Die Menschen werden nicht als Staatsbürger geboren, sondern erst dazu gemacht. Baruch de Spinoza (1632 - 1677), eigentlich Benedictus d'Espinoza, holländis

Und deshalb gilt in diesem Kontext das Stichwort: Bürgerbeteiligung! Bürgerbeteiligung bedeutet die Möglichkeit aller betroffenen und interessierten Bürgerinnen und Bürger, ihre Interessen und Anliegen bei öffentlichen Vorhaben zu vertreten und einzubringen. Bürgerbeteiligung ist die Teilhabe oder Mitgestaltung der Bürger an einem Planungs- und Entscheidungsprozess durch Information, Konsultation oder Kooperation, wobei gesetzlich vorgeschriebene und darüber hinausgehende informelle Beteiligungsformen möglich sind. Bürgerbeteiligung umfasst jede Form der Einbeziehung von Bürgerinnen und Bürgern in politische Entscheidungsprozesse.

Das alles sind Definitionen zu einem Begriff, der an sich in einer vielfältigen, lebendigen, gelebten Demokratie eigentlich zum normalen Politvokabular eigentlich längst gehören  müsste – doch weit gefehlt! In unserer gelebten Zuschauerdemokratie sind Bürgerbeteiligung sowie direkte, partizipative  Demokratie  allerdings „nur“ Begriffe, die von unserer politischen Klasse bestenfalls vor den Wahlen in pur wahlopportunistischer Absicht vollmundig eingesetzt werden, danach allerdings so schnell „vergessen“ sind, wie man sie zu bemühen beliebte...und weshalb? Weil man den Bürgern selbst  im 21ten Jahrhundert profund misstraut, dem  tumben Wahlvolk nichts zutraut und jedweder Form direkter Demokratie mit Unbehagen und Misstrauen begegnet – man denke nur an das Instrument des Referendums oder der Volksbefragung,  die man scheut wie der Teufel das Weihwasser! Unreifes, unmündiges Wahlvolk? Das denkt man sich natürlich nur, es auszusprechen wäre politisch tödlich! In einem Land, das sich „demokratisch“ nennt und das heuer vor einem längst überfälligen neuen Text seines Grundgesetzes steht, eines aktualisierten, dem Zeitgeist entsprechenden Verfassungstextes, der einem obligatorischen Referendum, meint einem Volksentscheid, der dem Volk als Instrument der direkten Demokratie in einer fundamentalen Debatte unseres Rechtsstaates vorzulegen wäre und der in einem demokratischen Prozess, vom Parlament dementsprechend ausgehend, doch eigentlich zwingend sein müsste?

Was brauchen wir als Bürger eines Landes? Ein Mitspracherecht, ganz einfach! Wir kennen doch irgendwie alle das Gefühl tiefer Frustration, wenn wir uns auf einer Veranstaltung oder sonst wo zu Wort melden, aber nicht wahrgenommen werden. Wir alle brauchen das Gefühl von Selbstwirksamkeit, die Befriedigung darüber, dass unsere Stimme bitte sehr gehört wird und unser Einsatz für die res publica, sprich für „die gemeinsame Sache“ , die ein Staat in gesunder, demokratischer, ja basisdemokratischer Form darstellt, auch etwas bewirken kann! Noch und nöcher gesagt: Das Recht auf nationale und europaweite Volksinitiativen, Volksbegehren und Volksabstimmungen gilt es endlich gesetzlich zu verankern, sowie ebenfalls das Recht, EU-Gesetze per Referendum („Volks - Veto“) zu Fall bringen:

…denn der Souverän sollte immer das letzte Wort haben: das Volk!

Das man gefälligst wieder ernst, sehr ernst nehmen sollte!

Ein Mann aus dem Volk…für das Volk!