Die luxemburgische Regierung hat diese Woche ein wichtiges Hilfspaket für die luxemburgische Wirtschaft auf den Weg gebracht. Dieser Rettungsschirm ist auch von extremer Notwendigkeit, da durch den von der Coronakrise ausgelösten generellen Stillstand vielen Geschäftsleuten der Boden unter den Füßen entzogen wird.

Kleinunternehmer kämpfen jetzt um ihr Überleben und die Ungewissheit über das Andauern dieser Situation sorgt für schlaflose und von Sorgen zerrissene Nächte. Bei diesen Geschäftsleuten geht es oft nicht nur um das rein finanzielle – es geht vielmehr auch um das Überleben und Erhalten von dem was sie mühselig über lange Zeit aufgebaut haben. Es geht ihnen aber auch um die Zukunft ihrer Angestellten, Menschen mit denen Sie oft seit Jahren zusammen arbeiten, und die einen unersetzlichen Teil eines jeden Betriebes ausmachen.

Wenn man in diesen Tagen unsere Städte und Dörfer in Luxemburg sieht, erinnern diese oft an die Kulissen einer ausgestorbenen Stadt in einem amerikanischen Westernfilm. Dieses traurige und unheimliche Bild will keiner von uns nach dieser Krise weiter vorfinden. Wir merken momentan wie wertvoll lokale Geschäfte doch für die Seelen unserer Dörfer sind. Wenn wir als Verbraucher unseren Geschäftsleuten jetzt nicht zur Seite stehen, werden viele diese Krise nicht überwinden können.

Die von der Regierung vorgestellten Hilfen allein, können den Geschäftsleuten das Überleben aber nicht sichern  – der größte Teil muss von uns allen, uns Verbrauchern kommen.

Natürlich hat man jetzt genügend Zeit, gemütlich über ein Internetportal aus allen Ecken der Welt alles zu bestellen was das Herz begehrt. Doch genau dies müssen wir uns, aus Solidarität zu unseren lokalen Geschäftsleuten, jetzt untersagen.

Eine Reihe kleinerer lokaler Unternehmen bieten ihren Kunden mittlerweile schon einen Onlinedienst und sogar Lieferservice an. Dies ist extrem lobenswert und ein Weg, diesen Unternehmen auch während der Krise durch Bestellungen unter die Arme zu greifen. Für alle Unternehmen, die solch eine Dienstleistung aber nicht durchführen können, gilt es jetzt für uns Verbraucher abzuwarten und beim Wiedereröffnen unsere Einkäufe zu tätigen – so schwer kann das nicht sein.

In diesem Kontext muss man auch an die Anständigkeit und Solidarität der großen Supermarktketten appellieren. Diese dürfen wegen den lebensnotwendigen Produkten die sie verkaufen, weiter geöffnet sein. Dies ist gerechtfertigt, notwendig  und gut. Die großen Supermarktketten nutzen diese Situation aber momentan und verkaufen neben den lebensnotwendigen Produkten auch noch weiter Kleider, elektronische Geräte, Spielsachen, Bücher, Fitnessgeräte…usw. Dies während alle anderen Kleinunternehmer die solche Produkte führen, gezwungen sind ihre Läden zu schließen. Auch diese Supermärkte sollten jetzt Solidarität mit ihren Kolleginnen und Kollegen zeigen und nur die lebensnotwendigen Produkte verkaufen wegen wessen sie auch weiter geöffnet sein dürfen.

Wir alle müssen uns bewusst sein, dass wenn lokale Geschäfte ihre Türen für immer schließen, ein Teil des Dorfes oder der Stadt ebenso verstirbt. Deshalb lasst uns jetzt verzichten auf den schnellen Klick im Internet und zeigen wir Solidarität gegenüber unseren Geschäftsleuten, die tagtäglich hinter dem Tresen stehen und unsere Dörfer und Städte so bunt und lebenswürdig machen wie sie sind.

Christophe Origer