„Es ist besser, sich mit zuverlässigen Feinden zu umgeben, als mit unzuverlässigen Freunden.“ John Steinbeck

Neuer Luxemburger Honorarkonsul für das Großherzogtum Luxemburg, wie der unabhängige, überparteiliche Trierische Volksfreund kürzlich unter der Rubrik „Lokales“ unter dem richtungsweisend-pikanten Titel „Neue Jobs, neuer Titel und fehlende Schrauben“ zu berichten wusste. Kecker Titel für einen inhaltlich durchaus bemerkenswerten Artikel, in der Tat! Ein Schelm, wer Böses dabei denkt… Wohl die wenigsten von uns wissen, dass es so was überhaupt gibt. Der CDU - Landrat des Kreises Trier-Saarburg Günther Schartz wird für das Großherzogtum Luxemburg tätig. Er soll „Honorarkonsul für die Region Trier“ und damit Nachfolger von Klaus Jensen werden. Der Landrat des Kreises Trier-Saarburg habe sich durch seine jüngsten Initiativen geradezu für eine Aufgabe im Namen des Nachbarlands empfohlen, heißt es im Trierer Blatt. Schartz hatte sich zusammen mit seinem Bitburg-Prümer Amtskollegen pikanterweise nämlich dafür eingesetzt, dass Luxemburg (Zitat) „Ausgleichszahlungen für entgangene Steuereinnahmen durch Pendler“  leisten soll. Und nicht nur das. Er hat auch Luxemburgs Konzept des kostenlosen Nahverkehrs, das heuer auch hierzuländchen durchaus kritisch kommentiert wird, deutlich  kritisiert. Der CDU-Mann sorgte jedenfalls sofort schon für „Unmut bei den Nachbarn“ und „verärgerte Luxemburgs Regierung“, so die Netzausgabe des Trierer Blattes. Auf einem bekannten (a)sozialen Netzwerk (Facebook, um es nicht zu nennen) schrieb er: „Ohne sich mit den Nachbarn abzustimmen, setzt man das Konzept um und uns unter Zugzwang.“ Kreise und Gemeinden würden (Zitat) „ die Zeche für den entstehenden Preisdruck zahlen“. Vom anderen Ufer der Mosel soll es von höchster Stelle aus geheißen haben: „Das nenn ich mal eine Freundschaft mit Knalleffekten. Nicht einfach nur nett und diplomatisch nebeneinander her leben. Auch mal auf den Putz hauen, Tacheles reden – das ist Nachbarschaft, wie wir sie uns vorstellen.“ Tja, wer hat das denn nun gesagt?

Dass wir jenseits der Mosel nicht unbedingt beliebt sind, man sich in Trier und Konz usw. jedoch sehr über die Luxemburger Kundschaft „freut“, dürfte bekannt sein. Auch der deutsche Fiskus beliebt unsere Landsleute, die im nahen Grenzgebiet wohnen, jedoch ihre (aus Luxemburg bezahlten) Bezüge – die hierzulande besteuert werden –  in Deutschland ausgeben, mit wenig freundlicher Korrespondenz ihrer höchst unbeliebten Steuerverwaltung zu beglücken und zu zum Teil beachtlichen Nachzahlungen aufzufordern. Ein Reizthema, das der Zeilenschreiber im Kontext des nicht unbegründeten Verdachts des in der Praxis gepflegten Sozialneides und der entsprechenden Neidkultur erst kürzlich an dieser Stelle anhand eines Fallbeispiels thematisierte.

Egal wie, der heuer ernannte deutsche Luxemburger Honorarkonsul für die Region Trier, im Volksfreund als  „interessante Personalie“ bezeichnet, wird so einiges und in diverser Hinsicht im Kontext so mancher Probleme der (durchaus belasteten) deutsch-luxemburgischen Freundschaft im nahen Grenzgebiet zu erledigen haben, oder nicht?

Und der uns darüber hinaus auch so manches zu erklären hätte….