Die sich abzeichnende Klimakatastrophe mit Folgen wie steigendem Meeresspiegel, Gletscherschmelze, Verschiebung von Klimazonen, Vegetationszonen und verschwindenden Lebensräumen, verändertes Auftreten von Niederschlägen, stärkere oder häufigere Wetterextreme wie Überschwemmungen, Stürme und der daraus entstehenden Zerstörung, Dürren gefolgt von Hungersnöten, Ausbreitung von Parasiten und tropischen Krankheiten, größeren Zahlen an Umweltflüchtlingen, ist ja in aller Munde und treibt nicht zuletzt unsere verwöhnten Kinder aus Sorge um ihren Lebensstyl auf die Straße. Es scheint ja, den heutigen Aussagen der Wissenschaftler nach, so zu sein, dass die verheerenden Auswirkungen uns viel schneller treffen werden, als noch vor Kurzem gedacht.
Angesichts dieser anscheinend nicht zu leugnenden Tatsachen, ist es doch aus Vernunftgründen allerhöchste Zeit zu handeln und die Menschheit müsste doch gegensteuern, denken sich zurzeit viele Menschen auf dieser Erde.
Doch wie soll dies geschehen?

„Die Menschheit" als Kollektiv aber ist nicht fähig gegenzusteuern, weil es so etwas wie „eine Menschheit" gar nicht gibt. Die Menschen der verschieden Länder und Kulturen leben zwar alle zur gleichen Zeit auf dieser Erde, doch sie leben nicht alle im selben Zeitalter und verfügen schon gar nicht über die notwendigen einheitlichen Codes um als Kollektiv zu funktionieren.

Manche Menschen in den Tiefen des Amazonasgebiets oder auf isolierten Inseln leben noch in der Steinzeit. Andere leben noch in Verhältnissen wie im europäischen Mittelalter ohne fließendes Wasser oder sanitäre Einrichtungen. Andere ohne konstante Elektrizitätsversorgung wie bei uns anfangs des 20.Jhr.
Viele erleben noch tagtäglich Hunger, Wassermangel oder Krieg und Vertreibung. Andere leben in Diktaturen ohne individuelle Freiheiten.
Wiederum andere auf der Welt sind den ärmlichen Verhältnissen gerade entkommen und wollen leben, wie es die Menschen im Westen seit den 50ern tun.
Kann man es ihnen verdenken?

Aber sogar im goldenen Westen leben beileibe nicht alle im Wohlstand und mit dem Auseinanderdriften der Gesellschaftsschichten durch die neoliberale Politik seit den 80ern verschwindet der Konsens darüber wie auf die weltweiten Probleme zu reagieren sei. Die Abstiegsangst geht um. Kein Wunder wenn die Löhne für viele nicht mehr zu einem menschenwürdigen Leben reichen!
Diesen Menschen ist doch, verständlicherweise, das Hemd näher als die Hose.

Die Herausforderungen sind längst international und global, doch die Menschen sind immer noch gefangen in ihren lokal-regional-nationalen Befindlichkeiten und angesichts der eignen Alltagsproblemen ganz einfach überfordert damit auch noch das Absaufen verschiedener Inseln im Pazifik in ihre Lebenswelten einzubauen. Auch dies ist allzu menschlich und verständlich.
Den ganzen Erdball als Heimat anzusehen, gelingt nur den wenigsten.
Den Weltbürger gibt es einfach (noch) nicht.

