Hallo Walter,

da bin ich wieder und dies nach etwas mehr als zwei Jahren nach unserem ersten schriftlichen Kontakt per Mail und einer bizarren Geschichte die mich zu dir geführt hat und zu der Zeit in der du mir geraten hast das Buch von Guido Giacomo Preparate zu lesen.

Ich hoffe es geht dir und deiner Frau und den Kindern gut und hoffentlich bist du auch mit deinem Buch gut voran gekommen.

Dass nur sehr wenige Menschen auf unserer Welt bereit sind, sich mit Zeitgeschichte zu beschäftigen und sich auf die Suche nach Wahrheit begeben ist mir seither auch aufgefallen. Mir kommt es immer mehr vor, zumal seit der Zeit als wir uns zum ersten mal geschrieben hatten, dass Menschen die uns oder mich umgeben, wenig daran gelegen ist und jeder für sich eher mit sich selbst beschäftigt ist und seiner oder ihrer Suche nach Erfüllung, nach Glück und da gibt es doch tatsächlich so einige die hoffen auf ewige Gesundheit, ewige Jugend, bis hin zum ewigen Leben.

Die letzten zwei Jahre gaben mir sehr viel Gelegenheit und ich habe auch diese Zeit weiterhin genutzt, um einerseits viel mehr zu lesen als ich dies jemals in jüngeren Jahren vermochte zu tun oder einmal glaubte zu tun, um Informationen zu sammeln und ich habe mir auch sehr viele Sendungen und Reportagen angesehen und ich habe natürlich all meine für mich wichtigen Gedanken, die ich mir über uns Menschen, die Politik und die Welt mache niedergeschrieben und habe es weiterhin dorthin gesendet, so wie ich es dir schon damals vor zwei Jahren mitgeteilt hatte, vielleicht um dem Ganzen einen Sinn zu geben, wenn auch nur für mich.

Meine Frau hat mir in all dieser Zeit mehrmals gesagt oder geraten aufzugeben, aufzuhören damit, oder es anders anzugehen, denn, um es kurz auszudrücken, meinte sie, einerseits interessiert es die meisten nicht was du da schreibst, so leid es mir auch tut dir dies aus meiner Sicht mitzuteilen, da jeder mit sich selbst beschäftigt ist und keiner deshalb begreift um was es bei dir, deinen persönlichen Recherchen und Ausführungen eigentlich geht und du somit viele mit deinen Argumentationen überforderst aber das wichtigste für mich als deine Frau ist, dass du am Ende an all dem zerbrechen wirst, da ich sehe wie du daran ermüdest und drohst daran irgendwann zu erkranken. Ich rate dir damit aufzuhören, versuche es zumindest.

Dazu muss ich dann sagen, ich habe es mehrmals versucht aber da der Zustand Europas und der Welt sich verschlimmert, gelingt es mir einfach nicht mehr, den jede neue Meldung bewegt mich aufs neue und lässt mich nicht ruhen.

Doch dies nur mal so nebenbei.

Über diese zwei letzten Jahre hinweg habe ich dann also weiterhin viele Bücher gelesen, welche sich mit politischem, soziologischem, ökonomischen, ökologischem oder zuletzt diversem menschlichen Verhalten beschäftigen und mit der unglücklichen Entwicklung der Welt allgemein und auch Konflikten und Krisen und politischen Entwicklungen die der Demokratie gefährlich werden oder es schon seit jeher sind, so wie es auch Preparata in seinem Buch beschreibt.

Doch immerhin und immer mehr scheinen dies zu erkennen und sind direkt gewollt dies nun anzuschreiben und anzuprangern oder begeben sich  auf die Strassen.

So etwa Jared Diamond, Francis Fukujama, Paul Collier, Grame Maxton, der Club of Rome, Harald Lesch tut es auch, Steven Levitsky und Daniel Ziblatt raten zu mehr Achtung und Zurückhaltung und setzen auf mehr Respekt und das tun übrigens sehr viele weise Ratgeber und Michel Houellebecq sieht eines der grössten Probleme für uns Menschen im Serotonin und hat dazu einen nicht unbedingt romantischen Roman verfasst.

Ich frage mich nur immer wieder was geschieht mit uns und wie können wir uns befreien und wieder zu freien Menschen werden und wieder zu der eigentlichen Freiheit zurückfinden um nicht weiterhin einer künstlichen oder wie man sagt virtuellen Welt oder Freiheit zu verfallen, in der man uns unserer Sinne, unserem Bewusstsein beraubt und das selbstbewusste Denken und Handeln einer virtuellen Realität und einer Technik zum Opfer fallen und den sogenannten Algorithmen die Menschen geschaffen haben und welche nun drohen oder welche die Absicht haben die Menschheit und die Welt über diese Macht, ihr Denken zu beherrschen.

