Dass die geplanten, verfrühten Lockerungen der Corona-Mabnahmen zu einem bedeutenden Anstieg der Infektionszahlen führen werden, ist absehbar.

Unterliegt der Besuch des Grobteils der betroffenen Orte jedoch der Entscheidung des Einzelnen, besteht im Bereich der Schule Anwesenheitspflicht. Für Lehrer und Schüler besteht keine Wahl, sich der Gefahr zu entziehen, während eine Privatperson selbst bestimmt, ob sie ein Lokal betritt oder nicht.

Der beschlossene Verzicht auf Masken im Schulhof ohne jegliche Begleitung anderer, eventuell das Risiko abmildernder Vorkehrungen, wie getrennte oder verlegte Pausen, ist daher unverständlich. Auch wenn die Ansteckungsgefahr drauben viel geringer ist- Abstand halten Kinder kaum.

Auf jegliche Aufhebung wichtiger sanitärer Regeln in Pflichtkontexten, in denen sich zudem der nicht-geimpfte Teil der Bevölkerung bewegt, sollte dringend verzichtet werden!

Die Bewahrung der körperlichen Unversehrtheit soll im Fokus der Aufmerksamkeit stehen, während unbelegte Bedenken keinen Platz haben dürfen!

Dass Maske und Co. keine Faktoren sind, die den Bildungserfolg negativ beeinflussen, sollte jedem klar sein, der sich an die grauenhaften Resultate des PISA- Tests aus dem Jahr 2019 erinnert. Dieser fand vor Corona statt

Kann es sogar noch nachvollziehbar sein, dass das Tragen einer Maske von früh bis spät für jüngere Kinder unangenehm sein kann, so gelte es doch hier eher ein grundlegendes, gesamtgesellschaftliches Problem der heutigen Zeit anzuprangern, und zwar dasjenige der Fremdbetreuung, der die meisten Kinder ausgesetzt sind, und die eben mit sich bringt, dass die Maskenpflicht sich nicht nur auf die (absolut zumutbaren!) Schulstunden beschränkt.

Könnte diese Pandemie Impulse liefern, um die Kindererziehung wieder ins Eigenheim zu verlagern, wäre dies sicherlich wünschenswert, doch kurzfristig sind die aktuellen Gegebenheiten nicht zu verändern, und jede Beschneidung der (eh schon unzureichenden!) Covid-Regeln im öffentlichen pädagogischen Raum – jedenfalls für das Schuljahr 2020-2021-schlicht fahrlässig.

Kelly Meris