De Guy Wester schreift an dësem Lieserbréif iwwert déi donkel Etapp vun eiser Geschicht...

In den nächsten 10 Wochen werden  viele Politiker wieder ihre langweiligen, hoch trabenden aber nichts aussagenden Sonntagsreden uns vorbeten, bezüglich Nazibesatzung, Befreiung und Resistenz gegen das Naziregime. Meistens sind diese dann so oberflächlich und von den Realitäten abgehoben, dass diese auch in den Apotheken als rezeptpflichtige starke Schlafmittel verkauft werden könnten. Nur so kann man die Jugend nicht für dieses Kapitel unserer Geschichte interessieren, weil immer systematisch unterlassen wird, traurige Fakten zu erwähnen. Aber selbst manche Berufshistoriker sehen es als ihre oberste Aufgabe, äusserst fragwürdige Vorgänge auch nur ansatzweise, oder gar nicht zu erwähnen, und so langsam die Realitäten im Dunkel der Geschichte verschwinden zu lassen.

Nur äusserst selten erwähnen zaghaft die Berufshistoriker die Tatsache, dass unsere Abgeordnetenkammer am 16. Mai 1940, die Grossherzogin aufgefordert hatte wieder ins Ländchen zurück zu kommen. Wohl hätte sie die Nazis nicht zum Umdenken bewegen können, nur wäre die Annexion unseres Landes durch Nazi-Deutschland nicht schon Ende August 1942 erfolgt, aber erst viel später. Dann wäre die Einberufung zur Wehrmacht erst gegen Ende des dritten Reiches erfolgt, und manchen Luxemburgern der Tot auf dem Schlachtfeld erspart geblieben. Der dänische König Christian X war in seinem Lande geblieben. Er verhinderte dass die Juden mit einem Davidsstern gezeichnet werden mussten. Ferner machte er einem Nazigeneral klar, dass die Hackenkreuzfahne von einem Kirchturm entfernt werden müsste, sonst würde er mit seinen 1 Meter 99 und 72 Jahren,  diese selbst herabnehmen müssen. Darauf kapitulierte auch dieser Nazi-General.

Verschwiegen wird auch wie unwürdig die Amerikaner ihre in unserer Gegend, für unsere Freiheit gefallen  Soldaten behandelten. Wenn Angehörige nachhaltig darauf bestanden, dass ihr zu Tode gekommenes Kind in Amerika, in ihren Familiengrab beerdigt werden müsste, wurde zu Hamm deren Körper vorher von allem verwesendem Gewebe entfernt, und nur deren blanke Knochen wieder nach Amerika  überführt. Diese Fleischteile verbrannte man dann während Wochen zu Hamm, unter der Verwendung von Unmengen von Brennstoff, was auch in der Gegend den süßlichen Geruch von verbranntem Fleisch verbreitete. Dies in Anwendung eines von gehirnamputierten Denkern  gemachten Gesetzes, welches damals jeden Import von Fleisch in die USA untersagte. Als dann in zunehmenden Ausmaße die betroffenen Familien, und die Presse jene unwürdiges Ausweiden der gefallenen Soldaten thematisierte, lies man die angeforderten Leichen ruhen bis Ende 1949, und nahm dann auf diesen Militärfriedhof eine Umbettung oder Überführung nach den USA vor. Heute kann man sagen, dass abgesehen von einigen hohen Offizieren, welche ausdrücklich bei ihren Soldaten beerdigt werden wollten, nur noch die Gebeine von bitterarmen Soldaten ruhen, deren Eltern so arm gewesen waren, dass sie sich kein Grab in den USA für ihr Kind leisten konnten, welches für unsere Freiheit sein junges Leben gelassen hatte.

Die Berufshistoriker verschweigen auch die Nachsicht und Barmherzigkeit, mit welcher schon um 1947 mit den hier gewütet haben den  deutschen Naziverbrechern umgegangen ist, Früh begnadigt  und wieder frei, wurden die zum Todes verurteilten Fritz Hartmann und Raderschall. Ferner Leonard Drach und Wienecke, der aus der Untersuchungshaft auf Ehrenwort Freigang erhielt und von Adenauer nicht mehr ausgeliefert wurde. Die vollständige Liste jener früh begnadigten grausamen Verbrechern würde den Rahmen eines Artikel überschreiten Verantwortlich für diese Milde und Nachsicht war unsere jeweilige Regierung, mal CSV/LSAP, oder CSV/DP. Dann erhielt hier der sehr zwielichtige und bekannte Nazi Hans Globke, 1957 einen hohen Verdienstorden. Sicherlich als Dank für seine Nachsicht wurde 1958 unser Generalstaatsanwalt und Präsident des Staatsrates, mit dem deutschen Bundesverdienstkreuz geehrt.

Gust Wester