Wenn ich über diesen Angriff auf unseren Geist, auf Denken und Handeln, auf Demokratie und Freiheit, welcher unverholen und unmissverständlich auf den Grossteil der Menschheit stattfindet nachdenke und versuche aufmerksam zu machen, dann denke ich aber auch noch an die kleine Geschichte zurück die mich zu dir geführt hat und wo du mir ein paar Zeilen damals zukommen gelassen hast und wo es um Möglichkeiten der geistigen Verbindung geht.

Dies wird mir in letzter Zeit um so mehr bewusster und irgendwie glaube ich sogar daran, als dass ich mir die Arbeit, die Recherchen, die Texte die ich schreiben und mein neues Denken und Handeln fast nicht anders mehr erklären kann und manchmal lasten all diese unbewussten Stimmen oder Gedanken von ausserhalb schon geradezu wie eine Last auf mir und manchmal kommt es mir vor als werden es derer immer mehr, so gerate ich selber dann über Tag und manchmal bis spät in den Abend und die Nacht hinein in eine Such- oder Schreibextase in der ich versuche meine Gedanken zu sammeln und diese auf Papier zu bringen, wenn es denn überhaupt noch die meinen sind, denn irgendwie kann ich mir meinen Wandel der letzten Jahre nicht mehr erklären.

Oder habe ich selbst erst jetzt zu mir gefunden, zu meinem inneren “Ich”. Auch darüber oder das “Wir” habe ich mir so meine Gedanken gemacht.

Ich schreibe dir dann heute vor allem deswegen und möchte es dann jetzt nur noch –kurz- machen, wenn es mir dann überhaupt gelingt, denn zu oft werden meine Texte zu lang und dies führt in einer digitalen und intellektuell schwächelnden Welt dazu und dies unterstreicht das Gefühl meiner Frau, dass zu langes nicht mehr gelesen wird weil es für viele, zumal junge Menschen, langweilig oder ermüdend ist. Das Internet oder bestimmte oder bestimmende Entwicklungen haben es dann wohl so gewollt, so wie die Menschheit allgemein droht schwächer zu werden und sich nicht nur ihrer Arbeit sondern auch dem Wissen entledigt und wer weiss wenn keiner etwas dagegen tut, ihrer selbst.

Ich weiss nicht ob es kurz davor oder dann doch eher danach war, nachdem wir uns zum ersten mal geschrieben hatten, als ich auf den Romancier Marc Dugain gestossen bin, durch einen Zeitungsartikel und sein Buch “L’Homme Nu”.

Dieses Buch öffnete mir dann zusätzlich die Augen und schärfte dann erneut meine Sinne und Bedenken, gegenüber der Regierung Luxemburgs, die bei mir direkt im Jahr 2013 schon entfesselt wurden und dass Rifkin kurze Zeit später, mit seinen Visionen und somit denen aus Silicon Valley und somit den Bemühungen der CIA und der NSA und somit der amerikanischen Regierung und irgendeines Systems was die Welt und die Menschheit über die Grenzen der Länder und über deren Geist und den dann dazu fehlenden Verstand versucht in seiner Entwicklung zu kontaminieren, zu beeinflussen und diese so zu lenken und im Sinne einer globalen Machtstruktur, von der die Mehrheit der Menschheit noch gar nicht ahnt oder weiss was diese Macht mit ihnen zu tun gedenkt und wie die Welt von Morgen auszusehen hat, all dies treibt mich seit 2013 an wachsam zu sein und mich aufs äusserste zu informieren und jedes Wort eines Gewählten oder anderer abzuwägen, wenn möglich ohne einem Wahn zu verfallen.

Doch es lastet und dies immer mehr und zumal Nachts drohe ich des öfteren an Gedanken, am Druck dieser zu ersticken, aber nicht weil es mir Angst macht, sondern eher Sorgen und irgendwie scheint es mir als würden der Druck dieser Macht von Tag zu Tag grösser und somit wächst auch die Gefahr damit, dass, so wie Scholl-Latour es formulierte das Ganze aus den Fugen gerät und wir, die Mehrheit der Menschen oder Politiker, schlafen weiterhin, so wie im Jahr 2013 und bis jetzt die Luxemburger es tun, so wie Europäer es tun, so wie die Welt es tut und so wie es Christopher Clark in seiner Sicht auf die Zeit vor 1914 beschreibt und diese Zeit hielt sich dann bis heute und scheint sich dahin zu ziehen.

In seinem letzten Buch “Transparence” zeichnet uns Marc Dugain dann ein Bild unserer Zeit aber aus Sicht der Zukunft, dem Jahr 2060, auch sehr interessant, ist er doch auch besorgt und auch höchstwahrscheinlich verärgert über das was sich in der Welt zur Zeit zuträgt und worauf nicht adequat und konsequent reagiert wird, schon gar nicht von politischer Seite.

