Wäre ich Journalist, würde ich, am nächsten Mittwoch, folgende Fragen an Herrn Roberto TRAVERSINI, Député-Maire von Differdingen, im Rahmen seiner Pressekonferenz zum Thema dubioser Immobilienaffären, stellen:

1) Welche Firma oder Person(en) hat den immensen Baumbestand auf Ihrer geerbten Parzelle Nr. 1872/7534, mitten im Naturschutzgebiet „Prenzebierg“, entfernt?

2) Sind Sie in der Lage einen Rechnungsbeleg über diese Abholzarbeiten vorzulegen?

3) Wo befinden sich die Baumstämme zur Überprüfung Ihrer Aussage, dass alle Bäume krank waren?

4) An welchen Tagen wurden die Abholzarbeiten verrichtet?

5) An welchem Tag haben Sie den nachträglichen Genehmigungsantrag bei Ihrer Parteifreundin, der amtierenden Umweltministerin, eingereicht?

6) War dies vor oder nach dem Ortbesuch des zuständigen Försters?

7) Wer oder was hat den Förster dazu bewegt, den Ortbesuch zu verrichten?

8) Hat der zuständige Förster seinen Besuch bei Ihnen vorher angekündigt?

9) Wäre der zuständige Förster, wegen seines Statuts, nicht verpflichtet gewesen, die illegal verrichteten Arbeiten anzuzeigen?

10) An welchem Tag hat der zuständige Förster seinen (wohl positiven) Bericht verfasst?

11) An welchem Tag haben Sie den positiven Ministerialbescheid erhalten?

12) Haben Sie in diesem Zusammenhang mit Ihrer Parteifreundin und Umweltministerin im Vorfeld gesprochen und/oder telefoniert?

13) Wenn ja, wann?

14) Bitte um Beantwortung der genau gleichen Fragen in Bezug auf Ihr teilweise renoviertes Gartenhäuschen;

15) Stimmt es, dass Sie als Privatperson seit Jahren Brennholz beziehen?

16) Sind Sie in der Lage, Rechungsbelege für diese Holzlieferungen vorzulegen?

17) Stimmt es, dass diese Holzlieferungen aus Staatsbesitz stammen?

18) Die neue Beleuchtung zu Ihren geerbten Anwesen wurde von wem und wann bestellt?

19) Wie hoch war der Kostenpunkt?

20) Wer hat diese Beleuchtung hergestellt und wer hat die Unkosten dazu getragen?

21) Die exakt gleiche Fragen stellen sich zu den jüngsten Kanalisationsarbeiten in der Zufahrtsstrasse zu Ihren Liegenschaften;

22) Wurden diese Infrastrukturarbeiten, die außerhalb des Bauperimeters durchgeführt wurden, von der Umweltministerin im Vorfeld genehmigt?

23) Welche anderen Liegenschaften wurden insgesamt an dieses neue Kanalsystem angeschlossen?

24) An welchem Tag erging die Order, und von wem, an das, mit der Ausarbeitung des neuen Bebauungsplanes, beauftragte Planungsbüro, sämtliche ordnungsgemäß errichtete Gebäude auf dem Gebiet der Gemeinde Differdingen in der Grünzone in die Wohnzone zu integrieren?

25) Wurde die Ordnungsmäßigkeit dieser Bauten amtlich überprüft?

26) Stimmt es, dass Sie den Anrainern „Ihrer“ Zufahrtsstraße mitgeteilt haben, ihre Grundstücke würden in den nächsten 20 Jahren unbebaubar bleiben?

27) Zu welchem Zweck standen tagelang die Privatfahrzeuge von Staatsarbeitern, auch während deren Arbeitszeit, in unmittelbarer Nähe Ihrer beiden Liegenschaften?

28) Haben Sie Kenntnis darüber, ob die Staatsanwaltschaft bereits in dieser Affäre ermittelt?

Differdinger Politskandal Teil II

Zig Zuschriften, Mitteilungen und Anregungen von interessierten Mitmenschen bewegen mich dazu, meinen morgigen Fragekatalog an den député-maire von Differdingen, Roberto TRAVERSININ (Déi Gréng), wenn ich denn Journalist wäre, wie folgt zu erweitern:

29) Wie aus Ihrem Interview mit Peter FEIST im Letzebuerger Land hervorgeht, kannten Sie, als grüner Aktivist, die Grundsätze des Naturschutzgesetzes nicht und haben demzufolge die Abholzarbeiten des Waldbestandes und die Arbeiten an Ihrem Chalet ohne Genehmigung der Umweltministerin verrichtet. Da Sie als Bürgermeister der drittgrößten Kommune des Landes das Bautenreglement sicherlich kennen, sei die Frage erlaubt ob Sie im Besitz einer gültigen kommunalen Genehmigung zur Renovierung Ihres Chalets sind?

30) Stimmt es, dass verschiedene Verfahren eingeleitet wurden, damit Sie noch weitere (lukrative) Vormundschaften erhalten würden?

31) Haben Sie Kenntnis davon, dass die Innenministerin Taina BOFFERDING den allgemeinen Bebauungsplan (PAG) Ihrer Gemeinde ablehnen muss, da Sie trotz Interessenskonflikten am Votum des PAG sowohl im Schöffenrat als auch im Gemeinderat teilgenommen haben?

32) Stimmt es, dass, so wie vom Rechtsanwalt Georges KRIER auf RTL-TV dargelegt, bereits ein Verfahren  gegen die Gemeinde in Sachen Baugenehmigung in unmittelbarer Nähe Ihrer Liegenschaften, anhängig ist?

33) Wussten Sie, dass das von Ihnen rezent geerbte Chalet nach dem Jahre 1963 errichtet wurde und demnach illegal im Naturschutzgebiet „Prenzebierg“ steht. Renovierungsarbeiten konnten deswegen nur gesetzwidrig von Ihrer Parteifreundin und Umweltministerin Carolle DIESCHBOURG genehmigt werden. Sind Sie sich bewusst, dass Sie mit Ihrem Gefälligkeitsantrag Ihre Parteifreundin in eine politische und juristische Misslage versetzt haben?