Das Spionieren, scheint's, ist deine Lust. Johann Wolfgang von Goethe: Faust. Der Tragödie erster Teil.

Dass Drohnen in diversen Bereichen, besonders im Sinne der öffentlichen Sicherheit eingesetzt, sehr nützlich sind, ist wohl unbestritten. Lästig wird diese immer preisgünstigere Technologie, die in jedem Supermarkt angeboten wird, und die zunehmend neue Einsatzmöglichkeiten für diese Flugobjekte eröffnet, jedoch dann, wenn deren Vorzüge zu einem Gerät werden, das im Privatbereich zum „Experimentieren“ und „Kreativwerden“ animiert.

Je günstiger Drohnen, anfangs ausschließlich im militärischen Kontext genutzt, als Privatdrohnen werden, umso mehr demnach jedermann sie sich leisten kann, desto mehr entwickeln sie sich zu einer Gefahr für unsere Privatsphäre und darüber hinaus ebenfalls – und das sollte man in sehr delikaten Zeiten nicht unterschätzen – zum absoluten, allgemein zugänglichen Sicherheitsrisiko. Quadrokopter mit Kameras haben durchaus das lästige Potenzial, unser Verständnis von Privatsphäre grundlegend herauszufordern. Wo früher einmal Mauern oder Hecken um die Gartenanlagen Sichtschutz und damit Privatsphäre garantierten, besteht für neugierige Blicke mit entsprechend deutlichen Kameraaufnahmen kein Problem mehr. Unbemerkt, anonym und kaum verfolgbar lassen sich demnach mittels dieser Drohnen präzise Bilder in den Wohnräumen aufnehmen. Drohnen ermöglichen darüber hinaus die verdeckte Überwachung von Privatpersonen, sie können folglich auf bisher ungenannte Weise Grenzen überschreiten.

Einmal mehr musste sich der Zeilenschreiber darüber aufregen, dass ein derartiges, unbemanntes Flugobjekt sich direkt über dessen Grundstück bewegte und sich völlig ungeniert in niedriger Höhe eine Zeit lang aufhielt. Da es relativ klar war, wozu diese Operation genutzt wurde, wahrscheinlich zu Werbezwecken einer Firma, die auf dem Nachbargrundstück aktiv war, wurden die verantwortlichen Personen direkt auf ihr ungerechtfertigtes Handeln angesprochen und die Polizei auf diese sicherlich nicht offiziell genehmigte Drohnenaktion aufmerksam gemacht. Einmal mehr muss die Frage nach einer unmissverständlich klaren Anpassung der Gesetzeslage der Privatnutzung von Drohnen aufgeworfen werden, dies mittels eines entsprechenden Gesetzestextes mit einer allgemein zugänglichen Regelung der offiziellen Verhaltensmaßnahmen von Drohnennutzern und der Privatpersonen, die sich illegal beobachtet, gar gefilmt sehen - was einfach nicht erlaubt sein darf!

Aktuell ist (soweit eine bekannte Regelung in diesem Kontext) eine Registrierung für alle Drohnenbetreiber verpflichtend, außer die Drohne wiegt weniger als 250 Gramm und ist nicht mit Sensoren zur Erfassung personengebundener Daten ausgestattet (z.B. Kamera, Mikrofon). Ausgenommen sind auch Drohnen, die unter die EU-Spielzeugrichtlinie fallen. Die Registrierung wird in allen Ländern, die ebenfalls die existierende EU-Drohnenverordnung eingeführt haben, anerkannt. Inwiefern diese Regelung in unserem beschaulichen Ländle jedoch tatsächlich respektiert wird, ist sicherlich mehr als fragwürdig und dürfte eher unwahrscheinlich sein, da diese wohl wenig bis überhaupt nicht kontrolliert wird – außer, man beschwert sich in präzisem Kontext über dieses grundsätzliche Übel der offensichtlichen Verletzung der Privatsphäre.

Es gilt demnach die Ausarbeitung einer offiziellen Gesetzgebung, die diesem lästigen Thema eine klare legale Basis gibt und die den „Spionen“ der Privatsphäre der anderen ihre Spielchen und dubiosen Gelüste verdirbt.

Frank Bertemes