„ Qualitätsmängel und Fehlentscheidungen können richtig weh tun und das Gefahrenpotenzial für Rechenzentren ist hoch.“ (Datacenter Insider)

So jedenfalls eine Warnung der Experten von Datacenter Insider, die man im (unheilvollen) Dossier „Google“ bitte sehr ernst nehmen sollte. An dieser Stelle sei eine Frage in einem rezenten Tageblatt-Interview an den neuen Wirtschaftsminister – der hoffentlich auch noch in Zukunft vom sozialistischen Abgeordneten Franz Fayot wiedererkannt werden kann – zitiert, man beachte jedoch besonders dessen Reaktion, die uns Google-Kritiker allerdings eher nicht beruhigen dürfte: „Wie wichtig ist es für Sie als Wirtschaftsminister, dass Google nach Luxemburg kommt? Antwort: „Google hat das Gelände bereits gekauft. Das Projekt läuft. Ich habe nicht vor, das infrage zu stellen. Wichtig ist, dass das Rechenzentrum so energieeffizient und so umweltfreundlich wie möglich wird. Und dass das Projekt in Bissen akzeptiert wird. Dann habe ich kein Problem mit Google.“

 

Somit dürfte die effektive Realisierung des gigantischen Projektes schon mal abgesichert sein – faktisch fast schon offiziell, wenn man sich den Wortlaut der eben zitierten Antwort des neuen Wirtschaftsministers, der politisch als sozial-ökologisch eingeschätzt werden will, auf die an ihn gestellte  Frage, die unser Ländchen seit einiger Zeit schon heftig bewegt, genauer ansieht. Es wäre jedoch an dieser Stelle wenig hilfreich, noch einmal alle bereits mehrfach thematisierten Problemfelder dieses Megaprojektes aufzuzählen, die wohl bekannt sein dürften. Es geht in diesen Zeilen vielmehr darum, darauf hinzuweisen, was bisher in ebendiesem Kontext wenig bis gar nicht kommentiert wurde, und auch den neuen Wirtschaftsminister nicht direkt zu bewegen scheint, nämlich auf die Gefahren der Datenzentren. Denn die gibt es durchaus! Dabei gehören Hitze und Feuer definitiv zu den größten ihrer Art für die empfindlichen Server. Hardware kann beispielsweise schon durch kleinste Partikel Schaden nehmen. Brennt ein Kabel ganz durch, kommt es zum Kurzschluss. Und dann kann es durchaus sehr ernst werden! Daher gilt es, so Experten, dass ein Rechenzentrum von Anfang an auch sicherheitstechnisch optimal durchdacht und geplant werden muss. Dabei gilt ein bekanntes Thema schon mal sofort: „Lage, Lage, Lage…“. Wie bei allen Immobilienprojekten ist der Standort eines Rechenzentrums auch in puncto Risikobewertung und Sicherheit eine entscheidende Frage. Wurde dieses „kleine Detail“ überhaupt bisher öffentlich thematisiert? Kaum, da sich die Gemüter über andere, natürlich  sehr berechtigte Kernfragen im Kontext dieses megalomanen Projektes erhitzten. Dazu sprach ein Verantwortlicher eines bestehenden Datacenters jedenfalls Tacheles: „Wir wenden rund 80 Prozent der Kosten für die Kühlungsinfrastruktur auf, da ist die Summe, die wir für ein Stückchen Land aufbringen müssen, nicht kriegsentscheidend. Ein sehr dezidiertes Vokabular, das auch schon in dessen drastischer Form in unserem Kontext Google leider richtungsweisend sein dürfte, nämlich:  Krieg! Und dieser Krieg mit und gegen Google läuft heuer hierzuländchen in diverser Hinsicht auf Volltouren, fehlt eigentlich nur noch das Unwort Peanuts …diverse Kosten bewegen nämlich den kapitalistischen Internetgiganten Google, der sich auf dieser Welt, die sich im (nicht nur gefühlten) Zustand der digitalen geistigen Umnachtung befindet, so ziemlich alles erlaubt, offensichtlich nur wenig.  Kleinigkeiten eben, wie das Land, die Lage dieses verrückten Projektes! Dass man nebenbei einen wertvollen Biotop und gleichwohl wertvolles Ackerland zerstört… Peanuts eben!  Irrelevant! Interessiert niemanden! Weshalb kein Datacenter auf eh kontaminierte Böden großflächiger Industriebrachen planen, wenn man ein solches als für die moderne, digital orientierte Wirtschaft der Zukunft unverzichtbar einschätzt? Weshalb der Standort Roost - Bissen? Man möge sich diesen Standort,  der in diverser Hinsicht sehr ungeeignet ist, doch bitte einmal genauer ansehen!  Und dann noch: die sozialen Folgekosten, die neben den wohl großzügig gestalteten (meint optimierten) Steuerabgaben, die Google unserem Ländle wohl gnädigerweise zu „zahlen“ gedenkt. No comment – oder doch, Zitat Franz Fayot: Steuergeschenke sind unnötig!- dazu erlaube man dem Zeilenschreiber des gemeinen Wahlvolkes jedoch ein realpolitisch platziertes großes Fragezeichen... Egal wie, Kosten, die im Endeffekt selbstredend das tumbe Wahl – und Steuerzahlervolk direkt oder indirekt zu tragen haben wird. Wer bitte sehr sonst zahlt die sozialen Folgekosten eines Großbrandes, meint beispielsweise die entstandenen Umweltverschmutzungskosten sowie die Feuerwehreinsätze u. dgl.. bei einem Super-GAU dieser Art? Andere zu erwähnende Risiken und Gefahren dann im Klartext: Naturkatastrophen, Umgebungs- respektive Standortrisiken, Kriminalität, Terrorismus und Vandalismus, technische und operative Risiken wie Produktmängel, Reparaturen, Stromschwankungen (übrigens ein Sonderthema unter den Risiken!), Hackerangriffe und Softwaremängel, fehlgeplante Prozesse, Gefährdung des IT-Betriebs durch Staub, Löcher in der Außenhülle der Gebäude, generelle menschliche Unzulänglichkeiten, die generelle Stromversorgung, das riesige Wasserproblem (um auch das alles trotzdem noch einmal zu nennen)oder auch der Ausfall des (an sich schon limitierten) Fachpersonals – eine  Problematik , die übrigens als ein „riesiges Problem“ betont wird –  durch Krankheit, Streiks, familiäre Umstände usw. Diese Faktoren stellen in ihrer Summe, so jedenfalls nach der glaubwürdigen, qualifizierten Einschätzung der Experten von Datacenter Insider, erhebliche Sicherheitsrisiken dar – über die man offiziell nicht spricht?

Ach ja, schweifen wir abschließend ein bisschen ab – oder doch nicht: „Die Einbildung des Größenwahnsinnigen wird immer stärker sein als jede Wahrheit, die er erfahren könnte.“

Um Dostojewskis Horrorszenario des Megalomanen im Kontext Google (über alles?) doch zu …vermeiden?

*Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821 - 1881), gilt als einer der bedeutendsten russischen Schriftsteller

Frank Bertemes