Eise Lieserbréif-Auteur schreift eis vun der krasser Hëtzt, hei mam Stéchwuert "Waasser".

Wasser ist Leben und knapp!

Das dürfte bekannt sein…Wasser ist heuer anlässlich der anhaltenden Hitzewelle sowie der diversen  Probleme, die sich mit durchaus nachhaltiger Wirkung daraus ergeben, ein absolutes Reizthema. Ein Vorstandsmitglied der Deutschen Unesco-Kommission, brachte es auf den Punkt: „Klimawandel, Bevölkerungswachstum und steigender Konsum machen deutlich: Wir brauchen neue Lösungen für die Wasserbewirtschaftung.“ Und: „Wenn wir so weitermachen wie bisher, werden bis 2050 mehr als fünf Milliarden Menschen unter Wassermangel leiden.“ Und diese Problematik geht uns in unserem beschaulichen Ländle durchaus auch etwas an – nur: einmal mehr wird die Chose verharmlost, gar ignoriert. Doch eins dürfte klar sein: Wasser ist unser Lebenselixier, die Grundlage allen Lebens: Wasser ist das wichtigste Lebensmittel des Menschen.

Hintergrund dieses Beitrages ist: Fast die Hälfte der Weltbevölkerung ist den Vereinten Nationen (UN) zufolge von Wassermangel bedroht. Nun tagte Mitte März des letzten Jahres,  und von den meisten von uns völlig unbeachtet, das Weltwasserforum (WWC) in Brasiliens Hauptstadt Brasilia. Die Veranstaltung, getragen vom „Weltwasserrat“, sprich Wissenschaftlern, Unternehmen und Behörden, stellte das Forum unter das Motto: „Sharing Water“. Herausgekommen ist neben den vielen Lobeshymnen auf das eigene Tun eine „Charter of Brasilia “, die zehn Prinzipien zum Wasserrecht und Umweltregeln festlegte – auch das kein Thema in „Mariens – Google – und – Griechenjoghurt – Land“ , beides boomt bekanntlich auch in puncto Wasserverbrauch –  um an dieser Stelle durchaus bewusst sarkastisch zu werden!  Dort heißt es unter anderem, dass Wasser ein „Gut von öffentlichem Interesse“  ist (Prinzip eins) und Wassergesetze ein „wesentliches Fundament für den Schutz von Wasserressourcen und das Ökosystem darstellen“ (Prinzip acht).  Die etwas pomadig-anmaßend klingenden Formulierungen scheinen auf einen Minimalkonsens hinzudeuten (wie so oft bei solch aufgeblähten Veranstaltungen), denn vom „Recht auf Wasser als freies Gut“ sprechen längst nicht alle Staaten und schon gar nicht viele große Konzerne. So die Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft (AöW) in ihrer Stellungnahme im März 2018, Zitat: „Seit den Anfängen von WWC und der Weltwasserkonferenzen wird Wasser als nicht länger ‚freies‘ Gut bezeichnet. Weil es knapper wird, soll es zu einer ‚handelbaren Ware‘ werden. Die Regierungen sollen sich weg von der Aufgabe, Wasser zu geringen Kosten bereitzustellen, hin zu einer Rolle, Wassermärkte zu regulieren, bewegen. Das ist de facto das Ziel der Privatisierung, um die es in diesen Zeilen und dies ausdrücklich warnend ebenfalls gehen soll. Verwunderlich ist das nicht, denn die Gründungsmitglieder des WWC sind internationale Konzerne, und sie dominieren auch weiterhin die Weltwasserforen – Veranstaltungen, die wie bereits erwähnt, hierzulande kaum bekannt sind – und die uns sehr wohl alle, jede und jeden von uns,  betreffen!

Und wie bürgerfern die EU – Kommission auch in ebendiesem Kontext „Wasser“ zu handeln und das vom Zeilenschreiber bereits bemühte europäische Haus ohne seine Bürger zu gestalten pflegt, beweist das arrogante, überhebliche Handeln ebendieser, irgendeiner Form der wahren Demokratie völlig unverdächtigen EU-Regierung, die sich so ziemlich alles über die Köpfe des tumben EU-Wahlvolkes zu erlauben beliebt. So geschehen anlässlich der Europäischen Bürgerinitiative (und sowas nennt sich in der Tat „partizipative Demokratie“  - im Vokabular der EU–Führungselite inexistent!) „Wasser ist ein Menschenrecht“ des EU-weiten Bündnisses „Right2Water“, der ersten ihrer Art auf EU–Niveau, die im Jahre 2013 das geforderte Mindestmaß an Stimmen erreichte. Mittels dieser Europäischen Bürgerinitiative (EBI) „Right2water“,  die es geschafft hatte , innerhalb der gesetzten Fristen mehr als eine Millionen Unterschriften in mehr als sieben  EU-Ländern zu sammeln, wollte man erreichen, dass das öffentliche Gut „Trinkwasser“ nicht von den Konzernen privatisiert werden kann. Doch fünf Jahre später, also im vergangenen Jahr  2018, gab der (hochgelobte, jedoch abgelehnte) Spitzenkandidat der Sozialdemokraten der rezenten EU-Wahlen, Frans Timmermanns,  als Kommissions-Vizepräsident bekannt, dass es ein „verbindliches Grundrecht auf Wasser nicht geben dürfe“ (sic!) – das sei in der EU–Grundrechte–Charta schlicht und einfach „nicht vorgesehen“! Und mit dem neuen JEFTA –Freihandelsabkommen zwischen der EU und Japan, das am 1. Februar 2019 in Kraft getreten ist und mit dem die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen diesen beiden wichtigen Handelsräumen, aber auch die generelle Rolle der EU in Asien gestärkt werden sollen, kommt es wohl noch schlimmer: Wasser wird darin zur privaten Handelsware! Und das mit allen Konsequenzen!

Womit wir dann soweit wären, wie wir niemals hätten kommen dürfen…Das  Gut Wasser als Quelle für private Profite?

Nur: Die Liebe zum Profit beherrscht die ganze Welt. So bereits Aristophanes, der als der bedeutendste Komödiendichter und Satiriker nicht nur des Klassischen Griechenlands, sondern auch des Abendlandes gilt. Seine Stücke zeichneten sich durch eine couragierte und furchtlose Kritik an den damals vorherrschenden politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten aus. Dementsprechend  blieb es nicht aus, dass er wegen seiner Sicht der Dinge mehrfach mit der Obrigkeit aneinander geriet…

Das Stichwort  „Wasser“, dessen Knappheit sowie die drohende Privatisierung dieses Gutes dürfte wahrlich noch für so manche Debatten sorgen!

Frank Bertemes

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