Nein, allein sind wir eigentlich nicht. Wir haben ja unsere Kinder. Trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, dass man uns vergessen hat, zumindest auf politischer Ebene. Wieso eigentlich? Die Gründe mögen vielfältig sein. Nobel sind Sie kaum, eher wohl liegt Gleichgültig der Missgunst zugrunde. Alleinerzieher sind eben nicht sehr zahlreich. Oder doch? Die Frage ist eben, ab wann ist man zahlreich. Oder anders gefragt: Ab wann ist man zahlreich genug, um in der politischen Landschaft wahrgenommen zu werden?

Fakt ist, dass es wohl weniger Haushalte mit einem Erwachsenen mit Kindern, als Haushalte mit zwei Erwachsenen gibt. Ist das er Grund? Sicherlich, wer auf den Felgen fährt, hat auch keine Zeit sich zu wehren! Das wissen wahrscheinlich auch die führenden Politiker. Somit stellt dieser, materiell und finanziell gebeutelte Bevölkerungsteil kaum eine Gefahr bei den nächsten Wahlen dar. Und solange die Steuerlast hoch bleibt, und Sie sich abrackern müssen bis zum geht nicht mehr, werden Sie auch keine Zeit haben sich zu wehren. Uff. Glück gehabt!

Aber ist das sozial? Sicher doch. Schließlich setzen die Rosenträger nach dem Einzug erhöhter Steuern auf Sozialleistungen. Übrigens im Einklang mit der mütterlichen Familienministerin. Dabei verdienen sie sich Ehre und Segen.

Aber ist das Demokratisch? Sicherlich! Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung fragt schließlich nach  Gerechtigkeit. Somit ist die demokratische Mehrheit nicht erreicht, und man kann guten Gewissen so weiter machen. Als Nachfahre Petri, zumindest der Name stimmt bei dieser Aussage, ist man ja felsenfest von der Richtigkeit seines Tuns überzeugt.

Ob es umweltfreundlich ist, muss man ganz klar bejahen. Eine große Steuerlast hat schließlich fruchtbare Folgen. Wenig Geld, kleine Autos, oder gar keins, kleine Wohnung, wenig Energieverbrauch, keine Fernreisen, umweltbewusstes Einkaufen im Secondhandshop, und vieles mehr. Das nenne ich mal richtig gute grüne Politik.

Wie drei Musketiere wird auch tapfer am Schwur festgehalten: Einer für alle, alle für einen. In Coronazeiten versteht sich das von selbst. Und was einmal abgemacht, kann nicht geändert werden.

Oder doch? Da war doch was. Ach was solls. Die Steuererleichterung, auf welche Alleinerzieher schon lange warten, wurde jetzt für jene, ohnehin finanziell gut betuchten Angestellten verkündet, die es nötiger haben. Sozial gerecht eben.

Heuschling Jean