Die Einzigen, die auf dieser Welt wirklich global denken und handeln, sind die berühmt-berüchtigten internationalen Finanzakteure, aber deren Maxime ist die Profitsteigerung! Und leider (noch) nicht das Abwenden der Katastrophe, die schlussendlich auch sie betreffen wird.
(Außer sie glauben vielleicht es gelänge ihnen vor Sendeschluss auf den Mars zu flüchten. Goldspielen soll dort oben aber nicht auf dem Club-Med-Programm stehen, habe ich mir sagen lassen.) Egal wie, diese Herren lassen sich nun wirklich nicht von der Politik und den Politikern an die Kandare nehmen. Wozu gibt es denn schließlich Steueroasen?
Nein, ich würde sogar behaupten, sie benutzen auf allen Ebenen die Macht, die ihnen ihr Geld verleiht, um gewisse Leute in gewissen Positionen zu installieren. Ich denke da an Trump, Bolsonaro und Konsorten. (Kleiner Denkanstoß: Cambridge-Analytica-Skandal)

Die Politiker – sogar wenn sie besten Willens sind - werden aufgerieben zwischen dem Zwang des Zufriedenstellens ihre Wählerklientel einerseits und den Zugkräften des Wirtschaftslobbyismus andererseits. Viele sind schlussendlich sowieso nicht viel anderes als Marionetten im Hintergrund agierender Kräfte.
Sogar wenn sie, allen lobbyistischen Widerständen zum Trotz, die rational richtigen und notwendigen Maßnahmen ergreifen würden, wären sie zum Scheitern verurteilt und würden beim nächsten Urnengang von den unzufriedenen Massen, die sich benachteiligt fühlen würden, abgewählt. Irgendwie paradox nicht? Aber was langfristig angebracht ist, befriedigt nicht unbedingt die Bedürfnisse des Moments.

Ein „Immermehr" kann es aber in einem geschlossenen System, das die Erde nun einmal ist, nicht geben. Also müssten gewisse Schichten, oder eventuell gewisse Länder anfangen zu verzichten und ein „Weniger" in Kauf nehmen.

Wer meldet sich freiwillig?

Und auch hier zeigt sich wieder eine fundamentale menschliche Schwäche. Wie fühle ich mich, wenn ich verzichte aber die anderen nicht?
Auf Länderebene wäre es genauso. Was würde passieren, wenn die Regierung eines Landes jetzt das „Wir wollen nicht mehr wachsen?" oder gar das „Weniger" auf die Agenda setzen würde?
(SUVs in Luxusburg von der Politik verboten? Stellen sie sich das mal vor!
Was würde uns dann noch bleiben als Lebenszweck, oder um dem Nachbarn zu zeigen, wer wir sind? Da würde ja die Welt sofort untergehen!)

Wie laut würden viele Menschen schreien: „Wir sind doch nicht blöd!
Warum nur wir?"

All das ändert aber nichts daran, dass wir als Menschheit unter Handlungszwang stehen. Wer soll es also richten?
Der einzelne Mensch durch Konsumverzicht?
Wenn zu viele Menschen auf Konsum verzichten würden und keine zum Leben unnützen Dinge aus allen Ländern der Welt mehr kauften, bräche das System zusammen. Der CO2-Ausstoß würde zwar sinken und dem Klima wäre gedient, aber weltweite Arbeitslosigkeit und Armut würden zum großen Problem.
Und dass jeder auf der Welt ein kleines Stück Land zur Verfügung erhält und von den Früchten seines kleine Acker lebt, ist wohl auch kaum vorstellbar!
Die Sache ist verdammt komplex! Es gibt keine einfachen Lösungen!

Wenn das Verhalten des Einzelnen und der Masse nicht die Lösung sind, dann sind wir wieder bei der Politik.
Erscheint es auch nur einem nicht gänzlich blauäugig denkendem Menschen als realistisch, dass die Politiker dieser Welt das vernünftig regeln können? All die schönen Sonntagsreden vor der Unovollversammlung! Nichts als heiße Luft! Jeder kocht sein eigenes Süppchen und vernünftiges Handeln ist bei all den selbsterkorenen Genies à la Trump, Johnson und Konsorten doch so präsent wie Schnee am Äquator!
Wie also soll den globalen Herausforderungen der Erderwärmung adäquat begegnet werden? Wer bleibt als Akteur noch übrig?

