Minister BAUSCH muss zurücktreten wenn die Chose TRAVERSINI zum Rohrkrepierer wird, zuviel hat er sich aus dem Fenster gelehnt.

Zu jenen Zeiten als grüne Politiker von echtem Schrot und Korn, à la Marco SCHANK (CSV), unter anderem Mitbegründer des Mouvement Ecologique, das Zepter im Umweltministerium schwang, galt bei Naturschutzgenehmigungen ausnahmslos das Motto „Lexa dura, Lexa stura“. Besondere Achtsamkeit war bei den Beamten angesagt wenn Genehmigungsverfahren von Parteikollegen seiner Blutgruppe auf der Agenda standen. Résultat des courses: Dem rechtschaffenen Politiker SCHANK konnte zu keinem Moment Favoritismus oder Vetternwirtschaft vorgeworfen werden.

Heute scheint eine derartige politische Tugend nicht mehr gefragt zu sein. Wie anders lässt sich sonst erklären, dass der landbekannte député-maire Roberto TRAVERSINI (Déi Greng) und shooting star der grünen Riege im Südbezirk, während einer längeren Zeit, Umänderungsarbeiten an seinem Wohnhaus gelegen in der Grünzone und Renovierungsarbeiten an seinem Chalet gelegen in einer Naturschutzzone ohne die notwendigen kommunalen und staatlichen Genehmigungen verrichten konnte.

Unverständlich ist ebenso die Tatsache, dass der zuständige Förster, während langen Monaten, nichts unternahm. Erst als eine Drittperson den Forstmann auf den Ort der Verfehlungen beordnete, schritt dieser ein und legte dem Grundstücksbesitzer TRAVERSINI nahe, einen dementsprechenden Antrag einzureichen. Gesagt getan, beantragte der emsig arbeitende député-maire von Differdingen die Genehmigung zum Anbringen einer Holzverkleidung an seinem Chalet.

In einer Rekordzeit wurde die Genehmigung von der zuständigen Umweltministerin Carole DIESCHBOURG (Déi Greng) ausgestellt. Mehr noch, es wurden zusätzliche Arbeiten genehmigt die nicht Inhalt des Antrages waren. Wie dem auch sei, die ministerielle Genehmigung ist nicht rechtens, da in der allgemeinen Grünzone und insbesondere in der Naturschutzzone nur Arbeiten an einem Gebäude erlaubt werden dürfen, wenn der Bau aufgrund einer legalen Basis errichtet wurde. Doch dies ist nachweislich nicht der Fall!

Regelmäßig werden nämlich, im Auftrag der Katasterverwaltung, Luftaufnahmen vom ganzen Land gemacht. Durch den Vergleich dieser Fotos lässt sich die Periode bestimmen, in denen ein Gebäude errichtet wurde. Im Fall TRAVERSINI zwischen den Jahren 2013 und 2016. Demnach wurde das Gartenhäuschen definitiv in der absoluten Illegalität errichtet. Dieser Tatbestand war sicherlich allen aktiv und passiv Beteiligten bekannt, und alle beamteten Mitwisser hätten die Pflicht gehabt die Staatsanwaltschaft zu informieren, vom Förster über den Chefkoordinator im Umweltministerium bis hin zur Ministerin DIESCHBOURG. Doch Derartiges erfolgte nachweislich nicht!

In der Folge, konzentrierten sich alle involvierte Personen, aufgrund des nicht abflauen wollenden öffentlichen Druckes, auf das Genehmigungsverfahren des, eigentlich, unerheblichen Gartenhäuschens.

Etwa ein günstiger und willkommener Nebenschauplatz um von den tatsächlichen gravierenden  Naturschutzfreveln ablenken zu können?

Scheint so, denn niemand redet heute ernsthaft von der Tatsache, dass auf einer Fläche von 34,50 Ar ein dichter Baumbestand inmitten der Naturschutzzone „Prenzebierg“, ohne ministerielle Genehmigung, ergo illegal, gerodet wurde. Scheinheilig wird behauptet, die Bäume wären krank gewesen. Wenn dem so war, hätte nach der Rodung eine sofortige Wiederaufforstung erfolgen müssen, doch stattdessen wurden überdimensionale, ebenfalls nicht genehmigte, Erdbewegungsarbeiten auf einer Fläche von ca. 20 Ar, inmitten einer Naturschutzzone versteht sich, durchgezogen und wertvolles Naturgut, dies alles unter der Aufsichtspflicht des Försters, nachhaltig zerstört.

Da diese Naturschutzfrevel wesentlich schwerwiegender sind als das illegale Anbringen einer primitiven Holzverkleidung an einem kleinen, illegal errichteten, Gartenhäuschen, darf man gespannt sein auf die nächsten Folgerücktritte politischer Amtsträger grüner Couleur.