"Reden wir nur davon, ihr Weisesten, ob das höchste Böse gleich schlimm ist. Schweigen ist schlimmer; alle verschwiegenen Wahrheiten werden giftig."

Friedrich Nietzsche, aus : Also sprach Zarathustra

Diskrete Treffen der besonderen Art – mit Gift in der Konsequenz? Wie einige diese doch nicht mehr ganz so geheimen Elitetreffen warnend einschätzen…Treffen, die eben nicht mehr unbekannt sind und in denen die absolute Diskretion der sehr privaten Diskussionen von den hochkarätigen Teilnehmer*innen sehr gepflegt und generell auch strikt respektiert werden. Gemeint sind die Bilderberger, wie man die Teilnehmenden an diesen Bilderberg-Konferenzen als regelmäßig stattfindende Elitetreffen bezeichnet. Oder auch, glaubt man zumindest den diversen Büchern und Artikeln, die ihnen „gewidmet“ sind,  sind die Bilderberger nicht nur  ein Machtzentrum mit starkem Einfluss, sondern die geheime Weltregierung schlechthin…Ob dem so ist?

Egal wie: die Besonderheit der Treffen ist der private Charakter. Die Teilnehmenden nehmen nicht in offizieller Funktion, sondern als Einzelpersonen teil und sind daher nicht an die Konventionen ihres Amtes oder an vorher vereinbarte Positionen gebunden. Auf diese Weise können sie sich Zeit nehmen, um zuzuhören, zu reflektieren und neue Eindrücke zu gewinnen, wie es in der offiziellen Pressemitteilung – und die gibt es tatsächlich ! –  heißt.  Es gibt keine detaillierte Tagesordnung, es werden keine Beschlüsse gefasst, keine Abstimmungen durchgeführt und keine Grundsatzerklärungen abgegeben. So jedenfalls die offizielle Version. Um die Bilderberg-Konferenzen ranken sich viele Verschwörungstheorien, weil von den Diskussionen kaum etwas nach außen dringt. Dieses Jahr war Ende Mai bis Anfang Juni Montreux  Schauplatz des Treffens mit hochkarätigen Gästen aus aller Welt – den Mächtigen Europas und Nordamerikas. Bei den Treffen in wechselnder Besetzung gilt die britische "Chatham House Rule", die die  Weitergabe von Inhalten vertraulicher Gespräche an Dritte regelt: Die Teilnehmer dürfen die besprochenen Informationen verwenden, aber die Redner nicht namentlich zitieren.

Das Bilderberg-Treffen ist ein Forum für informelle Diskussionen über zentrale Themen und Herausforderungen. Es entstand aus der Befürchtung, dass Westeuropa und Nordamerika angesichts der „Bedrohung durch den kommunistischen Ostblock“ zu wenig eng zusammenarbeiten würden. Das erste Treffen dieser Art fand 1954 auf Einladung von Prinz Bernhard der Niederlande in dem damals ihm gehörenden Hotel de Bilderberg in Oosterbeek in den Niederlanden statt. Der Name Bilderberg wurde vom ersten Tagungsort übernommen.  Seitdem werden jedes Jahr zwischen 120 bis 140 politische Entscheidungsträger und Experten aus Industrie, Finanzen, Wissenschaft, Arbeit und Medien zum Treffen eingeladen. Etwa zwei Drittel der Teilnehmenden kommen aus Europa und ein Drittel aus Nordamerika. Die Hauptthemen der diesjährigen Konferenz waren heuer unter anderem eine stabile strategische Ordnung, Klimawandel und Nachhaltigkeit, der Brexit, China und Russland, die Zukunft des Kapitalismus, Ethik der künstlichen Intelligenz, Social Media als Waffe und Cyber-Bedrohungen. Sehr interessante und höchst aktuelle Themenkomplexe,  denen man sich da annahm und über deren Schlussfolgerungen die hochkarätigen Teilnehmenden in gepflegter Tradition so herrlich schweigen werden….

Und die Konsequenzen der „Denkfabrik Bilderberg“?

Irgendwann werden wir sie erleben…Unweigerlich aber sicher, live und in Farbe!

Bilderberg – für uns als Normalos dieser Welt ein Enigma wie Nietzsches wohl rätselhaftestes, einleitend zitiertes Werk….

Frank Bertemes