Ist die immer weiter steigende Preisentwicklung der bebaubaren Grundstücke zu bremsen?

Seit Jahren steigen die Preise  trotz verschiedener Beihilfen des Staats, von Zinssubventionen, Bonifikationen für Kinder, bis hin zu Bau- und Anschaffungsprämien, trotz Vereinbarungen zwischen Staat und Gemeinden (pacte logement) mit Ziel den Lebensraum zu fördern. Der erste „pacte logement“ datiert vom 27. Oktober 2008!

Die Probleme sind heute nicht nur dieselben geblieben, sondern werden immer grösser.

Der Staat, unter verschiedener Regierungen, versuchte mit allen Mitteln den Menschen zu helfen und trotzdem stiegen und steigen noch heute die Preise phänomenal jedes Jahr. Mit dem Resultat, dass viele Luxemburger und Einwohner Luxemburgs sich keine Eigenwohnung mehr leisten können. Es bleibt ihnen nicht anders übrig als auszuwandern in die Grenzregionen um Eigentümer zu werden oder in Luxemburg zu mieten.

Dass z.B. ein junges Ehepaar mit einem Kind, beide im Angestelltenverhältnis beim Staat , mit festem Arbeitsvertrag,  mit einem Gesamteinkommen von  8.000.- EUR, ohne Eigenkapital ,kein Darlehen bekommt, für den Ankauf einer neugebauten Immobile mit Grundstück im Westen des Landes, zum Preis von 1.300.000.- EUR (150m2, 4 Zimmer!!!), ohne die Bürgschaft der beidseitigen Elternteile, ist der alltägliche Beweis,  dass der Immobilienmarkt in Luxemburg total aus den Fugen geraten ist. (fiktives Beispiel mit realen Einkommens-, Preis- sowie Immobiliendaten)

So könnte man viele Beispiele, auch von alleinerziehenden Eltern oder Unverheirateten aufzählen. Ganz einfach eine Schande für das „reiche“ Luxemburg.

Wie ist das gewaltige Problem zu lösen oder fatalistisch gefragt: ist es überhaupt zu lösen?

Besteht überhaupt der Wille der Regierung  das Problem zu lösen oder ist Sie ganz einfach unfähig?

Solange die Lobbyisten in der Baubranche massiv Baugrundstücke aufkaufen und langfristig zurückbehalten können, wird das Preisproblem immer grösser.

Diese Grossgrundbesitzer , 150 Gesellschaften im Besitz von 372.200 Ar Bauland u. 500 Privatbesitzer im Besitz von 703.900 Ar bebaubaren Grundstücken, spekulieren mit dem Bauland.

Die 150 Gesellschaften sind im Besitz von 12,6% der verfügbaren Gesamtfläche mit einem Gesamtwert von 3,4 Milliarden Euro (Stand 2016), und die Privatbesitzer von 23,8% mit einem Gesamtwert von 8,8 Milliarden Euro (Stand 2016),  heute machen dies insgesamt rund 15 Milliarden Euro aus.

Wir haben im Liberalismus die Privatautonomie, also das Recht unsere privaten Rechtsverhältnisse nach eigener Entscheidung zu gestalten. Wir können  in unserer freien Gesellschaft nach unserem Willen selbstverantwortlich  handeln. Die Privatautonomie entstammt dem Denken des Liberalismus  setzt aber voraus, dass menschliche Handlungen auf Vernunft beruhen. Und hier liegt das Problem:  Solange der Staat diesen Grossgrundbesitzer erlaubt ihre Profitgier grenzenlos auszunutzen , also ihnen ein“absolutes, unbegrenztes und unversteuerliches Recht zugesteht, wird  der Allgemeinheit ein extremer Schaden zugefügt.“(fonction publique compact, p.z. no. 45, septembre 2021)

Wie ist das Problem zu lösen?

  1. Eine Spekulationssteuer von, zwischen 5% bis 10%  jährlich, auf dem realen Immobilienbesitz der Spekulationsmillionäre respektiv -milliardäre (150 Gesellschaften u. 500 Privatbesitzer) einführen.
Familien im Besitz von maximal 3 bebaubaren Grundstücken (insgesamt +- 10 Ar) unterliegen nicht der Spekulationssteuer.

  1. Die Dauer der Bebauungsgenehmigungen und -prozeduren  drastisch kürzen.  
  2. Die Baugrundstückpreise sowie die Haus- u. Appartementspreise deckeln. Als Grundlage der Berechnung der Immobilienwerte dient der „revenu cadastral“. Mit dem „revenu cadastral“ wird ein Mietwert der Immobilie festgelegt. Der Mietwert wird mit einem Koeffizienten, der periodisch, regional, neu definiert wird, mutipliziert, um den Wert der Immobilie zu bestimmen.
Der daraus resultierende Wert ist der definitive Verkaufspreis der Immobilie, der zur Ausfertigung der notariellen Urkunde dient.

Dies ist kein Eingriff des Staats in das Privateigentum, sondern  die Pflicht des Staats das Recht auf Grundbesitz für seine Bürger zugänglich zu gestalten.

Eine allgemeine Erhöhung der Grundsteuer ist bestimmt nicht die Lösung. Es würde ein weiteres Mal die Unschuldigen bestrafen. Die Grossgrundbesitzer würden sich ins Fäustchen lachen und die Preise würden noch steigen.

Ohne Reglementierung und Regulierung der Immobilienpreise ist das Problem nicht zu lösen.

Leider genügt eine alleinige Spekulationssteuer nicht um das Problem in den Griff zu bekommen. Die Gossgrundbesitzer, mit Hilfe ihrer  Steuer- und Vermögensberater, würden neue Schlupflöcher ausfindig machen. Deshalb ist die Festlegung der Immobilienpreise  mittels des Katasters eine wesentliche Lösung zur Behebung der Krise des Immobilienmarkts.

Es liegt an der Politik jetzt endlich Nägel mit Köpfen zu machen .

Alle bisherigen Reformen im Immobilienmarkt sind fehlgeschlagen.

Eine weitere Fehlentscheidung oder ein Neoliberalismus-Verhalten seitens der Politik wäre fatal für unser Land.