Es ist einfacher, Menschen zu täuschen, anstatt sie davon zu überzeugen, dass sie getäuscht worden sind.“ Mark Twain (1835-1910)

Seit vielen Jahren wird in unzähligen Büchern, Schriften und Abhandlungen über einen anstehenden Zeitenwandel geschrieben, gar vom  kommenden „goldenen Zeitalter“ geträumt. Bislang war davon für die meisten von uns noch wenig zu merken. Sind wir nun und ob der fatalen Um– und Zustände im lang erwarteten Systemwandel angekommen? Bewegen wir uns ins goldene Zeitalter oder ins Gegenteil?

Wir wissen es nicht.

Ohne an dieser Stelle auch nur den Versuch einer unqualifizierten Ursachenanalyse des Entstehens eines gewissen Virus`, dessen Namen man nicht einmal mehr hören will, zu wagen, darf man sich doch so seine Gedanken machen.  Auf einmal herrscht Ruhe, fast gespenstische Stille. Der Himmel ist blau, keine verdächtigen Streifen zu sehen (die so manche als Chemtrails bezeichnen), Flugzeuge gibt’s keine mehr. Der Straßenverkehr ist fast im immobilen Zustand, die Qualität der Luft verbessert sich. Das Wirtschaftsleben liegt lahm - das gesellschaftliche allerdings ebenso. „Gilets jaunes“ oder andere Proteste sind inexistent, die Politik scheint sich nur mehr auf ein einziges Thema zu beschränken (ohne dieses jedoch zu unterschätzen), andere Probleme gibt’s auf einmal keine mehr. Die Informatikbranche boomt - die Erziehung zum Homo Digitalis setzt sich demnach unweigerlich durch, aktuelle Stichwörter: home schooling, home office -  Google und 5G dürfen sich  freuen, die Politik frisst Kreide, die Proteste werden in Bälde verstummen. Die Pharmaindustrie wird natürlich eine neue Impfung vermarkten dürfen usw.

Diejenigen, die auf der Strecke bleiben werden, interessieren niemanden. Die Aktienkurse werden sich eh wieder erholen, die Reichen werden trotz kurzer Unterbrechung doch weiter reicher werden…

Oder erleben wir trotz allem die große Welle der absoluten Solidarität? Werden die Kosten für einmal eben nicht sozialisiert?

Wir wissen es nicht.

Kritische Stimmen haben es jedenfalls schwer, ihre Sicht der Dinge gegen den herrschenden Mainstream zu artikulieren oder gar zu veröffentlichen, ohne gleich auf Unverständnis oder Ablehnung zu stoßen oder als Verschwörungstheoretiker abgetan zu werden. Daher ist der Wunsch eines achtsamen Umgangs mit anderen Meinungen besonders in der kommenden Zeit wichtig.

Egal wie: Spannende Zeiten erleben wir heuer in jedem Fall. Glauben und hoffen wir demnach  zusammen, dass es in eine sehr positive Richtung gehen wird.

Und man aus der aktuellen sehr ernsten Krise doch etwas gelernt hat – statt Angst und Schrecken zu verbreiten.

Nur: Wird dem in der Tat auch so sein?

Frank Bertemes