Datenzentren : grün, grüner, am grünsten !

Und  das gibt es durchaus! Womit das Thema schon wieder einmal klar wäre: Datacenter, Datenzentren oder auch Rechenzentren. Im nationalen Kontext heuer brandaktuell: Google. Ein Topic der besonderen Art, das so manche aufgrund dieser (vermeintlich) kolossalen Idee eines Wahnsinnsprojektes mit allerdings kolossal negativen ökologischen Konsequenzen trotzdem in ihrem Elan beflügelt, ein Datenzentrum, das nicht nur (lokal-) politisch eine kolossal verfahrene Situation provoziert, die vielen einen kolossalen Schrecken einjagt. Das Risiko besteht jedenfalls. Doch so etwas stört die Vertreter der Industrie  mitnichten, wie wir tumbes Wahl– und Bürgervolk erst kürzlich in einer besonders reizvollen RTL – Radiosendung vermittelt bekamen und uns ob einer mehr als fragwürdigen „Pro-Google-Argumentation“ so anhören mussten.

Wie man es machen kann und wie man es eben nicht tun darf…oder eigentlich nicht tun dürfte und man es wohl trotzdem machen wird, trotz des immer heftigeren Widerstandes, nichts kann die ungenierten Befürworter dieses Megaprojektes auf 38 ha wertvollen Ackerlandes und Biotopes stören. Weil man eben immer seinen Willen durchzusetzen versteht, oder? Es geht jedoch auch anders. Das amerikanisch-norwegische Unternehmen Kolos baut das größte grüne Datacenter der Welt in Ballangen, Norwegen, 225 Kilometer nördlich des Polarkreises. Der Kolos-Standort steht für eine vollkommen neue Klasse eines hyper-dimensionierten  Rechenzentrums, das Nachhaltigkeit, Kosteneffizienz und Sicherheit im Kern seines Entwurfs, seiner Bauausführung und Betriebsführung berücksichtigt, wie man uns informiert.  „Wir haben Standorte auf der ganzen Welt analysiert und Ballangen als einzigartig bestimmt — wegen Norwegens wettbewerbsfähigen alternativen Energien, des kühlen Klimas im Land und seines großen Anteils an Erwerbstätigen in technischen Berufen sowie ebenso wegen des Zugangs zu international leistungsstarken Lichtleitkabeln (Glasfaserkabeln) und des sicheren Standorts.“ So ein Manager von Kolos, ein norwegisch – amerikanisches Unternehmen mit Zweigstellen in Norwegen, den USA und dem übrigen Europa. Sein Ziel ist die Schaffung des innovativsten, energieeffizientesten und sichersten Rechenzentrums der Welt, welches zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben wird. Das komplett  mit Wasserkraft versorgte Rechenzentrum von Kolos wurde unter Beteiligung der Gemeinde gestaltet und integriert sich wunderbar in die natürliche Landschaft. Als solches ist das Datenzentrum Kolos das größte Rechenzentrum der Welt und sorgt im nordwestlichen Norwegen für Arbeitsstellen und weitere Firmenansiedlungen. Kolos geht jedenfalls einen völlig anderen Weg als der amerikanische Internetkonzern Google dies mit seinem heftig umstrittenen Wahnsinnsprojekt in unserem Ländchen so zu veranstalten gedenkt, indem es sich aus den engen, hochpreisigen Gebieten, die Strom aus fossilen Brennstoffen beziehen, in eine Region begibt, die saubere erneuerbare Energien im Überfluss zu bieten hat – und eben …Wasser!

Die viergeschossige, 600.000 Quadratmeter große Anlage hat Zugang zum Gelände an einem Fjord, der von Bergzügen umgeben ist und sich in die natürliche Schönheit seiner Umgebung integriert,  sowie sich an  den spektakulären Bodenformen der Berge und Gletscher, die das Gelände definieren, orientiert. Google jedenfalls macht genau das Gegenteil: Google zerstört und verbraucht massive Mengen an Energie und Wasser, ist also alles andere als ökologisch! Die gewaltige, durch die Wasserkraft Norwegens betriebene, klimagekühlte Anlage hat eine riesige Leistung und kann aufgrund seiner Kapazitäten den schnell wachsenden globalen Datenmarkt bedienen. Der High-Speed-Verkehr in das nahe gelegene Kontinentaleuropa und bis zur Ostküste der Vereinigten Staaten wird von Kolos durch Hochleistungsfaser durch das benachbarte Schweden geführt.

Das Datenzentrum Kolos – ein Koloss eines Datacenters, auch in ökologischem Kontext! Kolos wirbt mit billigem Ökostrom, niedrigen Kosten für indirekte Kühlung mit Wasser aus der Umgebung, zuverlässiger Versorgung, vorhandenen Datennetzen, sicherer Lage und großer Akzeptanz in der Bevölkerung. Und Google….??

Ach – und das um der Ironie eines besorgten Bürgers trotzdem treu zu bleiben, auch wenn Humor vielleicht ob des Ernstes des Themas nicht so angesagt sein dürfte: Wo sehen wir Kritiker eigentlich hierzuländchen ein Problem? Gewisse Kreise sehen jedenfalls gar keine: Die Energiefrage ignorieren sie einfach (Cattenom wird’s schon lösen!), die Alzette wird trockengelegt und zusätzliche Wassermassen importieren wir aus dem Ausland –  wohl mittels Pipelines aus Norwegen? Importieren wir Berge und Gletscher gleich mit?

Geht doch, oder?

Google-Datenzentrum : ein kolossaler Irrsinn eben, der uns in diverser Hinsicht noch teuer zu stehen kommen wird….

 

Frank Bertemes