser einschätzen zu lernen.


    • Häufig trinken, noch vor Eintreten des Durstgefühls

Während jeder körperlichen Betätigung ist eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung unentbehrlich.


    • Die richtige Ausstattung wählen, was besonders für die Schuhe gilt

Die Schuhe und Ihre Ausstattungen müssen an Ihren Bedarf angepasst werden, um muskuloskelettale Beschwerden infolge falscher Körperhaltungen zu vermeiden.


    • Sorgfältige Fußpflege: Die Füße waschen und gründlich abtrocknen, Mazerationen vermeiden, alle Wunden, selbst kleine, unmittelbar versorgen

Beim diabetischen Fußsyndrom handelt es sich um eine Komplikation, die durch eine Ulzeration oder Gewebeschädigung am Fuß gekennzeichnet ist. Es ist wichtig, dass Sie Ihre Füße pflegen und Ihrem Arzt jede Auffälligkeit mitteilen.


    • Die eigenen Grenzen nicht überschreiten: Aufhören, wenn man außer Atem ist

Das Training kann nur effizient sein, wenn sie es mit Rücksicht auf Ihre körperlichen Grenzen praktizieren. Sportverletzungen sind häufig eine Folge der Nichteinhaltung dieser Grenzen.


    • Den anderen mitteilen, dass man Diabetiker ist und dass bei einer plötzlichen Verhaltensänderung wahrscheinlich eine Hypoglykämie vorliegt und eine Zuckerzufuhr dringend erforderlich ist.

Im Notfall kann es sich als sinnvoll erweisen, Helfer zu haben, die über Ihre Krankheit Bescheid wissen. Bei Unwohlsein (Schweißausbrüche, Herzklopfen, Zittern, Heißhunger, Sehstörungen usw.) zögern Sie nicht, die anderen über Ihre Situation zu verständigen. Stellen Sie die körperliche Belastung sofort ein und nehmen Sie 15 g Kohlenhydrate zu sich (3 Würfel Zucker oder ein zuckerhaltiges Getränk). Ergänzen Sie bei Bedarf die Kohlenhydratzufuhr durch Trockenfrüchte oder Kekse (Lebensmittel, die immer in Reichweite sein sollten).


    • Lernen, die Behandlung an das geplante Training und die vorgesehenen Belastungen entsprechend anzupassen

Mit der Zeit werden Sie lernen, Ihre Behandlung an Ihre Belastung anzupassen. Der Lernprozess vollzieht sich schrittweise, und zahlreiche Faktoren beeinflussen diese Anpassungen. Schon allein Ihre Tagesform kann Ihre Reaktion auf eine sportliche Aktivität verändern. Seien Sie deshalb geduldig und messen Sie weiterhin regelmäßig Ihren Blutzuckerwert.

Glossar

    • Ketose: Stoffwechselzustand, der durch eine Ansammlung an Ketonkörpern im Organismus, insbesondere im Blut, gekennzeichnet ist.

    • Ulzeration: Krankhafter Veränderungsprozess eines Gewebes, der zur Geschwürbildung führt.