Doch dann ist da sein Buch, das er zwischen diesen beiden Büchern geschrieben hat und das den Titel trägt “Ils vont tuer Robert Kennedy” ein Roman und wenn Dugain im Interview gefragt wird ob es denn nun seine Geschichte ist, bleibt er wage und meint er würde doch niemals einfach so seine Geschichte niederschreiben.

Es ist und sollte uns dann auch egal aber es sollte uns gerade jetzt vermehrt beschäftigen.

In den Büchern die ich lese unterstreiche ich wie verrückt und setze so meine Gedanken und Bedenken zusammen und somit die Gedanken derer die diese Büche geschrieben haben und überzeugen können und auf deren Wissen ich oftmals vertraue, was uns in Richtung Politik zusehends abhanden kommt.

Auf Seite 392 von Marc Dugains Buch resultiert dann dieser Abschnitt im Epilog und da daraus dann der Hinweis auf Resistenz resultiert und zwar die der passiven, dies führt mich dann zu dieser geistigen Verbindung die du mir übermittelt hast vor zwei Jahren und die mir in unterschiedlichsten Formen durchaus möglich scheint, ist da eine Tür derer die sich mit uns verbinden wollen einmal geöffnet und sie vielleicht sogar in Strömen versuchen zu uns durchzudringen, so in etwa wie den von uns geschafften Algorithmen denen wir jetzt dabei sind alle Tore zu öffnen bis in unser Allgeheimstes überhaupt, nämlich unseren Geist, unser Hirn.

Es ist nicht nur eine Explosion, es ist eine Gefahr, es ist eine Bedrohung und am Ende sollte es spätestens jetzt für die Menschheit zu einer Herausforderung werden.

“L’explosion n’aurait pu avoir lieu plus tôt, elle participe d’un mouvement général des droits civiques qui se répand dans le monde entier, de la Tchécoslovaquie jusqu’aux États-Unis en passant par la Fance et l’Irlande. Une nouvelle génération se lève, une génération dont un professeur américain dira qu’elle n’Est pas aujourd’hui une Gönöration de -has been- mais de -might has been-. (Qui auraient dû être) Les intellectuels du soulèvement d’un monde dont John Lennon disait qu’il est dirigé, par des gens malsains qui n’ont que des objectifs malsains, faibliront tous, progressivement aspirés par la spirale du bien-être que le productivisme libéral des années quatre-vingt promeut largement sous la bannière de Reagan, de Thather et, à sa façon Mitterand. Tous, sauf les catholiques irlandais du Nord qui ne céderont ni à la tentation du matérialisme comme paravent à l’injustice ni à l’invasion de la drogue comme vecteur d’endormissement de la jeunesse. En témoignent les assassinats de dealers par l’IRA tout au long de ces années. L’homme qui, l’espace de quelques mois, a fait penser que ce changement pourrait prendre une forme politique dans le plus puissant pays du monde n’était autre qu’un catholique irlandais descendu par une conspiration d’Anglo-Saxons protestants encouragés par des mafieux de toutes origines, mafieux qui cinquante ans plus tard ont pénétré au plus intime les systèmes politiques des grandes puissances en y installant leur chef, comme en Russie, ou leur ami, comme aux États-Unis.”

Luxemburg ist ein kleines Land und Litauen ist es ebenfalls. Der Einzug dieser Hightechriesen (Silicon Valley) in andere Länder und die Einflussnahme erschrecken mich zutiefst. Doch mehr erschreckt mich wie Regierungen ihnen ihre Tore öffnen. Im Fall Luxemburgs bezieht sich dies neben dem Finanzplatz dann nun auf das sogenannte Space Mining Programm, welches sehr umstritten ist im Verbund mit Amerikanern und den Emiraten, hinsichtlich auf das bestehende Weltraumgesetz von 1967. Dann im Bezug auf ein grosses Datacenter vom Hightechbranchenriesen Google und somit der weiteren Möglichkeit der Spionage oder nennen wir es dann eben nützlichen Datensammlung für CIA oder NSA, wobei der Umweltimpakt auf ein solch kleines Land innerhalb Europas auch nicht ignoriert werden sollte. Zuletzt sollte und dies sicherlich neben vielen Nebensächlichkeiten die von mir und vielen anderen sicherlich unbeachtet bleiben dann aber und da sind wir beim eben in französisch zitierten Abschnitt, der Vertreib von Cannabis, welcher in Luxemburg nun legalisiert werden soll nicht unbeachtet bleiben, gilt Cannabis doch als eine Einstiegsdroge und sollte dies neben heilenden Funktionen die aus medizinischer Sicht sicherlich zu rechtferigen sind, sollte dies doch nicht über eine Tatsache hinweg täuschen dass so wie Dugain es auch beschreibt, die Sucht als ein Mittel zu einen bestimmten Zweck verwendet werden, wobei im Bildungsbereich im kleinen Luxemburg, so wie in anderen Ländern auch ein Hilfeschrei, eine gewisse  Unzufriedenheit seitens des Bildungspersonals, der Lehrer immer lauter wird, sei es wegen gewissen Mängeln im Bildungsbereich bis hin zu Gewalt und Drogen und viele sich die Frage stellen wo komm das her und wie konnte es dazu kommen.