Die superreichen Milliardäre?
Kann man darauf hoffen, dass die Reichen dieser Welt alle gemeinsam plötzlich soviel Einsicht zeigen und ihre ungeheuren Ressourcen dem Verhindern des Klimawandels zur Verfügung stellen werden?
Es gibt zwar schon einige Reiche, die kundgeben, dass sie nichts gegen höhere Steuern hätten, aber sie sind noch eine kleine Minderheit.

Deus ex machina?
Manche hoffen ja darauf, dass uns technische Lösungen einfallen werden. Vielleicht; aber die werden verdammt viel Geld kosten und die Länder, die sich die entsprechenden Maßnahmen nicht leisten können, werden wieder die Dummen sein.

Die Menschen dieser Welt aber werden dank Internet und Medien mitbekommen, wo die Flecken dieser Erde sein werden, wo es die wenigsten Probleme gibt und es sich noch einigermaßen gut leben lässt.
Und viele, viele werden sich in Bewegung setzen um auch dorthin zu gelangen.
Kann man es ihnen verdenken für sich und ihre Kinder menschenwürdige Lebensbedingungen zu wollen?

Das wirft natürlich sofort die kruziale Frage auf: Wie werden die Ansässigen darauf reagieren?
Wenn es die fäkalfarbene Welle, die jetzt schon auf der Welt am Ansteigen ist, schlussendlich so verstärkt, dass dieser klimaleugnende Abschaum an die Macht kommt, na dann gute Nacht. Dann werden die jetzigen Eliten durch andere ersetzt, die dann eben die neuen Eliten bilden. Dem kleinen Mann und dem Weltklima wird das nichts nützen.
Oder glaubt irgendjemand, der auch nur ein bisschen Grütze im Oberstübchen hat, wirklich daran, dass es eine Internationale der Nationalfaschisten geben kann, welche den Klimawandel und die dadurch entstehenden Probleme dieser Welt lösen wird?

A apropos Erderwärmung! Es gibt eine eventuelle Lösung, die uns als Menschheit zwar auch nicht gefallen würde, aber durchaus im Bereich des Möglichen liegt. Vielleicht fliegt uns ja – wie schon etliche Male in der Erdgeschichte, und laut US Geological Survey mit einer Wahrscheinlichkeit von eins zu 730.000 – bald ein Supervulkan um die Ohren.
Glaubt man den Wissenschaftlern, dann gibt es einige Kandidaten hierfür. Die Phlegräischen Felder bei Neapel und der Vulkan unter dem Yellow Stone Park um nur zwei zu nennen.

Würde ein Supervulkan ausbrechen, käme es neben den primären Schäden dieser Explosion zu einer globalen Klimaabkühlung, das heißt einem Vulkanischen Winter, bei welchem die Temperaturen weltweit um bis zu fünf Grad sinken würden. Durch das massenhafte Absterben von Pflanzen und Tieren, sowie enormen globalen Ernteausfällen, käme es zu einer jahrelangen Nahrungsknappheit.

Kein wünschenswerte Szenario, da Milliarden Menschen sterben könnten.
Die Erderwärmung jedoch wäre für die überlebenden Menschen wohl eine gewisse Zeit lang keine Thema mehr.

Ich weiß, optimistisch klingt das alles nicht. Und weil der Mensch und die Menschheit wahre Meister im Verdrängen und auf Morgenverschieben sind, bin ich auch nicht sehr optimistisch.
Jedoch ich will nichts ausschießen, denn was die Zukunft bringen wird, weiß niemand ... vielleicht schaffen wir es ja doch irgendwie.

Und wenn nicht, dann werden vielleicht die überlebenden und nach Millionen von Jahren intelligent gewordenen Ratten oder Kakerlaken unser Ableben so betrachten, wie wir heute das Verschwinden der Dinosaurier vor Millionen von Jahren.
Wenn die damals nicht ausgestorben wären, hätten wir vielleicht nie die evolutionäre Chance bekommen uns zu dem zu entwickeln, was wir heute sind.

In unserer Situation muss ein bisschen Galgenhumor erlaubt sein!