Wo genau unsere Schwachpunkte liegen, hat uns Corona gezeigt. Wir sind abhängig vom Ausland. In Punkto Material, aber besonders in Punkto Personal. Politiker aller Couleur haben sich über diesen Zustand brüskiert und Änderungen gelobt. Nach der Krise. Jetzt sind wir immer noch in der Krise, und es scheint einigen von ihnen besonders in diesem Moment opportun, nach der drohenden schleichenden Privatisierung im Staatssektor (ua. im Schulwesen) diese nun auch im kommunalen Sektor voranzutreiben. Zuletzt geschehen bei einem großen Gemeindesyndikat im Süden des Landes. Die Ablenkung der Bevölkerung auf andere Dinge scheint ja gesichert. Von Gewerkschaftsseite habe ich dazu öffentlich noch nicht allzu viel gehört, obwohl ich weiß, dass hinter den Vorhängen hier und da die gewerkschaftlichen Waffen gewetzt werden. Ich hoffe, das kommt nicht zu spät.

Vor einigen Tagen habe ich mit jungen Arbeitskollegen gesprochen, die allesamt ins Grenzgebiet abwandern müssen, weil sie sich mit ihren Löhnen kein Eigentum in Luxemburg mehr leisten können und sich dennoch bis zu 35 Jahre verschulden. Ich möchte betonen, dass es sich hierbei um Personen handelt, die im unteren kommunalen Dienst als Beamte eingestellt sind. Ihre zukünftigen Kollegen werden nun weder dieses Statut noch die etwas besseren Löhne bekommen. Dieser Trend wird jetzt durch Entscheidungen von Politikern beschleunigt, die, wie oben erwähnt, Verbesserungen gelobt haben.  In was für eine prekäre Lage sie nicht nur die junge Generation, sondern vor allem die Zukunft unseres Landes bringen, müssten diese Politiker besonders jetzt vorausahnen können. Pustekuchen. Seien wir ehrlich, trotz Pandemie sind wir verhältnismäßig mit einem blauen Auge davongekommen. Was, wenn es mal richtig kriselt und die Grenzen längere Zeit geschlossen werden? Ich denke nicht, dass dies jetzt weiter erklärt werden muss.

Schlussendlich frage ich mich, ob überhaupt bedacht wurde, welche Bezüge die folgenden Generationen drüben im Grenzgebiet überhaupt noch zu unserem Land haben werden? Eigentlich verschenken die verantwortlichen Politiker das beste Potential, das wir haben: Unsere WoMan-Power.

Patrick Gengler