Ich habe einen Pfeil in den Himmel geschossen, und er ist steckengeblieben.

Ein Zitat eines Unbekannten, das spätestens auf den zweiten Blick kaum witzig sein dürfte – bei näherer Betrachtung.Es geht nämlich um die Luftverschmutzung, ein Topic, das unsere politische Klasse ob dessen periodischer Thematisierung deshalb nervt, weil ein Problem aufgeworfen wird, das sich nicht und nicht und ganz einfach nicht in Luft auflösen will. In welche Luft auch? Das könnte man sich fragen – in jene vielleicht, in der jeder Pfeil stecken bleiben würde, den man hinein schießt? Weil diese Atemluft (man beachte: ATEM-luft) so mit Schadstoffen belastet ist, dass, wäre diese tatsächlich eine feste Materie, ganz einfach undurchdringlich sein würde…Nur: das passiert ob der physikalischen Eigenschaften der Luft (farblos, geruchlos und geschmacklos) natürlich nicht, versteht sich…Und wer sich mit einer derartig gewählten Metapher zur Luftverpestung in Mariens beschaulichem Ländle alarmiert  äußert,  übertreibt natürlich maßlos! Oder etwa doch nicht?

Zur Theorie: Als Luftverschmutzung wird die Freisetzung umwelt- und gesundheitsschädlicher Schadstoffe in die Luft bezeichnet. Zu diesen Schadstoffen gehören z. B. Rauch, Ruß, Staub, Gase, Aerosole, Dämpfe und Geruchsstoffe. Luftverschmutzung ist eine Form der Umweltverschmutzung – für die Politik heuer ein Problem,  das sich, wie bereits einleitend bemerkt, leider eben nicht in Luft auflösen will. Die Fakten in diesem Kontext sind nicht neu. Die Tatenlosigkeit der EU – Regierungen allerdings auch nicht. Die Europäische Umweltagentur hat berechnet, dass jährlich 430.000 Europäer an den Folgen der Luftverschmutzung sterben. Hauptproblem sind vor allem die ultrafeinen Partikel und die Stickoxide, die ebenfalls aus Verbrennungsmotoren kommen. Eine weitere Gefahrenquelle ist bodennahes Ozon. Ach ja: Ozon? – Da war doch mal was? Hierzuländchen auch in Hitzeperioden anscheinend kein Thema mehr? Genauso wie die Grenzwerte, die locker überschritten werden – generell ohne weiteren Kommentar! Man sieht dies eben nicht! Für Rußpartikel hat die EU beispielsweise Grenzwerte festgelegt, die im Jahresmittel eingehalten werden müssen. Erlaubt sind 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Über die Anzahl der Partikel sagt das allerdings nichts. Ein großes Problem, denn die Gefährlichkeit nimmt zu, je kleiner die Partikel werden und je leichter sie dadurch in den menschlichen Organismus eindringen können. Es ist einfach erschreckend, wie viel man über dieses Thema spricht, regelmäßig thematisiert,  jedoch im Endeffekt trotzdem sehr wenig passiert. Weshalb nur? Das  fragt sich der kritische Bürger. Und nicht nur er. Denn auch in entsprechenden parlamentarischen Anfragen, die man in unserem „Chambersbliedchen“ so lesen kann, werden periodisch bestens formulierte Anfragen von Volksvertretern zu diesem Reizthema an die verantwortlichen Minister veröffentlicht, die übrigens genauso ausführlich und mit allen fachlichen Details beantwortet werden.  Und dabei bleibt’s dann…Auf EU-Niveau dazu klare Worte des zuständigen EU-Umweltkommissars (den niemand kennt!) Karmenu Vella im Januar 2019: „Wir sollten alle besorgt sein um die Qualität der Luft, die Europäerinnen und Europäer einatmen. Der Schutz der Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger ist daher für uns sehr wichtig, auch im Rahmen unserer EU-Gesetzgebung zur Luftqualität. Die geltenden EU-Grenzwerte, die von allen Mitgliedstaaten und dem Europäischen Parlament verabschiedet wurden, basieren auf soliden wissenschaftlichen Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der weltweit führenden Autorität in Gesundheitsfragen.(…)“

Nur: was passiert konkret? Die Wahrheit einer Absicht ist die Tat, so ein Hegel-Zitat…nicht wahr? In der Tat: Taten bitte!

Der Zeilenschreiber kann die absolute Tatenlosigkeit der Politik, die allerdings zu viele an sehr ernsten Atemwegserkrankungen leidende Mitmenschen provoziert, leider tagtäglich in real anlässlich seines „Spaziergangs“ entlang der „Rocade de Bonnevoie“ in unserer Hauptstadt feststellen. Die heuer ob der existierenden Baustellen entlang dieser Bonneweger Stichstraße –  die man übrigens in bereits an dieser Stelle thematisierter Glanzleistung von wertvollen und schönen Hecken –  und Sträuchern „befreit“ hat – deutlich sichtbare Staubbelastung,  sowie die mit Sicherheit hohen Stickstoffoxidwerte (NO, NO2 und NOx) oder auch die Feinstaubemissionen (PM10), die an der (garantiert wenig beachteten oder ignorierten) Messstation unter der CFL-Fußgängerbrücke kontinuierlich festgestellt werden, haben sich seit Jahren mitnichten irgendwie verbessert – das Gegenteil dürfte wohl eher zutreffen. Entsprechende Verdächtigungen wurden dem Schreiber dieser Zeilen jedenfalls auf Nachfrage hin durchaus bestätigt, dies mit der ausdrücklichen Ermutigung, diese Bemerkungen zu veröffentlichen – und dies in unser aller Interesse!

Luftverpestung, die uns den Atem verschlägt! Wann nimmt man das Problem, von dem man zwar viel spricht, konkret jedoch herzlich wenig passiert, denn endlich wirklich ernst?

Es wird Zeit!

Frank Bertemes