Sand in die Augen des Volkes

Nun werden also CO2- Meßgeräte in den Schulsälen aufgestellt.

Höchste Zeit, daß man sich Gedanken über die Luftqualität macht, welche in manchen Schulsälen mit 30 Personen in der achten Stunde herrscht. Und vielleicht überdies noch in einer Prüfungssituation. Wie kann der Schüler da noch volle Leistung bringen? Relevant ist allerdings weniger das ungiftige CO2 als vielmehr der damit verbundene Sauerstoffmangel. Es wäre interessant, in der vorgegebenen Situation die Sauerstoffsättigung bei Schülern zu ermitteln.

Aber gegen das Virus nützen die CO2-Ampeln kaum. Es besteht nämlich keine wissenschaftliche Korrelation zwischen Virus und CO2. Es ist nur eine projizierte Vermutung. Drei erdachte, aber durchaus mögliche Fallbeispiele können als Illustration gelten:

- In Klass A sitzen um 8h00 30% infizierte Schüler (sie waren am WE auf einer Party unterwegs). Der CO2-Melder schlägt kurz nach 10h00 an. Das Infektionsgeschehen ist aber schon voll imgange….

- In Klasse B gibt es keinen Infizierten. Trotzdem schlägt der CO2-Melder um dieselbe Zeit an (denn die Schüler haben ja auch geatmet). Zu was hat die Ampel genuzt?

- In Klasse C haben die Schüler ihr Klassenzimmer mit reichlich Grünpflanzen verschönert. Deshalb schlägt der CO2-Melder nie an (manchmal nachts). Ist daher das Infektionsrisiko geringer?

Ich kann mir eine Menge an lustigen Situationen ausdenken, welche den alltäglichen Unterricht aufmuntern werden, wenn das Gerät auf ROT schaltet. Der Mathelehrer wird mitten in seiner Beweisführung gestoppt, im Geschichtsunterricht wird der Film über 14-18 angehalten, Verdunklung hoch, Fenster auf, im Labor werden die Experimente unterbrochen, vieles kocht über oder fängt Feuer……und vieles mehr.

Es stellt sich die Frage, ob diese CO2-Ampeln geeicht sind. Schulen können sich ja im ländlichen Raum oder in einem verkehrsreichen Ballungszentrum befinden. Was messen dann die Geräte? In besonders belasteten Gebieten könnten mehr Schadstoffe ins Schulzimmer kommen als deren nach aussen gehen ( wenn sich denn die Fenster zum Lüften öffnen lasen).

Bei dichtem Dieselverkehr kommen dann von aussen noch Stickoxide und unverbrannte Kohlenwasserstoffe hinzu. Aber es ist durchaus möglich, das das Stickstoffdioxid virustötend wirkt…..

Mir dünkt, die Schulverantwortlichen rechnen mit einer Assoziation in der Köpfen der Menschen. Greta hat ja die CO2-Gefahr genügend unter die Leute gebracht. Da haben wir einerseits das böse CO2, andererseits das böse Virus. Das muss doch zusammenpassen! Bekämpft man das eine Böse, so kann das auch gegen das andere Böse nur von Nutzen sein. So sollen es die Menschen zumindest schlucken.

Ich schätze die CO2-Ampeln Kampagne als puren Aktionismus ein, um eine bestimmte Sicherheit vorzugaukeln und besonders weil man nicht mehr weiß, was zu tun ist.

Und dabei gäbe es vernünftige und effiziente Lösungen. So etwa Luftfilter, die die Luft im Klassenraum umwälzen und neben einer Filterfunktion (mit FFP2-Flies) die Luft an UV-C Röhren vorbei führt. Solche Apparaturen werden routinemässig in Krankenhäusern und Laboren zur Desinfektion gebraucht.

Aber die CO2-Ampel ist ein Gadget.

Wäre noch hochinteressant festzustellen, wessen Firmen jetzt das große CO2-Ampel-Geschäft machen. Aber das wird der Rechnungshof hoffentlich unter die Lupe nehmen.

JS Diplomchemiker