Eise Lieserbréif-Auteur schreift iwwert ëmweltpolitesch Froen an d'Reaktioun dorobber.

Periodisch werden wir durch Fernsehbilder an die Vermüllung der Meeresstrände, durch Unmengen von Plastikabfällen hingewiesen. Dabei wird in diesem Zusammenhang an unser Gewissen appelliert, und an die grösstenteils überflüssigen Plastikverpackungen, und die Einwegflaschen aus Plastik erinnert.  Gezielt wird aber nicht erwähnt, dass der quasi gesamte in den Meeren herum schwimmende Plastikmüll, nur von einer Wohlstandsgesellschaft stammt, den die Bürger achtlos weggeworfen haben. Dieser geistert dann über lange Zeit in diversen Wasserläufen, um schliesslich über Flüsse ins Meer zu gelangen. Das Bedauerliche ist, dass in weiten Teilen der Welt, es aber  eine funktionierende Müllabfuhr, mit entweder Müllverbrennung oder geordneter Mülldeponie gibt. Jeder im Meer treibender Plastikmüll hat also ein gleichgültiger Wohlstandbürger, in seiner Ignoranz irgendwo achtlos weggeworfen. Neulich fand ich in unserm Dorfe gleich an 2 Stellen Plastikabfall, obwohl immer ein quasi leerer Abfallkorb keine 10 Meter entfernt auf diesen sorglosen Zeitgenossen wartete. Schon vor mehr als 10 Jahren hatte ich bereits einen Artikel über weggeworfenen Plastikmüll verfasst. Darauf antwortete mir ein Held, dass ich dann diesen Müll aufheben solle, und der Ort wäre sauber und ich hätte noch etwas für meine Gesundheit gemacht. Der achtlos weggeworfene Müll  verdeutlicht die Dekadenz unserer Wohlstandsgesellschaft, und ich frage mich, ob eine solche  Kultur überhaupt noch reformierbar ist, und unweigerlich wie bisher so manche hoch entwickelten Kulturvölker  vor unserer Zivilisation, zusammenbrechen wird oder muss?.

Ein anderes Steckenpferd gewisser Intellektueller ist der Feinstaub und der Mikroplastik. So sehen diese in jenen Personen, welche sich teilweise mit Holz heizen, als die grössten Umweltverbrecher. Sie ignorieren dass der Mensch über zehntausende von Jahren nur das Holzfeuer hatte, um sich zu wärmen oder sein Essen zu kochen. Auch der Abrieb von Autoreifen und der Bremsbeläge verursacht Feinstaub. Aber das scheint nicht ein Problem für diese Umweltapostel zu sein. Auch wollen jene sicherlich nicht auf Kosmetika, Zahnseife und Hormonpräparater oder Antibiotika  verzichten, um sich ihr Leben angenehmer zu gestalten. Von diesen Experten hat keiner gesehen wieviel Feinstaub auf jedem Heuschober millionenfach umher schwirrt. Wenn die Sonne durch die engen Belüftungsöffnungen in den Heuboden strahlte, konnte man in diesen Lichtschein den vielen dort schwebenden Staub sehen. Aus der Sicht jener Umweltapostel müssten also manche Dörfer wegen des Feinstaubes evakuiert werden. Dass dort aber viele Einwohner über 80 Jahre alt geworden sind, ist diesen Umweltexperten scheinbar nicht bekannt. Bin mir wohl bewusst dass Gummistaub und Staub von Bremsbelägen nicht mit Heustaub verglichen werden kann, aber in manchen Punkten übertreiben jene realitätsfremden Experten, und mit den Politikern trauen sie sich nicht, die Achtlosigkeit offen anzuprangern welcher uns den Plastikmüll in den Weltmeeren bescherte.

Gust Wester