Walter ich habe übertrieben und entschuldige mich gleichwohl, auch von Seite meiner Frau die sich jetzt schon über dies ärgert, sagt sie mir oder rät sie mir damit aufzuhören und dass dies alles sowieso nie und nimmer etwas bringen wird und würde sie sich es doch aber für mich und die Welt wünschen dass sich am Ende doch irgendwann etwas am sogenannten -System- ändern würde. Da scheint es durchaus noch weitere Probleme oder Fehler zu geben und das bedrohliche ist dass sie schneller wachsen als bislang und in einer Art bei der es mir jedenfalls schon schwindlig wird und ich frag mich was etwa meine Grossmutter dazu sagen würde.

Da ich dann mit “würde” diesen Satz beendet habe, möchte ich selbst es dann auch nicht vermissen, so wie es alle nach 70 Jahren nun tun und auf den Satz hinweisen welcher die Deutschen und uns Europäer von Anderen und allen voran Amerikanern unterscheidet,

“Die Würde des Menschen ist unantastbar”

Na hoffen wir dann mal dass dieser Satz in diesem Europa und auch in der Welt, bestand haben wird!

Immerhin, in Österreich tut sich ja jetzt etwas und als ich mir beim ZDF in dieser Woche eine Runde angesehen haben wo Politiker von links nach ganz rechts vertreten waren, wurde mir beim Blick von links nach rechts hin immer mulmiger und ich weiss nicht mehr so recht was ich ab der Mitte bis nach aussen rechts halten soll, ausser dass diese Teil eines weltweiten Problems sind und Fehler welche aus deren Politik der letzten Jahrzehnte resultierte.

Zwei Fotos habe ich angeheftet.

Der Künstler d’Izarny ist uns, meiner Frau und mir, bei einem Aufenthalt in Paris, vor ungefähr 8 Jahren ins Auge gestossen.

Meine Frau, die sich auch seit ich mit schreiben begonnen habe, sich ihrem Talent gewidmet hat und schöne Figuren in Gips verarbeitet, war von d’Izarnys Bildern sofort hingerissen und da die Bilder dann doch und zumal damals schwer erschwinglich waren für uns, habe ich einen Freund damit beauftragt, welcher selbst Künstler ist und welcher auch eine Werkstatt besitzt und eine riesen Druckmaschine, mir dieses Bild nachzuahmen und er tat dies dann auch und überstrich die Kopie auch leicht und hat es uns also ermöglicht dieses Bild nun bei uns zu beherbergen.

Das besondere daran ist der Text, (Sunday bloody Sunday) der sich darauf befindet und der wiederum dann nun eine Brücke schlägt zu Marc Dugain, zu Irland, zu diesem blutigen Sonntag und dann zur Politik und zu Amerika, zu der blutigen Welt.

Im Leben stehen sehr oft irgendwelche Rechnungen offen, so ist es wohl bei Dugain, bei Irländern, bei Europäern, bei anderen und dann auch bei mir, wenn ich nur an die Vergangenheit meiner Familie denke und dann auch die meines Landes und noch immer nicht so richtig zu wissen wem oder was wir das zerstörerische und rücksichtslose letzte Jahrhundert zu verdanken haben, welches unter anderen, besseren Umständen, durchaus besser und friedvoller hätte verlaufen können und man wage gar nicht daran zu denken, wie viel besser die Welt heute schon sein könnte und wie viel Leid man hätte vermeiden können.

Doch ich möchte nicht oder es liegt mir fern, dass irgendjemand für diese, meine Rechnung bezahlt.

Was ich möchte ist vielleicht eine Art Bekenntnis, eine Art Eingeständnis oder Einsicht, eine Art Versöhnung und dann auch Verzeihung und eine dann Art Gelübte auf Besserung und der Wille der resultieren kann, dass wir aus dieser Welt eine bessere machen wollen und können.

Ein Neuanfang! Eine andere, eine neue Politik!

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Da gab es oder gibt noch diesen Michael J.Sandel und dann gibt es da noch so etwas wie Gerechtigkeit!

Lieber Walter,

ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute