Irgendwann stellt sich für jedes Elternpaar die Frage, lassen wir unser Kind fremdbetreuen, oder kümmert sich einer von uns  zu Hause um seine Erziehung?

Da mir dieses Thema sehr am Herzen liegt, wollen wir uns hier kontrovers damit auseinandersetzen.

Mir ist in der Tat vor allem die undifferenzierte, einseitige Vorgehensweise der aktuellen Regierung ein Dorn im Auge, die keine Argumente der Gegenseite gelten lässt, und offensichtlich nur ein Ziel  verfolgt, nämlich den Eltern durch finanzielle Zwänge keine Wahlfreiheit zu lassen, um sie als Arbeitskräfte einzusetzen, und ihren Einfluss auf die Erziehung ihrer Kinder möglichst gering zu halten.

Fragen wir uns zunächst, warum heute viele Eltern arbeiten wollen.

Da gibt es Eltern, die beide aus freiem Antrieb arbeiten gehen.

Sicher ist es nachvollziehbar, dass jene, die ein Hochschulstudium absolviert haben, und ihren Beruf mögen, sich schwer damit tun, ihre Berufstätigkeit zeitweilig an den Nagel zu hängen, und einen Karrierebruch in Kauf zu nehmen.

Dabei wird es ihnen leicht gemacht weiterzuarbeiten, durch die vielen kostenlosen Betreuungsangebote, flexibilisierten Elternurlaub usw.

Eine grosse Rolle spielt bei vielen Eltern sicherlich auch die  Beeinflussung durch die Regierung, welche, ihnen einzureden versucht, dass sie einerseits nur durch eine berufliche Unäbhängigkeit im Falle einer Scheidung, und durch eine Rente im Alter, gegen jede Notsituation gewappnet seien, und dass sie andererseits nur das Beste für ihr Kind tun, wenn sie es einer Betreuungsstruktur überlassen.

Andere Eltern aber gehen durch finanzielle Zwänge genötigt arbeiten, obschon sie  viel lieber in den ersten Jahren bei ihrem Kind bleiben würden.

Ein Leichtes wäre es, diese Eltern, welche ja keinen Krippenplatz in Anspruch nehmen, genauso zu unterstützen, durch ein Weiterbezahlen in die Pensionskasse und Weiterbildungsangebote während der Familienpause.

Aber das ist von der Politik so nicht gewollt. Im Gegenteil wurden ihnen sämtliche Zulagen  gestrichen, und dann heisst es noch zynisch , sie hätten ja die Wahl!

Aso ist es nur gut betuchten Familien, oder solchen, die grosse Entbehrungen auf sich nehmen, möglich ihre Kinder selbst zu erziehen .Geht so Gerechtigkeit??

Die wesentliche Frage aber ist, ob Fremdbetreuung wirklich das Beste fürs Kind ist, so, wie es die Regierung behauptet?

Demgegenüber steht die Überzeugung vieler, dass nur die Nähe zu Vater und Mutter, und nach Liebe und Geborgenheit befriedigt .Eine frühzeitige Trennung von der Mutter im Kleinkindalter ist in jedem Falle ein tiefgreifendes, traumatisches Erlebnis, da das Kind noch keinen Zeitbegriff hat, und nicht weiss, wann und ob, seine engste Vertrauensperson, die Mutter zurückkommt!

Dies sagen auchdie Bindungsforscher und Psychotherapeuten.

Nach ihnen sind  die ersten drei Jahre ausschlaggebend  für eine feste Mutter-Kind-Bindung und für das so unerlässliche Grundvertrauen, welches die Basis ist für eine gesunde Entwicklung, auf der alles Spätere fusst.

Schlussfolgerung :

Kann man auch nicht pauschal behaupten, dass eine Fremdbetreuung gezwungenermassen, und in jedem Falle schädlich ist, da ihre Auswirkungen von vielen Umständen, wie z.B. dem Alter des Kindes, seinem Charakter, der Länge der Fremdbetreuung , und der Aufmerksamkeit, die ihm während der  restlichen Zeit zuteil wird, abhängen, so ist sie jedenfalls nicht die beste Ausgangsbasis!

Darauf deuten jetzt schon unzählige Klagen von Erziehern über überforderte Kinder hin.

Gönnen wir deshalb unseren Kindern eine unbeschwerte Kindheit im Kreise ihrer Familie, (und unterstützen wir die Petititon Nr 1298!)

Dies ist die beste Investition in ihre Zukunft.

Marie-Andrée Faber

Was bedeutet Fremdbetreuung eigentlich?

2.. Definition:

Unter dem Begriff“ frühe Fremdbetreuung“ oder „frühe ausserfamiliäre Fremdbetreuung“   versteht man eine Betreuung des Kindes in seinen ersten drei Lebensjahren durch „ fremde“ Personen, die nicht aus seinem vertrauten Familienumfeld stammen.

2. Warum gehen heute  viele Eltern arbeiten?

Zunächst aber möchte ich der Frage auf den Grund gehen, warum viele Eltern heute arbeiten gehen.

A.Dies kann gewollt, und aus freiem Antrieb geschehen.

Bedingt ist dies durch den Umstand, dass immer mehr junge Leute heute studierenihren Beruf lieben, und ihn nur ungern aufgeben.

Auch kann eine Familienpause oft einen erheblichen Karriereknick bedeuten.
Berufstätig sein,  bedeutet auch Unabhängigkeit vom Partner, ein grösseres Selbstwertgefühl und mehr gesellschaftliche Akzeptanz, und ferner eine Absicherung für den Fall einer Trennung und im Alter durch eine Rente.

Naürlich spielt auch das  Geld eine nicht unwesentliche Rolle, weil es ein Leben mit mehr Luxus ermöglicht.

B.Auf der anderen Seite aber gehen auch viele junge Eltern nicht freiwillig, sondern mehr oder weniger gezwungerweise und schweren Herzens arbeiten.

Sie setzen andere Prioritäten, und würden lieber bei ihren Kindern bleiben.

Bei den schwindelerregenden Lebenshaltungs- und Wohnpreisen erlaubt es oft nur  eine zweite zusätzliche Verdienstquelle der jungen Familie sich eine erschwingliche Wohnung anzuschaffen, und irgendwie über die Runden zu kommen.

3.Manche Eltern bleiben trotz dieser finanziellen Zwänge zu Hause, indem sie auf vieles verzichten, um ihr Kind selbst zu betreuen.

Welches ist nun die Einstellung der aktuellen Familienpolitik?

Logisch wäre es wohl, dass sie den Familien die Möglichkeit zu einer freien Wahl bietet, ob sie ihre Kinder selbst  erziehen wollen, oder ob sie sie in Betreuungsstrukturen unterbringen.

Deshalb müssten einerseits, um eine gute Fremdbetreuung zu ermöglichen, optimale Bedingungen geschaffen werden, mit einem kindgerechten Betreuungsschlüssel, während andererseits diejenigen, die ihre Kinder selbst betreuen wollen, eine angemessenen finanzielle Unterstützung erhalten, sowie  Fortbildungsmöglichkeiten zum Wiedereinstieg in den Beruf nach der Familienpause, und Einzahlung der Rente während ihrer Auszeit!

Das würde übrigens ihrer so vielgepriesenen Antidiskriminierungspolitik gerecht werden!

Weit gefehlt!
Unterstützt wird nur ein Familienmodell, und zwar das der Fremdbetreuung. Es soll sogar vorkommen, dass  Eltern, die nicht arbeiten, ihre Kinder dort  abgeben. Dabei bleibt es nicht bei der einseitigen Finanzierung von unzähligen Krippen.wobei noch zynisch behauptet wird, die Eltern hätten ja die Wahl!

Ja, die Familienministerin scheut sich sogar nicht  selbsterziehende Eltern als „ Auslaufmodell“ herabzuwürdigen, statt diesen wichtigen Dienst an der Gesellschaft zu schätzen, und  unzählige Webekampagnen und Stellungnahmen der Regierung zielen darauf ab, Eltern zu überzeugen, dass Fremdbetreuung das Beste für ihr Kind ist.

Wo bleibt das Kind bei alledem?

Bisher ging kaum die Rede vom direkt Betroffenen, dem Kind!
Ist Fremdbetreuung wirklich das Beste für ein Kind?

Ohne nach langatmigen Argumenten zu suchen, leuchtet es wohl jedem, der noch trotz aller Gehirnwäsche über seinen gesunden Menschenverstand verfügt, ein, dass ein Baby oder Kleinkind am besten daheim bei seinen Eltern aufgehoben ist.

Klar muss sich Fremdbetreuung ab einem gewissen Alter und in vernünftigem Masse nicht negativ auswirken. Es kommt hier wie bei allem auf die Menge, aber auch auf die Individualität des Kindes an.

Es mag auch extreme Familiensituationen geben, wo ein Kind , das total vernachlässigt oder gar misshandelt wird, in einer Krippe besser aufgehoben ist, aber das gilt nicht für den Normalfall!

Übermässige, frühzeitige Fremdbetreuung, welche die Elementarbedürfnisses der Kinder ausser Acht lässt, wirkt sich jedenfalls negativ aus, und über die Folgen der Kinder-Massenbetreuung klagen heute schon viele Erzieher.

Beirren dürfen sich  Eltern nicht durch durch Argumente wie: Ein Kind kann sich nur sozial entwickeln, durch Interaktion mit Gleichaltrigen.

Sicher, es wäre fatal ein Kind von allem fernzuhalten und sich mit ihm zu Hause einzukapseln, aber das tun normale Eltern nicht.

Das Kind lernt sozale Kompetenzen von alleine  innerhalb seiner Familie mit seinen Geschwistern, und den andern Familienmitgliedern.

Auch ausserhalb kommt es in Kontakt mit Spielgenossen auf dem Spielplatz, in Krabbelgruppen usw.

Auch früher sind die Kinder zu grossartigen Menschen herangewachsen, und das ganz ohne Krippen. Dabei konnten sie eine sorglose, unbeschwerte Kindheit und Jugend im Kreise ihrer Familie und Freunde in freier Natur verbringen.

Einig sind sich Bindungsforscher und Psychotherapeuten, dass die 3 ersten Jahre im Leben eines Kindes  ausschlaggebend sind, für eine feste Mutter-Kindbindung und das unabdingbare Grundvertrauen.

Darauf lässt sich alle Spätere aufbauen, ganz ohne Fremdbetreuung.
Gönnen wir unsern Kindern diese unwiderbringliche Zeit ! Dies ist die beste Investition in ihre Zukunft.