Je heftiger jemand Aufsehen erregen will,

desto stärker verdient er Herabsehen.

© Gregor Brand, (*1957), deutscher Schriftsteller, Lyriker und Verleger

Als Spektakel bezeichnet man allgemein ein Ereignis, das Aufsehen erregt. Ein derartiges Spektakel, das heuer in aller Munde ist, bietet eine einst junge, dynamische Startup, die die Welt zum Positiven verändern wollte und die sich zu einem marktbeherrschenden Konzern mit allerlei Machtambitionen entwickelt hat: Google! Am Fatalsten ist die Monopolstellung der weltweit führenden Internet-Suchmaschine des US-amerikanischen Unternehmens Google LLC auf dem europäischen Markt. Für die meisten Menschen ist Google das Internet selbst. Ohne Google geht nichts! Und Google will jeden Markt, jedoch vor allem will Google etwas: den gesamten Medien – und Informationskonsum kontrollieren. Google will auf die TV – Bildschirme, auf die Augen (Google Glass), ins Auto und am besten gleich ins Gehirn der Konsumenten.

Dabei verweigert sich der Konzern jeder gesellschaftlichen Verantwortung und nutzt jedes sich bietende Schlupfloch, um sich Datenvorschriften und Steuerzahlungen zu entziehen. Neueste Idee: man möchte Rechenzentren auf See verlegen, um von staatlichen Regeln unabhängig zu sein. Ach ja, es soll auch noch anders gehen – heuer brandaktuell: Bissen! Das geplante Google-Projekt als Spektakel des Jahres! Ein Schelm, wer Böses dabei denkt! Auf dem riesigen, 34,7 Hektar großen Areal will man ein Megaprojekt in Angriff nehmen, wo sich der Normalo unserer Zeit in aller Naivität und Ignoranz des tumben Bürgers*in aus seiner respektive ihrer Sicht die Frage ganz einfach stellt: Weshalb? Cui bono? Wem zum Vorteil? Datenzentrum - „nur“ für Google allein? Oder steckt da sonst noch was (oder wer) dahinter? Wofür, für wen das Google-Datacenter Bissen in Endeffekt? Wissend um die ob diverser Umweltstudien und - Prüfungen bewiesenen und dementsprechend desaströsen Schlussfolgerungen und fatalen Konsequenzen, die insgesamt negativen Auswirkungen des geplanten Google – Datacenters, das niemand gefragt hat – außer Google! Ob unserer schönen (Politiker-) Visagen oder etwa unseres Reizklimas? Man spricht von politisch verantwortlicher Seite zwar vollmundig von den guten Argumenten für den Bau eines Datenzentrums in Luxemburg, verschweigt oder verharmlost jedoch die katastrophalen Konsequenzen auf Flora und Fauna, wertvolle Biotope und sehr gutes Ackerland, das zerstört wird oder einfach verloren geht. Das kann ganz einfach aufgrund der insgesamt fatalen Konsequenzen nicht wirklich interessant für unser Land sein! Das alles wirklich nur im Interesse des kalifornischen Giganten, dem der enorme Verbrauch an wertvollem Wasser und dem extremen Energieverbrauch scheinbar völlig gleichgültig zu sein scheint? Man lobe in dieser Hinsicht jedenfalls deutlich die Arbeit unserer Journalisten und der Medien insgesamt, die sich ihrer (Aufklärungs-) Arbeit durchaus bewusst sind, auch das sei an dieser Stelle klar hervorgehoben!

Es geht jedoch im Kontext Datenzentrum noch viel weiter, nämlich um den gesamten Impact dieses Megaprojektes auf die betroffene Gemeinde direkt, sowie ebenfalls auf die Nachbargemeinden, dies im Kontext Verkehr, Luftqualität, Trinkwasserreserven (nicht nur während der sommerlichen Trocken- oder gar Dürreperioden, die unweigerlich kommen werden) und natürlich um die diversen Fragen in puncto Energieversorgung! Und ebenfalls um die notwendigen Anpassungen der Infrastrukturen sowie das ewige Thema Bauen und Wohnen, Preisentwicklung inklusive!

Der sich glücklicherweise gebildeten lokalen Bürgerinitiative können sich die Bürgerinnen und Bürger der direkten Nachbargemeinden – zuallererst natürlich deren geforderte Gemeinderäte, die ihren Kopf jedenfalls ob der Dinge, die da unweigerlich kommen werden, nicht so einfach in den Sand stecken dürfen – eigentlich nur sofort anschließen.

Das Spektakel hat begonnen!

Frank Bertemes