Wie es scheint, soll in Esch auf dem Gelände der ehemaligen Losch-Garage nun doch ein 19-stöckiges Hochhaus errichtet werden. Und wie es ebenfalls scheint, soll diesmal jegliche Diskussion unterbunden werden, da in der Öffenlichkeit bis jetzt keine Rede davon ist.

Das Projekt war 2015 vorgestellt worden und war nach zahlreichen Diskussionen und mehreren Bürgerversammlungen schließlich von der damaligen Bürgermeisterin Vera Spautz abgelehnt worden. Das Projekt passe nicht in dieses Wohnviertel, hieß es. So gab die Stadt dem Unternehmer den Auftrag ein alternatives Projekt auszuschaffen.

Dieses neue Projekt (ohne 60 Meter hohen Turm und mit maximal 7-stöckigen Gebäuden) stieß auf keine Beanstandungen und wurde in der Gemeinderatssitzung vum 9. Februar 2018 einstimmig gutgeheißen.

Der zuständige Innenminister Dan Kersch gab seine Zustimmung zu diesem PAP PORTAL EENT am 27. 04. 2018. Damit schien die Lage klar.

Nun, am 12.01.2019 wird in einem Avis au Public des Escher Schöffenrates eine modification ponctuelle des Projekts PORTAL EENT bekanntgegeben. Will man sich dann auf der Internetseite der Stadt Esch diese punktuelle Veränderung ansehen, stellt man schnell fest, dass die Bezeichnung modification ponctuelle doch sehr in Richtung fake news geht : Zu sehen ist dort nämlich wieder das erste Projekt samt 19-stöckigem Turmgebäude. Als modification ponctuelle ein ziemlich dicker Hund !

Es scheint, als wolle hier ein Bauunternehmer sein Projekt mit allen Mitteln durchsetzen. Wenn möglich heimlich, still und leise. Gegenüber dem geplanten Bau wird gerade ein Wohnblock fertiggestellt ; ich kann mir kaum vorstellen, dass die Leute, die sich dort eine Wohnung gekauft haben, begeistert sein werden, wenn man ihnen eine 60 Meter hohe Mauer vor die Tür stellt, nachdem man ihnen ein ganz anderes Projekt vorgestellt hatte.

Noch gibt es keine Antwort aus dem Innenministerium. Die jetzige Innenministerin Taina Bofferding hat im Escher Gemeinderat damals wie alle Mitglieder für das alternative Projekt ohne Turm gestimmt. Zu hoffen ist auf jeden Fall, dass die Politik nicht wieder mal den Bauunternehmern aus der Hand frisst (und damit den Bürger aufs Auge drückt). Politikverdrossenheit haben wir zur Genüge, etwas mehr Transparenz täte gut…