Von der Mehrzahl unserer Bürger kaum wahrgenommen, sind wir leider auf bestem Wege, zu einer sehr deutlichen Kastengesellschaft zu verkommen. Besonders in den Dörfern kann man dies heute bereits bestens beobachten. Aus diesem Grunde zerfallen auch zunehmend die bereits seit vielen Jahrzehnten bestanden habenden Dorfvereine. Kaum ein Universitär entwürdigt sich noch, an diesem Vereinsleben teilzunehmen; und wenn dann in führender Position, und ist auch  kaum dazu zu bewegen praktisch mit Hand anzupacken.

Eine weitere elitäre Gesellschaftsschicht stellen die öffentlichen Beamten, welche in ihrer Abgehobenheit, kaum Kontakt mit der noch handwerklich und manuell arbeitenden Kaste haben wollen. Begünstigt wird dies dann noch dadurch, dass die diversen hier zusammenlebenden Kulturen, mit ihrer Sprachenvielfalt ein harmonisches Zusammenleben äusserst erschweren. Eine so zusammen gewürfelte Kastenkultur, hat auch kein Interesse an der jeweiligen geschichtlichen Vergangenheit ihres derzeitigen Wohnortes. Die interessieren sich eher für ihre attraktive Nachbarin mit erotischer Ausstrahlung, als für den einstigen Standort des örtlichen Galgens. Heute gilt es als unehrenhaft, noch ein Handwerk zu erlernen, denn diese Zunft wird  verwiegend der untersten Stufe unserer Gesellschaft zugeordnet. Über ihre zahlenden Eltern studieren heute manche mittel begabte Zeitgenossen bis Anfangs ihrer 30er Jahren, um über einen Doktortitel zu verfügen. Dann wollen die trotz Mangel an praktischem Wissen, sofort in eine führende Position einsteigen, und mit Ende 50 in Pension gehen.

In der Politik schaffen es quasi nur noch Subjekte auf die Kandidatenliste, welche Doktoranten in Politikwissenschaften sind, oder diesen akademischen Grad anstreben. Nur Politikwissenschaft ist nur die Anwendung  und Ausarbeitung, von mit wissenschaftlicher Perfektion angewendeter Blendung des Bürgers. Das verdeutlicht doch bestens die Tatsache, dass fast alle in jüngster Zeit von realitätsfremden, akademisch verformten Experten ausgebrüteten Gesetze so stümperhaft waren, dass sie schnell mit ablenkenden Argumenten nachgebessert werden mussten.Der neulich über Teile unseres Ländchens gezogene Tornado gab der Politik die Gelegenheit, medienwirksam von den Realitäten abzulenken, und von einer Hilfsbereitschaft zu predigen, welche aber nur von mehreren hunderten von Personen, meisterhaft und schnell ausgeführt wurde. Diesen Helfern spreche ich meinen Dank und Anerkennung aus. Das täuscht aber hinweg, dass abertausende nur gafften, und selbst in den betroffenen Strassen, tausende Menschen mit kaum Schäden an ihren Häusern, kaum mit Hand anlegten, wenn die selbstlosen fremden Helfer mit Aufräumarbeiten beschäftigt gewesen waren. Die Hilfsbereitschaft einer Bevölkerung ist nicht zu messen an der Zahl der selbstlosen Helfer, sondern an der Masse jener die unbekümmert zusehen. Noch heute 10 Tage später, sieht man dort vor quasi neuen Appartementhäusern, mit jungen zahlungskräftigen Bewohnern, vor deren Haus noch viele Partikel von Ziegel, Schiefern und Nägeln. Keiner dieser Bewohner fühlt sich angespornt, den vor ihrem Haus befindlichen Bürgersteig zu säubern. Ähnlich ist es dort bei Schnee oder Glatteis.  Sie warten lieber auf die Hilfe und Einsatz, der aus dem ganzen Lange herbei geströmten freiwilligen Helfern. Noch ekelhafter ist es zu sehen, dass Gaffer bei der Besichtigung der Schäden, die zu ihrer Verstärkung mitgebrachen Bier und Plastikflaschen, als Spur ihres Erkundungsganges, vor beschädigten Häusern bestenfalls abstellen, meistens aber wegwerfen.          

Gust Wester